Drei Frankfurter Bayern-Bezwinger in der Elf des Spieltags

Drei Frankfurter Bayern-Bezwinger in der Elf des Spieltags

Großer Sieg der Frankfurter Eintracht gegen Spitzenreiter FC Bayern - das findet natürlich auch Berücksichtigung in der Elf des Spieltags. Fehlen darf aber ebensowenig Dortmunds Kunsttorschütze Erling Haaland.

Tor - Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): Frankfurts Schlussmann strahlte beim Coup gegen die Bayern stets Ruhe und Sicherheit aus. Bei schwierigen Situationen wie Bayerns Doppelchance durch Kimmich und Coman am Ende der ersten Halbzeit sowie zwei krummen, aber gefährlichen Bällen auf das Tor der Eintracht (34. und 67. Minute) zeigte Trapp seine guten Reflexe. Dazu war er aufmerksam bei langen Bällen der Münchner und konnte so die ein oder andere Chance bereits in der Entstehung vereiteln.

Abwehr - Danny da Costa (1. FSV Mainz 05): Da Costa beackerte unermüdlich die rechte Seite der Mainzer. Immer wieder zeigte der Winterzugang aus Frankfurt gute Flankenläufe. Vor dem fast schon erzwungenen Siegtreffer war es seine Flanke, die das Tor einleitete. Knappe elf Kilometer spulte er ab und gewann zudem gute 55 Prozent der Zweikämpfe.

Abwehr - Lukas Klostermann (RB Leipzig): Der Verteidiger hatte den größten Anteil daran, dass bei RB am Ende die Null stand. In der ersten Halbzeit warf sich der Nationalspieler voller Risiko in eine scharfe Flanke von Piatek und klärte zur Ecke. Nicht wenige Kollegen hätten den Ball wohl ins eigene Tor bugsiert. Im zweiten Durchgang gelang ihm das gleiche Kunststück noch einmal gegen den eingewechselten Radonjic. Insgesamt eine länderspielreife Vorstellung Klostermanns.

Abwehr - Chris Richards (1899 Hoffenheim): Der junge US-Spieler, ausgeliehen von den Bayern, ist eine echte Verstärkung für die Abwehrlinie der Hoffenheimer. Trotz seiner erst 20 Jahre überzeugt Richards mit gutem Auge beim Stellungsspiel und starken Impulsen in der Spieleröffnung. Zudem wird der 1,88 Meter große Verteidiger von seinen Mitspielern bei Standards wegen seiner Kopfballstärke gesucht. Viele Ballaktionen, gute Zweikampfquote und mit sechs Prozent eine sensationell niedrige Fehlpassquote sind weitere starke Argumente für die Aufnahme in die Spieltagself.

Mittelfeld - Amin Younes (Eintracht Frankfurt): Younes war gegen die Bayern mit Abstand der beste Mann auf dem Platz. Der kleine Techniker präsentierte sich extrem umtriebig und trickreich - Bayerns Mittelfeldzentrale um Joshua Kimmich und Marc Roca bekam ihn in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in den Griff. Younes leitete Frankfurts Führungstor mit ein, schoss den zweiten Treffer und war darüber hinaus an sechs (!) weiteren Torschüssen direkt beteiligt.

Mittelfeld - Daichi Kamada (Eintracht Frankfurt): Zusammen mit Nebenmann Younes sorgte Kamada dafür, dass Frankfurt die Bayern in der ersten Halbzeit nahezu überrollte. Der Japaner lief mehr als zwölf Kilometer, begeisterte wie gewohnt durch kreative Einfälle und zählt mit Tor und Vorlage gegen den Rekordmeister zu den prägenden Figuren des Spieltags.

Mittelfeld - Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Der Österreicher war unter der Woche noch der Unglücksrabe bei RB, als er gegen den FC Liverpool mit einem technischen Fehler die Niederlage einleitete. Im Duell bei der Hertha BSC war Sabitzer unbedingt auf Wiedergutmachung aus - das gelang spektakulär. Sein Traumtor zum 1:0 war das Aha-Erlebnis des Spiels. Später legte er mit sehenswerter Flanke das 3:0 durch Willi Orban auf.

Mittelfeld - Jadon Sancho (Borussia Dortmund): Sancho nutzte gemeinsam mit Mateu Morey den Patzer von Schalkes Benjamin Stambouli eiskalt zur Dortmunder Führung aus - es war der Dammbruch zu einem Derbytriumph. Wenig später legte er Erling Haalands Seitfallzieher-Tor auf. Vor dem 4:0 durch Haaland spielte er Vorlagengeber Jude Bellingham frei. Nach einigen nicht so starken Spielen und den Berichten über ein mögliches Angebot von Manchester United ist Sancho wieder komplett auf der Höhe beim BVB.

Angriff - Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart): Der Österreicher war der Matchwinner gegen Köln - so etwas nennt man einen Unterschiedsspieler: Er entschied eine Partie im Stile eines Klasse-Stürmers: Nach einem Freistoß entwischte er seinen Bewachern und vollendete nach einer blitzschnellen, geistesgegenwärtigen Drehung mit einem platzierten Kopfball. Kalajdzic traf im vierten Spiel nacheinander, es war sein insgesamt zehnter Treffer, damit wird er langsam zur Überlebensversicherung beim Aufsteiger.

Angriff - Erling Haaland (Borussia Dortmund): Haaland lieferte den besonderen Moment des Spieltags, als sein akrobatischer Seitfallzieher im linken Eck des Schalker Tores landete. Seinem Traumtor folgte noch der Treffer zum 4:0. Haaland hat in dieser Saison mehr Tore erzielt als alle Schalker zusammen. Marco Reus sagte nach dem Derbysieg der Dortmunder über ihn: "Er ist eine Maschine." Ein treffendes Kurzportrait.

Angriff - Marcus Ingvartsen (Union Berlin): Marcus Ingvartsen lieferte gegen Union Berlin eine ganz vorbildliche Leistung ab. Mit 11,5 Kilometern schaffte er eine starke Laufdistanz und mit 32,1 km/h legte er den schnellsten Sprint auf den Platz. Dazu an sechs Torschussbeteiligungen involviert. Legte Prömel das Siegtor mustergültig auf. Für Ingvartsen war es der siebte Assist dieser Saison. Damit ist er nun alleiniger Top-Vorbereiter der "Eisernen".

Die Elf des 22. Spieltags im Überblick:

Stand: 21.02.2021, 22:30 Uhr

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