Teufels-Trapp und ein Kunstschütze - die Elf des Spieltags

Teufels-Trapp und ein Kunstschütze - die Elf des Spieltags

Ein Torhüter bringt den FC Bayern zur Verzweiflung und ein Stürmer die Zuschauer mit einem Fallrückzieher zum Schwärmen. Kevin Trapp und Breel Embolo bilden das Gerüst der Elf des Spieltags.

Tor - Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): Unter der Woche war der Keeper nicht von Bundestrainer Hansi Flick für die kommenden Länderspiele nominiert worden. Nun zeigte Trapp gegen Flicks Ex-Klub, warum das ein Fehler gewesen sein könnte. Dass Frankfurt in München die große Überraschung gelang, war in großen Teilen das Verdienst des Torhüters. Zehn Schüsse parierte Trapp, einmal überragend mit dem Fuß gegen Lewandowski aus drei Metern. Neben seinen Paraden strahlte er auch bei hohen Bällen eine enorme Sicherheit aus.

Abwehr - Joe Scally (Borussia Mönchengladbach): Der 18-Jährige erzielte in Wolfsburg sein erstes Bundesligator dank seiner Geschwindigkeit und Nervenstärke. Der US-Amerikaner ist der Gewinner des Gladbacher Starts und hat seine bisherigen Eindrücke gekrönt. Zudem beeindruckt er mit taktischer Flexibilität, bei Scally macht es keinen Unterschied, ob er auf der rechten oder linken Seite spielt (in Wolfsburg machte er beides).

Abwehr - Konstantinos Mavropanos (VfB Stuttgart): Dass ein Verteidiger mit 35,08 km/h der schnellste Spieler einer Partie ist, ist schon außergewöhnllich. Doch nicht nur an dieser Statistik ließ sich ablesen, wie stark der Grieche beim 3:1-Sieg gegen Hoffenheim gespielt hat. Mavropanos traf selbst zum 2:0 und machte in der Defensive mit 72,7 Prozent gewonnener Zweikämpfe auch einen überaus guten Job.

Abwehr - Marc-Oliver Kempf (VfB Stuttgart): Was für Mavropanos gilt, gilt auch für den 26-Jährigen. Er erzielte den Führungstreffer früh in der ersten Halbzeit und war dann einer der Garanten dafür, dass der Sieg zu keiner Zeit in Gefahr geriet. Auch Kempf gewann knapp 70 Prozent seiner direkten Duelle.

Abwehr - Christian Günter (SC Freiburg): In Berlin hat der EM-Teilnehmer erneut unter Beweis gestellt, dass er trotz seiner defensiven Position einer der wichtigsten Offensivspieler der Freiburger ist. Seine Standards sind stets gefährlich, beide Tore fielen nach Günter-Ecken, und aus dem Spiel heraus sorgen seine Flanken auch immer wieder für Gefahr. Mit 10,7 Kilometern war der Linksverteidiger einer der laufstärksten Spieler - und die meisten dieser Kilometer legte er mit hoher Intensität zurück.

Mittelfeld - Ellyes Skhiri (1. FC Köln): Der überragende Mann beim Kölner 3:1 gegen Fürth. Nicht nur wegen seiner beiden Treffer lieferte der 26-Jährige ein sehr starkes Spiel ab, er war mit 12,6 Kilometern (inklusive dem Sprint von Strafraum zu Strafraum beim Tor in der 89. Minute) der laufstärkste Akteur auf dem Platz, mit 33,1 km/h auch noch der schnellste Spieler sowie der zweikampfstärkste Profi (75 Prozent der Duelle gewonnen) des Abends. Skhiri hatte mit 88,1 Prozent zudem eine starke Passquote.

Mittelfeld - Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): Beim Sieg in Wolfsburg war der Nationalspieler der Dreh- und Angelpunkt im Gladbacher Offensivspiel. Gewohnt laufstark (mit 12,07 Kilometern die größte Distanz aller Spieler), offensiv gefährlich (meiste Torschüsse mit drei Versuchen und Tor zum 2:0) und immer präsent (mit 67 Ballkontakten die meisten bei Gladbach).

Mittelfeld - Filip Kostic (Eintracht Frankfurt): Über 80 Minuten lang musste der serbische Nationalspieler vor allem das machen, was er weitaus weniger gerne macht als stürmen - nämlich kämpfen und verteidigen. Kostic erledigte das mit großem Fleiß und Einsatz, er war einer der Garanten dafür, dass Serge Gnabry bei den Bayern keinen guten Tag hatte. Und dann hatte der 28-Jährige die entscheidende Aktion mit seinem Siegtreffer in der 83. Minute. Über die linke Seite stürmte er in den Münchner Strafraum, zog ab und ließ Manuel Neuer ganz alt aussehen.

Angriff - Breel Embolo (Borussia Mönchengladbach): Sein Fallrückzieher zum 1:0 für Gladbach dürfte einen Platz in der Wahl zum Tor des Monats Oktober sicher haben. In Wolfsburg zeigte sich aber erneut seine größte Qualität: seine Power. Embolo führte 46 Zweikämpfe, mehr als jeder andere Spieler in dieser Saison in einer Partie. So beschäftigte er immer wieder die Wolfsburger Verteidiger und holte so auch den Platzverweis für Maxence Lacroix raus. Insgesamt wurde Embolo sechsmal gefoult.

Angriff - Taiwo Awoniyi (Union Berlin): Lange Zeit betrieb der Stürmer Chancenwucher in Mainz. Zweimal verpasste Awoniyi nach Zuspielen von Max Kruse beste Möglichkeiten, als sein Sturmpartner ihn das dritte Mal bediente, war er dann doch erfolgreich. Wenig später erzielte Awoniyi auch noch das 2:1 für Union, beide Treffer machte er dank seiner körperlichen Stärke gepaart mit hohem Tempo und einer mindestens passablen Technik. So war er von den Mainzer Verteidigern nicht zu stoppen und wurde - wenn auch mit später - Kaltschnäuzigkeit zum Mann des Tages.

Angriff - Patrik Schick (Bayer Leverkusen): Bei den Fans von Arminia Bielefeld hat sich der Stürmer mit aufreizenden Aktionen zwar keine Freunde gemacht, seine Leistung war jedoch tadellos. Zwei Tore und ein Assist sind schon ein sehr guter Arbeitsnachweis für einen Offensivspieler, seine Präsenz bei Kopfbällen und seine Stärke am Ball und im Kombinationsspiel veredeln diese Zahlen nochmal. Mit dem ebenfalls starken Florian Wirtz war Schick von Arminia nicht zu bremsen.

Die Sportschau-Elf des 7. Spieltags

Stand: 04.10.2021, 09:12 Uhr

Darstellung: