Marco Richter

Fußball | Bundesliga

Hertha-Schock, Trainer-Abschiede, Lewandowski-Wirbel

Stand: 15.05.2022, 09:41 Uhr

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga hat für große Emotionen gesorgt. Der VfB bleibt drin, Hertha muss zittern. Dazu gab es zwei Trainer-Abschiede. Alle Entscheidungen des letzten Spieltags im Überblick.

Dramatik pur bot die Fußball-Bundesliga beim Saisonfinale. In letzter Minute schaffte der VfB Stuttgart die Rettung und schickte Hertha BSC in die Relegation.

Gibt es für die Berliner wie 2012 ein böses Erwachen im Duell mit dem Zweitliga-Dritten? Der als Retter geholte Trainer Felix Magath bekommt damit noch zwei Auftritte in der Relegation. Für seine beiden Kollegen Adi Hütter und Markus Weinzierl war bereits am Samstag Schluss auf ihren Stationen in Gladbach und Augsburg.

Magath macht vor Relegation Mut

Hertha Trainer Felix Magath regt sich im Spiel gegen den BVB an der Seitenlinie auf

Hertha-Trainer Felix Magath an der Seitenlinie im Spiel gegen den BVB.

Dreimal stand Hertha BSC in den letzten drei Spielen dicht vor der Rettung, dreimal folgte der späte Schock. Nun müssen die Berliner nachsitzen. Es droht wie 2012 der Abstieg in der Relegation.

"Wir haben zwei Spiele, in diesen zwei Spielen müssen wir es richten", sagte Manager Fredi Bobic nach dem bitteren 1:2 in Dortmund. Magath übte sich in Optimismus: "Sollten wir diese Leistung von heute wiederholen, haben wir gute Aussichten, in der Bundesliga zu bleiben."

Ekstase in Stuttgart

Jubel und Platzsturm nach dem gewonnenen Spiel der Stuttgarter gegen Köln und dem Klassenerhalt

Jubel und Platzsturm nach dem gewonnenen Spiel der Stuttgarter gegen Köln.

Der VfB Stuttgart war in dieser Saison so ziemlich das Gegenstück zur Hertha. Der Klub lag wochenlang auf einem Abstiegsplatz, bewahrte trotzdem die Ruhe und hielt an Trainer Pellegrino Matarazzo fest.

Das zahlte sich am Ende aus, auch wenn es eines Treffers in der Nachspielzeit beim 2:1 gegen den 1. FC Köln bedurfte. "Das war Ekstase pur", sagte Matarazzo: "Ich weiß gar nicht, was passiert ist und wer das Tor geschossen hat. Es war ein toller Abschluss und extrem spannend."

Pellegrino Matarazzo: "Brutal schöner Moment für alle"

Sportschau 14.05.2022 02:37 Min. Verfügbar bis 14.05.2023 ARD


Hütter und Gladbach trennen sich im Guten

7,5 Millionen Euro hat sich Borussia Mönchengladbach vor der Saison die Dienste von Adi Hütter kosten lassen. Nach einer enttäuschenden Saison wurde das große Missverständnis beendet.

Beide Seiten einigten sich auf das Ende der Zusammenarbeit, wie nach dem abschließenden 5:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim bekannt wurde. Kommt es nun zur Rückkehr von Lucien Favre? Der Name des Schweizers löst rund um den Borussia-Park jedenfalls große Begeisterung aus. Schließlich hatte Favre die Borussia einst in einer schier aussichtslosen Lage gerettet und anschließend nach Europa geführt.

"Respektvoller Umgang" - Hütter und Gladbach trennen sich im Guten

Sportschau 14.05.2022 01:18 Min. Verfügbar bis 14.05.2023 Das Erste

Weinzierl schmeißt beim FC Augsburg hin

Es war wohl fehlende Wertschätzung, die Markus Weinzierl veranlasste, selbst die Konsequenzen zu ziehen. Der Trainer kündigte nach dem 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth seinen Abschied als Trainer des FC Augsburg an.

Weinzierl: "Gestern Abend ist die Entscheidung gefallen"

Sportschau 14.05.2022 02:43 Min. Verfügbar bis 14.05.2023 ARD


Es sei ein "klares Zeichen" gewesen, dass es vor dem letzten Spieltag noch keine Unterredungen über die Zukunft gegeben habe, befand Weinzierl und stellte Manager Stefan Reuter vor vollendete Tatsachen.

Lewandowski will im Sommer weg

Robert Lewandowski mit der Hand auf dem Herz nach dem Spiel der Bayern gegen Wolfsburg

Der letzte Auftritt im Bayern-Trikot von Robert Lewandowski?

Seine Worte klangen bereits nach Abschied. "Klar, ich habe noch ein Jahr Vertrag", sagte Robert Lewandowski. Aber er habe Sportvorstand Hasan Salihamidzic gesagt, "dass, wenn ein Angebot kommt, dann müssen wir darüber nachdenken - auch für den Verein. Beide Seiten müssen an die Zukunft denken. Mehr kann ich nicht sagen", erklärte der alte und neue Torschützenkönig der Bundesliga nach dem 2:2 beim VfL Wolfsburg.

Laut Medienberichten soll sich sein Manager bereits mit dem FC Barcelona auf einen Wechsel geeinigt haben. Nun sind die Bayern am Zug. Lassen sie ihren 33 Jahre alten Torgaranten für eine millionenschwere Entschädigung ziehen?

Tränen und Trauer in Bielefeld

Arminia Bielefeld muss runter in die zweite Liga - zum achten Mal. Am letzten Spieltag der Bundesliga benötigte die Arminia ein Fußball-Wunder, um doch noch die Relegation zu erreichen. Aber das Wunder blieb aus. RB Leipzig qualifizierte sich durch das Remis auf der Bielefelder Alm für die Champions League.

Schlauchboot ohne Power - Bielefelds Abstieg im Rückblick

Als "Schlauchboot im Rennen mit Motorbooten" hat sich Bielefeld letzte Saison bezeichnet. In dieser Spielzeit hatte das Boot des DSC zu wenig Power für den Klassenerhalt. Ein Rückblick.

ielefelds Florian Krüger (M) im Kampf um den Ball mit Frankfurts Martin Hinteregger (l) und Evan N'Dicka

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

Erstmals musste der DSC mit einem direkten Abstiegsrang Bekanntschaft machen - nach dem 1:1 gegen Augsburg fiel Bielefeld auf Platz 17 zurück. Gerade mal vier Tore nach acht Spielen waren vor allem offensiv ein Armutszeugnis.

Masaya Okugawa erlöste die Westfalen am 11. Spieltag: Sein Tor beim 1:0 in Stuttgart bedeutete den ersten Sieg des DSC und den wiederhergestellten Anschluss an die Nicht-Abstiegsränge. Zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer und den dort liegenden VfB Stuttgart hatte Bielefeld zu diesem Zeitpunkt.

Ab dem 16. Spieltag bekamen die Hoffnungen auf den Klassenerhalt weiteren ernsthaften Nährboden. Sechs Spiele in Folge blieb Bielefeld ungeschlagen, kletterte so bis auf Platz 14 und durfte sich wieder berechtigterweiese mit einem dritten Jahr im Oberhaus beschäftigen.

Sieben Spiele vor dem Ende mussten die Westfalen eine 0:4-Klatsche gegen Mainz hinnehmen. Erneut geriet der DSC ins Hintertreffen und fiel auf Platz 17 zurück. Das Sorgenkind blieb die Offensive. 22 Tore in 27 Spielen waren bei weitem nicht bundesligareif. Da half auch die relativ gute Defensive (38 Gegentore, genauso viele wie der BVB) nicht. Vor allem, wenn sie mal wie in Mainz versagte.

Ein 0:3 gegen München vier Spieltage vor Schluss brachte das Aus für Trainer Frank Kramer. Die Vereinsführung hatte das Vertrauen in den Coach verloren und traute ihm nicht zu, das Ruder noch rumzureißen. In den restlichen vier Spielen sollte nun Marco Kostmann dafür sorgen, dass die Arminia drei Zähler auf den rettenden 15. Platz oder zumindest zwei Zähler auf die Relegation aufholt.

Doch die Bielefelder punkteten auch danach nicht - trotz guter Chancen dazu. Bezeichnend dafür die vergebene Großchance auf den Ausgleich von Burak Ince fünf Minuten vor Schluss gegen Köln. Oder das Eigentor von George Bello am 33. Spieltag in der 89. Minute gegen Bochum zum 1:2. Dieses besiegelte fast schon den sicheren Abstieg: Drei Zähler und ein deutlich schlechteres Torverhältnis gegenüber Stuttgart - Bielefeld brauchte im letzten Spiel ein Fußball-Wunder.

Doch das Wunder blieb aus: Mit einem 1:1 gegen RB Leipzig verabschiedete sich Arminia Bielefeld am letzten Spieltag aus der Fußball-Bundesliga. Das so oft zitierte "verflixte zweite Jahr" hatte nun auch den DSC erwischt. Für Bielefeld ist es der achte Gang in die Zweitklassigkeit. Nur Nürnberg musste das noch einmal mehr hinnehmen.

Für Freiburg hat es hingegen mit der Champions League nicht geklappt. Der SC Freiburg verlor mit 1:2 bei Bayer Leverkusen und spielt in der kommenden Saison in der Europa League.

Frankfurts Vorfreude auf das Finale in Sevilla

Trainer Oliver Glasner war mit der Generalprobe von Eintracht Frankfurt für das Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers am Mittwoch sehr zufrieden. "Es hat mir gefallen, dass sich die Jungs gewehrt haben. Sie haben gemerkt, dass sie einfach diesen Punch brauchen. Wir werden uns jetzt mit großer Freude auf die Glasgow Rangers vorbereiten", sagte der 47 Jahre alte Österreicher nach dem 2:2 im Derby beim 1. FSV Mainz 05.

Quelle: dpa

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