Schläfrig und verzagt - Borussia Dortmund in der Einzelkritik

Marco Reus

Topspiel in München - Einzelkritik Borussia Dortmund

Schläfrig und verzagt - Borussia Dortmund in der Einzelkritik

Falsche Taktik? Falsche Einstellung? Dortmund war in München ein Schatten seiner selbst. Nur Torwart Roman Bürki erreichte annähernd so etwas wie Normalform. Der BVB in der Einzelkritik.

TOR

Roman Bürki: Vollkommen hilflos stand der Keeper den Münchenern mehr oder weniger alleine entgegen. Von den ersten drei Münchenern Schüssen aufs Tor waren drei drin. Bürki, der bis tief in die erste Hälfte der Dortmunder mit den meisten Ballkontakten war, zeichnete sich zwar mit einigen Paraden aus, konnte aber an der Vorführung des BVB durch den neuen Spitzenreiter nichts ändern.

ABWEHR

Lukasz Piszczek (bis 69. Minute): Nach seiner Verletzung war Dortmunds Rechtsverteidiger noch weit von so etwas wie Normalform entfernt. Gegen Coman hatte Piszczek immer wieder Temponachteile und schaffte es außerdem kaum, sich nach vorne einzuschalten.

Marius Wolf (ab 69. Minute): Auf der Position des Rechtsverteidigers kam Wolf, als alles längst entschieden war und machte dann nicht mehr falsch als Vorgänger Piszczek.

Manuel Akanji: Der Schweizer war nicht ganz so unsicher wie Nebenmann Zagadou, hatte aber wie die gesamte Borussia Probleme in der Zweikampfführung. Beim 0:4 ließ er den kleineren Gnabry im Rücken entwischen und köpfen.

Dan-Axel Zagadou (bis 45. Minute): Zagadou war Sinnbild der Dortmunder Leistung. Vom Kopf her nicht da, körperlich nicht auf der Höhe leitete er mit einem fiesen Aussetzer bei einem Querpass das 0:2 ein. Im Stellungsspiel immer wieder überfordert, kam er oft zu spät und holte sich so auch Gelb für ein Foul gegen Lewandowski ab. Zur Pause erlöste ihn Favre.

Julian Weigl (ab 46. Minute): Er kam zur Halbzeit als Innenverteidiger und spielte deutlich stabiler als Zagadou (56:33 Prozent gewonnener Zweikämpfe). Da Bayern zurückschaltete, hatte er allerdings auch nicht so viel zu tun wie der Franzose im ersten Durchgang.

Abdou Diallo: Auch Diallo war gerade so für das Spiel fit geworden. Er wirkte oft vom Kopf her zu langsam und hatte auf der linken Seite gegen die sehr offensiven Kimmich und Gnabry keine Chance.

MITTELFELD

Axel Witsel: Auch Witsel war nur ein Schatten des Mannes, der im Sommer Dortmunds Königstransfer gewesen war. Wie Delaney war er im Zentrum gegen die bissigeren und gut organisierten Bayern überfordert.

Thomas Delaney: Gegen Münchens - und vor allem Martínez' - Power in der Zentrale war Delaney deutlich überfordert. Der eigentlich für die kämfperischen Momente eingeplante Däne konnten seinen Part zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Damit gehörte die Zentrale eindeutig den Münchnern.

Mahmoud Dahoud (bis 62. Minute): Favre hatte Dahoud wohl als zusätzliche Ballsicherungskompenente eingeplant. Doch wie schon über die gesmate Saison konnte der Hochbegabte diese Anforderung nicht erfüllen. Er hatte zwar den frühen Pfostenschuss (6.), aber sonst kaum etwas zu melden. Durch den Münchener Druck mit Martínez war Dahoud vom Spiel abgeschnitten.

ANGRIFF

Jadon Sancho: Wie die gesamte BVB-Offensive fand auch Sancho überhaupt nicht statt.

Marco Reus: Wenn Reus mal den Ball haben wollte, musste er weit in die eigene Hälfte zurück. Damit wurde Dortmunds Kapitän seiner Tempovorteile gegenüber der Bayern-Abwehr vollkommen beraubt. Gegen die wie ein Uhrwerk arbeitenden Bayern konnte er sich alleine kaum durchsetzen.

Reus: "Großer Rückschlag, weil es auch psychologisch sehr weh tut"

Sportschau 06.04.2019 01:31 Min. Verfügbar bis 06.04.2020 ARD

Jakob Bruun Larsen: Dynamisch leitete Bruun Larsen Dortmunds frühe Chance ein. Das war's. Der Däne ging mit dem gesamten Team unter.

Mario Götze (ab 62. Minute): Ob er dem Dortmunder Spiel von Beginn an in der Spitze mehr Durchschlagskraft gegeben hätte, bleibt Spekulation. Nach seiner Einwechslung tat es Götze jedenfalls nicht - aber da war ja auch schon alles gelaufen.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 07.04.2019, 18 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 06.04.2019, 20:22

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