Bundesliga-Neustart: Politik vertagt Entscheidung auf 6. Mai

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Fortsetzung der Bundesliga

Bundesliga-Neustart: Politik vertagt Entscheidung auf 6. Mai

Die Entscheidung über einen Neustart ist vertagt: Der deutsche Profifußball muss weiter auf ein klares Signal der Politik für die Fortsetzung der aktuellen Spielzeit warten.

Im Ringen um einen Bundesliga-Neustart muss sich der deutsche Profifußball weiter in Geduld üben. Mit dem Beginn von flächendeckenden Corona-Tests zündeten die Erst- und Zweitligisten am Donnerstag (30.04.2020) zwar die nächste Vorbereitungsstufe für die ersehnte Wiederaufnahme des seit Mitte März ausgesetzten Spielbetriebes, eine Entscheidung darüber soll aber erst am 6. Mai bei der nächsten Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer fallen. Auf der Gipfel-Runde am Donnerstag wurde ein Beschluss zur Weiterführung der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sowie der schrittweisen Öffnung des Vereinssports vertagt.

Bundesliga-Neustart am 9. Mai ausgeschlossen

"Die heutigen Beratungen waren ein Zwischenschritt", sagte Merkel und kündigte an: "Wir werden am 6. Mai sehr klare Entscheidungen fällen, in welcher Folge und in welcher Art und Weise Schule, Kita wieder möglich sind und auch unter gegebenen Bedingungen bestimmte sportliche Betätigungen."

Damit ist eine von der Milliarden-Branche erhoffte Fortsetzung der Bundesliga-Saison schon am 9. Mai ausgeschlossen und eine Woche später höchst unwahrscheinlich. Denn selbst im Falle eines positiven politischen Signals in der kommenden Woche würde den Klubs aufgrund der über den 4. Mai hinaus verlängerten Kontaktbeschränkungen die nötige 14-tägige Vorbereitungszeit im Mannschaftstraining fehlen. Sollte die Politik wirklich Geisterspiele bewilligen, dürfte der Ball frühestens Ende Mai wieder rollen.

Bundesliga wartet auf Politik - Vereine bereiten sich weiter vor

Sportschau 30.04.2020 00:38 Min. Verfügbar bis 30.04.2021 Das Erste Von Philipp Hofmeister

Braun will Profifußball "anders bewerten"

Bis zum kommenden Mittwoch sollen der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun, und die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien auf der Grundlage der Empfehlungen der fünf jeweiligen Fachministerkonferenzen Beschlussvorschläge zur schrittweisen Wiederaufnahme des Sportbetriebes erarbeiten. Dabei müsse der Profifußball nach Ansicht von Braun ein wenig anders bewertet werden als der Breitensport, da es für die Spieler auch um ihren Arbeitsplatz ginge. "Da müssen wir eine kluge Entscheidung treffen", sagte der CDU-Politiker dem TV-Sender n-tv.

Fest steht schon jetzt: Die Fans müssen sich mindestens noch bis September gedulden, ehe sie ihren Lieblingen vielleicht wieder im Stadion zujubeln können. Großveranstaltungen wie Fußballspiele "werden für längere Zeit untersagt bleiben müssen", betonte Merkel - konkret vorerst bis zum 31. August. Geht es nach dem Willen der SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil (Niedersachsen) und Dietmar Woidke (Brandenburg), soll aber auch vor leeren Rängen in absehbarer Zeit nicht gespielt werden. Weil hält es "nicht für angemessen, dass wir die Bundesliga wieder starten lassen, aber gar keine Perspektive für die Kinder oder für den Breitensport haben", sagte er am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin".

Bundesliga testet auf Corona

Begleitet von der anhaltenden Ungewissheit und einer kontroversen Diskussion in der Öffentlichkeit bereiten sich die 36 Profivereine unterdessen weiter auf den Tag X vor. Seit Donnerstag werden alle Spieler regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Dies bestätigte die Deutsche Fußball Liga. Die Tests gehören zum Sicherheits- und Hygienekonzept, das die DFL für die erhoffte Fortsetzung des Spielbetriebs erstellt hat und in der Vorwoche präsentierte. Vor einer Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings sollen zwei Tests erfolgen. Damit soll eine Ansteckung im Training verhindert werden. 

Für den Fall, dass die Bundesligasaison ohne Zuschauer zu Ende gespielt werden kann, sprach sich Walter-Borjans (SPD) für eine Übertragung der 82 ausstehenden Partien im Free-TV aus. "Wenn es wieder losgehen sollte, dann wäre ich sehr dafür, dass die Fans für Geisterspiele nicht auch noch bezahlen müssen", sagte der SPD-Chef. DFL-Boss Christian Seifert hatte zuletzt jedoch darauf verwiesen, dass dies aus Vertragsgründen mit den verschiedenen Medienpartnern nicht umsetzbar sei.

Arbeitsministerium stimmt Spielen ohne Zuschauer zu

Sportschau 29.04.2020 00:45 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 ARD Von Barbara Kostolnik

Gerüchte über Eurosport-Ausstieg

Bis auf eine Ausnahme hatte die DFL mit allen Rechteinhabern in der Vorwoche eine Einigung über die Auszahlung der letzten TV-Tranche für die laufende Saison erzielt. Nur Eurosport will nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" seinen TV-Vertrag noch in dieser Woche kündigen. Betroffen davon wären die derzeit wegen der Corona-Krise noch unterbrochene und die kommende Saison. Damit könne sich ein Millionen-Rechtsstreit anbahnen und den Vereinen in der für viele aktuell schwierigen Finanzsituation ein größerer finanzieller Verlust drohen. Eurosport wollte den Bericht auf dpa-Anfrage nicht kommentieren.

dpa/sid/red | Stand: 30.04.2020, 19:46

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