Profiklubs beschließen DFL-Reform

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL)

Mitgliederversammlung in Frankfurt

Profiklubs beschließen DFL-Reform

Die deutschen Profiklubs haben sich bei ihrer Versammlung am Dienstag (18.06.2019) im Frankfurter Vorort Neu-Isenburg auf eine moderate Strukturreform der Deutschen Fußball Liga (DFL) verständigt.

Nach dem Willen der Vereine wird es künftig keinen Präsidenten mehr geben, das Präsidium soll aber unverändert aus sieben gewählten Mitgliedern der Klubs und zwei DFL-Vertretern bestehen. Sprecher des Gremiums wird DFL-Geschäftsführer Christian Seifert (50).

Konsensmodell scheint gefunden

DFL-Präsident Reinhard Rauball hatte im September 2018 seinen Rückzug nach zwölf Jahren an der Spitze angekündigt. Der 72-Jährige hatte gleichzeitig eine neue Ordnung angeregt. Seitdem war die DFL auf der Suche nach einem Konsensmodell. Die neue Struktur wird bei der Versammlung am 21. August in Berlin in Kraft treten.

"Alle wesentlich Beschlüsse wurden einstimmig getroffen. Die Bundesliga und die 2. Liga haben große Geschlossenheit demonstriert und gezeigt, dass sie die Zukunft gemeinsam angehen möchte", sagte Rauball: "Veränderungsfähigkeit ist erforderlich. Wenn sich die Zeiten ändern, muss man sich anpassen. Das ist der Weg, um den Herausforderungen angemessen zu begegnen."

Die kommenden Aufgaben der DFL sind bereits klar. Dabei geht es in erster Linie um die Europacup-Reform und die Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga und der 2. Liga. "Bei der Gestaltung der europäischen Wettbewerbe stehen wir keiner Reform im Wege. Wir wollen mitgestalten - aber die bisherigen Vorschläge sind nicht zielführend", äußerte Seifert: "Die nationalen Medienrechte wollen wir Ende des ersten Quartals oder zu Anfang des zweiten Quartals 2020 vergeben. Nach der Sommerpause werden wir die konstruktiven Gespräche mit dem Bundeskartellamt fortsetzen."

Rauball zieht sich von DFL-Aufgaben zurück

Sportschau 10.09.2018 00:47 Min. ARD

Ein Widerspruchsrecht der Mitgliederversammlung beim Abschluss von Medienverträgen ist künftig erst ab 100 Millionen Euro pro Jahr (bisher 30 Millionen) vorgesehen, damit erhöht die DFL ihre Handlungsgeschwindigkeit. "Bei einer Power von fast 4,5 Milliarden Euro ist schon erforderlich, dass auch wir uns anpassen, wenn sich die Zeiten ändern", sagte Rauball mit Verweis auf den zuletzt vermeldeten Rekordumsatz der 1. und 2. Liga.

Weiter zweigliedrige Organisation

Die DFL besteht aber weiter aus einer zweigliedrigen Organisation mit GmbH und e.V. Der Schritt zu einer eingleisigen Organisation bedürfe noch einer umfassender rechtlichen Prüfung und Beratungen, so Rauball.

Eine Funktion in der FIFA- oder UEFA-Exekutive für sich selbst schloss Seifert aus - "das ist zeitlich nicht in Einklang zu bringen." Der strukturelle Wandel beim DFB, in dessen Präsidium Seifert auch sitzt, sieht er längst als notwendig an und betonte dies mit einer ironischen Bemerkung noch einmal: "Man hatte den Eindruck, dass das Problem der Organisation immer in dem Präsidenten bestanden hat, der gerade zurückgetreten ist."

sid/dpa | Stand: 18.06.2019, 15:46

Darstellung: