Bundesliga

Kampf um Conference League: Trostpflaster oder Krönung

Vier Teams kämpfen noch um die Teilnahme an der neuen Conference League. Bei aller Kritik an einem weiteren europäischen Wettbewerb - letztlich will doch jeder teilnehmen, dem sich die Möglichkeit bietet.

Für die einen wäre es die Krönung einer guten Saison, für die anderen eher ein schwacher Trost. Der Kampf um den plötzlich so begehrten siebten Platz in der Fußball-Bundesliga eröffnet Klubs einen internationalen Startplatz, der gar nicht einkalkuliert war oder federt das Verpassen eines lukrativen Wettbewerbes ab. Aussichtsreichster Anwärter ist der Tabellensiebte 1. FC Union Berlin, der mit 47 Punkten nur einen Zähler vor Borussia Mönchengladbach liegt. Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg (beide 45) befinden sich im Kampf um die neue Conference League in Lauerstellung.

Zingler: "Sensationell"

Für die Köpenicker wäre die Teilnahme an den Playoffs zum neuen Wettbewerb nach dem zweiten Bundesligajahr außergewöhnlich. "Das wäre sensationell, die Krönung. Wenn man das schafft, wäre es eine riesengroße Kirsche auf der Sahnetorte, die wir ohnehin schon essen", sagte Union-Präsident Dirk Zingler vor der Partie gegen RB Leipzig am Samstag (22.05.2021).

Mit einem Sieg gegen den Meisterschaftszweiten wäre Union sicher qualifiziert, bei einem Unentschieden könnten alle siegreichen Konkurrenten vorbeiziehen, wobei Stuttgart (gegen Arminia Bielefeld) und Freiburg (bei Eintracht Frankfurt) schon höhere Siege benötigen. "So eine Chance bietet sich nicht jedes Jahr, deswegen wollen wir die auch nutzen", sagte Berlins Kapitän Christopher Trimmel.

Eberl: "Großartiger Erfolg"

Für die Gladbacher, die in diesem Jahr das Achtelfinale der Champions League erreicht hatten, wäre der neue Wettbewerb nach einem schwierigen Halbjahr mit dem scheidenden Trainer Marco Rose eher ein schwacher Trost. Doch Max Eberl widerspricht vehement. "Ich finde das ein bisschen despektierlich, wie darüber gesprochen wird, weil ich finde, dass man in Europa immer tolle Spiele und tolle Events hat, egal gegen wen und in welcher Stadt", befand Borussias Sportdirektor. Jeder Wettbewerb in Europa sei für Mönchengladbach ein großartiger Erfolg, betonte Eberl.

Gladbachs Weltmeister Christoph Kramer denkt auch an die dadurch wachsende Anzahl von Spielen. "Unser Kader ist in der Qualität und Breite darauf angelegt, dass wir europäisch spielen. Jeder Sportler ist glücklicher und zufriedener, wenn er zu vielen Einsatzzeiten kommt", sagte der 30-Jährige. In Bremen steht die Borussia allerdings vor keiner leichten Aufgabe, Werder kämpft mit Interimstrainer Thomas Schaaf gegen den Abstieg.

Stuttgart und Freiburg hoffen

Freiburgs Coach Christian Streich hatte die Conference League schon fast abgeschrieben, jetzt bietet sich doch noch eine kleine Möglichkeit. "Wir spielen im letzten Spiel auf Sieg und müssen hoffen, dass die anderen Mannschaften einen Fehler machen", sagte Freiburgs EM-Fahrer Christian Günter. Darauf muss auch Aufsteiger Stuttgart hoffen. "Das wäre dann tatsächlich nicht nur die Kirsche, sondern auch noch das Sahnehäubchen auf der Kirsche", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.