Alle Klubs bekommen die Lizenz, Punktabzüge aber möglich

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Alle Klubs bekommen die Lizenz, Punktabzüge aber möglich

Das wegen der Coronavirus-Pandemie teilweise ausgesetzte Lizenzierungsverfahren im deutschen Profifußball soll wieder aktiviert werden, härtere Sanktionen sind dann wieder möglich. Doch es bleiben Ausnahmen.

Die Regeln des Lizenzierungsverfahrens, die Ende April 2020 unter dem Eindruck der finanziellen Auswirkungen der Pandemie teilweise außer Kraft gesetzt worden waren, sollen zur Saison 2021/22 nach Informationen der Sportschau grundsätzlich wieder gelten.

Eine Online-Vollversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten soll sich demnach am Donnerstag (18.02.2021) mit diesem Thema beschäftigen. Das bestätigte die Deutsche Fußball Liga (DFL) der Sportschau am Dienstag, zuerst hatte das Fachmagazin "Kicker" berichtet.

Wirtschaftlichkeit wird wieder geprüft, aber jeder bekommt die Lizenz

Grundsätzlich soll jeder sportlich qualifizierte Klub die Lizenz für die Saison 2021/22 in der Bundesliga und der 2. Bundesliga erhalten - unabhängig von seiner finanziellen Lage. Das Lizenzierungsverfahren beginnt Mitte März. Folgende Aspekte werden dabei wichtig:

  • Liquiditätsberechnung: Im Frühjahr 2020 hatte die Versammlung beschlossen, dass eine Liquiditätsberechnung vor der Saison 2020/21 nicht erfolgt. Das soll sich zur Saison 2021/22 wieder ändern.
  • Bedingungen: Hier soll es im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie weiter Spielraum geben. Bei einer Unterdeckung der Liquidität mussten die Klubs früher vor der Lizenzerteilung Bedingungen erfüllen, um die Spielberechtigung zu erhalten. Das soll zur Saison 2021/22 in dieser Form noch nicht wieder erfolgen.
  • Auflagen: Stattdessen soll es zumindest zu Auflagen kommen. Diese wurden sonst erst nach erfolgter Lizenzerteilung ausgesprochen. Diese müssen finanzschwache Klubs nun bis zum Herbst erfüllen, was zu Zurückhaltung auf dem Transfermarkt führen könnte.
  • Sanktionen: Diese waren zunächst ganz oder teilweise ausgesetzt worden. Nun sollen Sanktionen wieder möglich sein, wenn Klubs die Auflagen nicht rechtzeitig erfüllen. Dann kann es beispielsweise zu Punktabzügen kommen.

Diesen Rahmenbedingungen muss die Mitgliederversammlung am Donnerstag aber erst noch zustimmen. Andere Teile des Lizenzierungsverfahrens galten zu jeder Zeit, beispielsweise zur Infrastruktur der Stadien oder zu den Vorgaben bei der Jugendarbeit.

DFL-Chef Seifert rief Klubs zur Kostensenkung auf

Die vollumfängliche Rückkehr des Lizenzierungsverfahren ist für einen integren Wettbewerb wichtig. Der finanzielle Spielraum, der durch die Aussetzung von Bedingungen gewährt wird, soll aber zugleich den Umständen der Pandemie Rechung tragen. Die Einnahmen der Klubs waren beispielsweise durch ausbleibende Verkäufe von Eintrittskarten erheblich gesunken. Viele Klubs befinden sich finanziell in einer schlechten Lage.

Eine Verkleinerung der Ausgabenseite wird für viele Klubs nun deshalb erforderlich sein. Und da besteht offenbar Nachholbedarf. "Der ein oder andere Club wird auch weiter an seiner Kostenbasis arbeiten müssen. Ich habe jetzt die Bilanz gesehen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im Dezember: "Einige Klubs haben zu wenig an der Front der Spielergehälter gemacht."

Bundesliga - kommt eine Gehaltsobergrenze? sport inside 27.01.2021 11:37 Min. Verfügbar bis 27.01.2022 WDR

nch | Stand: 16.02.2021, 18:52

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