Griffig und eiskalt - der FC Bayern in der Einzelkritik

Javi Martínez

Topspiel in München - Einzelkritik Bayern München

Griffig und eiskalt - der FC Bayern in der Einzelkritik

Ein souveräner Mats Hummels, ein unüberwindbarer Javi Martínez und eine flexible Offensive - beim Sieg gegen Dortmund passte für Bayern München alles zusammen. Die Münchener in der Einzelkritik.

TOR

Manuel Neuer: Beim frühen Dortmunder Torschuss hatte Neuer Glück. Ansonsten wurde er Null Komma Null geprüft.

ABWEHR

Joshua Kimmich: Gewohnt stark im Zweikampf (74 Prozent gewonnen) entwickelte Kimmich auch viel Vorwärtsdrang und schaffte somit immer wieder Räume auf seiner Seite.

Mats Hummels: In der Geschwindigkeit hat Hummels zwar seine Defizite, das fiel aber beim insgesamt starken Bayern-Abwehrblock nicht auf. In Stellungsspiel und Zweikampf (71 Prozent gewonnen) war er immer auf der Höhe und hatte nicht nur beim 1:0 immer wieder bei Vorstößen Chancen (vier Torschüsse).

Niklas Süle: Mittlerweile ist Süle Bayerns Abwehrchef. Oft stand er defensiv im Eins-gegen-Eins und klärte da alle Situationen souverän (80 Prozente gewonnene Zweikämpfe). Im Gegensatz zu Hummels hielt er sich dafür nach vorne zurück.

David Alaba: Nach vorne war Alaba nicht so aktiv wie Kimmich auf der rechten Seite, nahm aber Sancho komplett aus der Partie.

MITTELFELD

Javi Martínez (bis 76. Minute): Der Spanier beherrschte das Zentrum souverän. Stark in der Balleroberung, toll im Timing war er der Taktgeber in der Arbeit gegen den Ball. Und dann belohnte er sich auch noch mit dem überlegten Schuss zum 3:0. Bei seiner Auswechslung wurde er mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Leon Goretzka (ab 76. Minute): Für eine Viertelstunde durfte der Nationalspieler den Sieg und die Tabellenführung noch mitverwalten.

Javi Martínez: "Wir haben gezeigt, wie stark wir sind"

Sportschau 06.04.2019 01:23 Min. ARD

Thiago Alcantara: Einmal mehr brillierte Thiago als kluger Ballverteiler (95 Ballkontakte) und schlug dazu extrem gefährliche Standards (sieben Torschussvorlagen). Als kreativer Gegenpart ergänzte er sich im Zentrum perfekt mit Martínez.

Thomas Müller (bis 80. Minute): Man merkte Müller an, dass er sich im Topspiel behaupten wollte. Als großer Aktivposten erarbeitete und suchte er Räume. In der 20. Minute traf er per Kopfball die Latte, legte später das 4:0 durch Gnabry mit einer feinen Flanke auf. Wie alle anderen Bayern schaltete er in Durchgang zwei zurück.

Renato Sanches (ab 80. Minute): War auch noch ein paar Minuten beim bayerischen Freudenfest dabei.

ANGRIFF

Serge Gnabry: Als ständiger Unruheherd bewegte sich Gnabry viel zwischen den Linien (36 Sprints) und nutzte damit Dortmunds Schläfrigkeit in der Defensive perfekt aus. Mit einem seiner Diagonalläufe stand er dann beim 4:0 für Müllers Flanke genau richtig.

Robert Lewandowski: Der Mittelstürmer war extrem mannschaftsdienlich unterwegs. Sehr einsatzfreudig holte er sich auch tief die Bälle und bestach wieder in Ballverarbeitung und -behauptung. Vor dem 1:0 räumte er am kurzen Pfosten für Hummels ab. Beim 2:0, seinem 200. Bundesliga-Treffer, hatte er gegen Zagadou den richtigen Riecher und vollendete dann mit Köpfchen und technisch fein. Das 5:0 war sein achter Torschuss.

Kingsley Coman (bis 68. Minute): Der Franzose war nicht so gut ins Spiel eingebunden wie Gnabry auf der anderen Seite. Allerdings machte er mit Läufen in die Tiefe immer wieder Druck.

Franck Ribéry (ab 68. Minute): Ribéry durfte in der zweiten Hälfte ran, war sehr aktiv, konnte die Münchener aber insgesamt nicht mehr aus ihrem Verwaltungsmodus bewegen.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 07.04.2019, 18 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 06.04.2019, 20:22

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