Fußballverbände im Krisenmodus - wie geht es weiter?

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Nach den Absagen

Fußballverbände im Krisenmodus - wie geht es weiter?

Die großen Verbände haben nach der Aussetzung des Spielbetriebs in den Krisenmodus geschaltet. Der Bundesliga drohen im Fall eines Saisonabbruchs Einnahmeverluste in dreistelliger Millionenhöhe.

Viele Fragen rund um den Rest der Saison

Neben wirtschaftlichen Fragen gilt es erste Antworten auf die drängenden sportlichen Fragen zu finden. Wie soll es nach der Zwangspause Anfang April weitergehen, falls es die Coronavirus-Krise überhaupt erlaubt? Soll es eine Saisonverlängerung bis in den Juni geben? Oder womöglich eine Absage der kompletten Spielzeit mit harten Konsequenzen für entgangene Titel- und Aufstiegsträume?

Drohende Einnahmenverluste von 750 Millionen Euro

Für den Fall, dass die Saison komplett abgebrochen und die verbleibenden neun Spieltage in Bundesliga und 2. Liga nicht mehr gespielt werden würden, droht den Profiklubs ein ökonomischer Schaden von rund einer dreiviertel Milliarde Euro. Diese Summe wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Ligakreisen bestätigt. Demnach hätten die Klubs auch keinen Versicherungsschutz, zum Beispiel für entgangene TV-Einnahmen.

Fraglich auch, was mit den Teams passiert, die ihre Spieler in Quarantäne schicken mussten - wie Hannover 96. So will Klubchef Martin Kind auf der Versammlung den Antrag stellen, dass das 96-Team mindestens noch eine weitere Woche Vorbereitung bekommt, bevor der Spielbetrieb wieder losgeht.

Was bedeutet die Absage der DFL? Sportschau 13.03.2020 10:18 Min. Verfügbar bis 13.03.2021 Das Erste

Einen Tag nach der DFL, am Dienstag (17.03.2020), bittet die UEFA zu einem Mega-Treffen im Zeichen von Corona. Diese Zusammenkunft mit Vertretern der 55 Mitgliedsverbände, den Vorständen der Europäischen Klubvereinigung (ECA) und der Europäischen Ligen sowie einem Vertreter der Spielergewerkschaft FIFPro soll per Videokonferenz abgehalten werden.

Planung der EM 2020 im Fokus

In den Gesprächen soll es um alle nationalen und europäischen Wettbewerbe gehen. Im Mittelpunkt: die Europameisterschaft 2020 (12. Juni bis 12. Juli 2020) und eine mögliche Verschiebung um ein Jahr in den Sommer 2021. Weil es dann zu einer Kollision mit der Klub-WM käme, die vom 17. Juni bis 4. Juli 2021 in China ausgetragen werden soll, ist auch die FIFA am Zug. Der Weltverband hat allerdings die für den 20. März geplante FIFA-Ratssitzung zunächst einmal aufgrund der Corona-Pandemie auf einen noch unbstimmten Zeitpunkt verschoben.

"Ich gehe fest davon aus, dass wir am Dienstag konkret Bescheid wissen, was mit der Europameisterschaft passiert und was mit den Länderspielen passiert", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. Dann wird sich wohl auch zeigen, wie es mit nationalen Ligen weitergeht.

Coronavirus - wie geht es weiter mit dem Fußball?

Sportschau 14.03.2020 02:02 Min. Verfügbar bis 14.03.2021 ARD Von Armin Lehmann

mick/dpa | Stand: 14.03.2020, 10:00

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