Elf des Spieltags - Die Mittelfeldachse als Erfolgsgeheimnis

Elf des Spieltags - Die Mittelfeldachse als Erfolgsgeheimnis

Im Mittelfeld werden die Spiele entschieden - nicht immer, aber am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga war es so. Dort wo am meisten gearbeitet wird bei einem Fußballspiel, fallen viele Profis gar nicht auf. Dieses Mal ist das aber anders.

Yann Sommer

Tor - Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): In Freiburg war das Wort "hätte" das vermutlich meist gebrauchte Wort nach der Partie in Mönchengladbach. In erste Linie lag das an der unterirdischen Chancenverwertung der Offensivabteilung des SCF. Aber es lag auch an Gladbachs Keeper Sommer: Mit zwei Blitzreflexen, die man sonst von kaum einem anderen Torhüter in der Bundesliga sieht, hielt der Schweizer die "Fohlen" in der Partie. In der zweiten Hälfte komplett beschäftigungslos legte Sommer in Spielabschnitt eins den Grundstein dafür, dass Gladbach die Partie noch drehen konnte.

Tor - Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): In Freiburg war das Wort "hätte" das vermutlich meist gebrauchte Wort nach der Partie in Mönchengladbach. In erste Linie lag das an der unterirdischen Chancenverwertung der Offensivabteilung des SCF. Aber es lag auch an Gladbachs Keeper Sommer: Mit zwei Blitzreflexen, die man sonst von kaum einem anderen Torhüter in der Bundesliga sieht, hielt der Schweizer die "Fohlen" in der Partie. In der zweiten Hälfte komplett beschäftigungslos legte Sommer in Spielabschnitt eins den Grundstein dafür, dass Gladbach die Partie noch drehen konnte.

Abwehr - Maxence Lacroix (Eintracht Frankfurt): Lacroix war einer der Garanten für den VfL-Sieg gegen Köln. Gewann 86 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte mit 92 Ballkontakten die meisten aufseiten der Wolfsburger. Dazu gelang ihm mit 34,9 km/h der schnellste Sprint von allen Akteuren auf dem Feld. Es war mit sein Verdienst, dass der FC offensiv im zweiten Durchgang keinen Stich mehr machen konnte. 

Abwehr - Ömer Toprak (Werder Bremen): Der beinharte Verteidiger schrieb in der Partie beim VfB Stuttgart eine ganz besondere (Leidens-) Geschichte. Nach einem Luftduell mit Sasa Kalajdzic zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel er unglücklich auf die Schulter, musste behandelt werden und spielte mit einer Manschette weiter. Trotz lädierter Schulter warf er sich später ohne Rücksicht auf Verluste in einen strammen Schuss von Sosa. Toprak hatte in seinem Team die meisten Ballbesitzphasen (61) und gewann fast zwei Drittel seiner Zweikämpfe. Leidenschaft und Leidensfähigkeit prägten seinen Auftritt.

Abwehr - Tuta (Eintracht Frankfurt): So richtig viel sah man nicht von Erling Haaland. Das lag vor allem an den drei kompromisslosen Frankfurter Innenverteidigern. Der von seiner Gelbsperre zurückgekehrte Tuta war im starken Trio der Fixpunkt. Mit seinen erst 21 Jahren zeigte der Brasilianer eine extrem abgeklärte Vorstellung, war aggressiv und präsent im Zweikampf und unterband viele Dortmunder Angriffsversuche.

Mittelfeld - Robert Andrich (Union Berlin): Es war einer dieser Partien, in denen harte Arbeiter sich in den Vordergrund spielen konnten. Union Berlins Defensiv-Allrounder Andrich brachte manch einen Herthaner mit seiner intensiven und hartnäckigen Zweikampfführung an den Rand der emotionalen Grenze. Dass der 26-Jährige auch noch den frühen Führungstreffer nach 10 Minuten schoss - sein vierter Treffer von außerhalb des Strafraums - krönte seine bärenstarke Leistung und unterstrich seine Position als echter Führungsspieler seines Teams.

