Bundesliga hofft auf Merkel und Länder-Chefs

Bundesliga-Spielbetrieb um jeden Preis? Sportschau 29.04.2020 03:33 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 Das Erste

Fortsetzung der Bundesliga

Bundesliga hofft auf Merkel und Länder-Chefs

Von Jens Mickler

Die Fortsetzung der Saison in der Fußball-Bundesliga wird auch Thema in den Gesprächen von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten sein - eine Entscheidung über die Rückkehr zum Spielbetrieb wird dann aber wohl noch nicht fallen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erhofft sich von den Gesprächen der Kanzlerin mit den Regierungschefs eine Zustimmung für die Fortsetzung des Spielbetriebs mit sogenannten Geisterspielen und Lockerungen im Trainingsbetrieb - und bereitet sich vor. Nach Informationen des "Kicker" sollen in der 1. und 2. Liga ab heute (29.04.2020) flächendeckende Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden.

Mit einer Entscheidung zum möglichen Neu-Start wird die Liga aber sehr wahrscheinlich noch nicht rechnen können.

Entscheidung frühestens Anfang Mai

Obwohl die Sportministerkonferenz (SMK) den Wiederbeginn trotz der Coronakrise für Mitte/Ende Mai empfiehlt und diese Position die Grundlage für die morgigen Beratungen der Politiker sein soll, geht die SMK nicht von einem Beschluss aus.

"Wir rechnen derzeit nicht mit einer Entscheidung über Öffnungen nach dem Gespräch der Kanzlerin mit den MinisterpräsidentInnen morgen", teilte ein Sprecher der SMK-Vorsitzenden Anja Stahmann (Grüne) am Mittwoch mit: "Die ganzen Auswirkungen der vorsichtigen Öffnungen werden sich vermutlich erst im Verlaufe der kommenden Woche vollständig abschätzen lassen." Frühestens Anfang Mai könne es einen Beschluss geben.

Laschet vorsichtig

Zuvor hatte sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vorsichtig gezeigt. "Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, über weitere Maßnahmen erst zu entscheiden, wenn wir valide Zahlen dazu haben, wie sich die ersten Öffnungen ausgewirkt haben", sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Da diese Zahlen am Donnerstag noch nicht vorliegen, werden wir über mögliche größere gemeinsame Öffnungsschritte frühestens am 6. Mai sprechen können."

Termindruck kam bereits aus der Bundesliga, die eine Fortsetzung der Saison nach Ende Mai für aussichtslos hält. So sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem "Spiegel": "Es ist völlig ausgeschlossen, dass erst im Juni gespielt wird, dann kannst du es gleich vergessen. Wir haben ja noch neun Spieltage zu spielen, wir haben noch Relegationsspieltage. Und dann kommt der DFB-Pokal noch dazu. Und wir müssen damit rechnen, dass auch mal ein Spiel ausfällt."

Schwachpunkt: Umgang mit positiven Tests

Ein strenges Vorgehen fordern die Sportminister im Falle eines positiven Corona-Tests. "Die SMK weist darauf hin, dass im Falle einer positiven Testung von Spielern und Betreuern Quarantänemaßnahmen für das betroffene Team erforderlich sind", heißt es in einer Beschlussvorlage, die der ARD-Sportschau vorliegt.

Die Frage, wie es bei einem positiven Corona-Test weitergeht, ist bislang ein Schwachpunkt des Sicherheits- und Hygienekonzepts, dass die DFL der Politik vorgelegt hat. Die Entscheidung über Quarantänemaßnahmen liege ausschließlich bei den örtlichen Gesundheitsbehörden, betonte SMK-Vorsitzende Stahmann.

Söder: "Brauchen Expertise des RKI"

Fakt ist, dass der Bund bei Geisterspielen - wie beim Maskenschutz - eine möglichst bundesweit einheitliche Regelung erreichen will. Die Umsetzung der Maßnahmen bei der Bekämpfung der Pandemie ist aber Ländersache, die darüber entscheiden, wer wo spielen und trainieren darf. Falls es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, könnte es zu Spielen in weniger als den üblichen 18 Stadien kommen.

Eine gewichtige Rolle bei den Überlegungen von Bund und Ländern wird das Robert Koch-Institut spielen. "Wir brauchen die Expertise des RKI", sagte Bayerns Ministerpräsident Söder.

Positive Signale

Vor dem Treffen am Donnerstag hatte die Liga bereits positive Signale von der Sportministerkonferenz und dem Arbeitsministerium bekommen. So hält die SMK die "Fortsetzung des Spielbetriebes und die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga für die 36 Vereine auf deren Kosten ab Mitte/Ende Mai für vertretbar".

Auch das Bundesarbeitsministerium hatte in Sachen Arbeitsschutz Zustimmung für Spiele der 1. und 2. Liga unter Ausschluss von Zuschauern signalisiert. Demnach wurde das Wiederaufnahme-Konzept der DFL für positiv befunden.

Arbeitsministerium stimmt Spielen ohne Zuschauer zu

Sportschau 29.04.2020 00:45 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 ARD Von Barbara Kostolnik

mit sid/ dpa | Stand: 29.04.2020, 22:20

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