Mittelfeld - Ruben Vargas (FC Augsburg): Der Schweizer Nationalspieler konnte sich im Spiel gegen Hoffenheim gleich zwei Scorerpunkte gutschreiben lassen. Zuerst netzte er sehr überlegt mit der Innenseite zur 1:0-Führung ein. Dann behielt er am eigenen Strafraum den Überblick: Mit einem 50-Meter-Pass auf André Hahn leitete er das 2:0 und damit die Vorentscheidung für den FCA ein. Kurios: Nach 45 Minuten war der 22-Jährige, der unter der Woche noch für die Nationalmannschaft gespielt hatte, so platt, dass er sich auswechseln ließ.

Mittelfeld - Filip Kostic (Eintracht Frankfurt): Kostic bestätigte auch im so wichtigen Duell mit Borussia Dortmund seine enorm starke Form: Der Serbe bereitete dem BVB mit seinen energischen Flankenläufen nicht nur Kopfzerbrechen, sondern auch beide Tore der Eintracht vor. Auch bei diversen eigenen Abschlüssen hätte er durchaus treffen können. Kostic war der beste Mann auf dem Platz.

Mittelfeld - Philipp Förster (VfB Stuttgart): Man merkte dem Offensivspiel des VfB Stuttgart gegen Werder Bremen schon an, dass Ideengeber Silas Wamangituka (Kreuzbandriss) schmerzlich vermisst wurde. Zum Glück für die Schwaben war da ja noch Förster. Auch der hatte viele gute Ideen im Spiel nach vorne, scheute keinen Weg und ließ auch gesunde Aggressivität nicht vermissen - etwa, als er einen erfolgsversprechenden Bremer Konter mit einem taktischen Foul an Kevin Möhwald klugerweise noch in der eigenen Hälfte stoppte. Eine starke Leistung, auch wenn er nach 77 Minuten ausgewechselt wurde.

Mittelfeld - Leon Goretzka (FC Bayern): Das Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München war ein Duell auf Augenhöhe – das die Sachsen nicht hätten verlieren müssen. Doch vor dem Tor fehlten den Gastgebern die Durchschlagskraft, die Ruhe und die Abgeklärtheit. All das hatte Goretzka, als er kurz vor der Pause mit der ersten Chance der Münchner das 1:0 machte und damit wohl auch vorzeitig die deutsche Meisterschaft entschied. Damit steht er exemplarisch für die Münchner Siegermentalität. In der zweiten Halbzeit sorgte der Mittelfeldmann in der Defensive mit dafür, dass die Bayern die Leipziger Drangphase nach der Pause überstanden.

Angriff - Andreas Voglsammer (Arminia Bielefeld): Einen engagierten Auftritt krönte Voglsammer mit seinem ersten Bundesligator, mit dem er den enorm wichtigen Ausgleichstreffer für Bielefeld erzielte. Der dynamische Stürmer war beim Spiel in Mainz der einzige torgefährliche Armine und hätte beinahe bereits in der 11. Spielminute per Kopf getroffen.

Angriff - Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach): Am Beispiel von Marcus Thuram lässt sich eindrucksvoll analysieren, warum Marco Rose die Partie gegen den SC Freiburg mit seinem Coaching perfekt beeinflusste. Fehlte bei den "Fohlen" in der ersten Hälfte jegliche Ordnung im Mannschaftsgefüge, ruckelte die Hereinnahme von Denis Zakaria die Struktur auf fast schon wundersame Weise zurecht. Plötzlich wussten die Spieler wieder, welchen Raum und welche Position sie zu beackern hatten. Der Ball lief, die Laufwege stimmten. Thuram, zuvor gemeinsam mit Alassane Plea quasi unsichtbar, fand in die richtige Spur und traf zweimal ins Ziel.

Die Elf des 27. Spieltags im Überblick

Stand: 05.04.2021, 06:30 Uhr

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