Watzke: "Generalverdacht gegen Fans nicht in Ordnung"

Nach Bedenken der Polizei bei Spielen ohne Zuschauer

Watzke: "Generalverdacht gegen Fans nicht in Ordnung"

Der unter anderem von der Polizei geäußerten Sorge, bei Bundesligaspielen ohne Zuschauer würden sich Fans vor dem Stadion versammeln, widerspricht Hans-Joachim Watzke. "Ich kenne keine Fangruppierung, die für Aufläufe vor den Stadien sorgen wird", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund bei "sky".

Sollte es solche "Exzesse" geben und damit gegen die in der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln verstoßen werden, "wäre wieder Schluss mit einem Spielbetrieb", sagte Watzke. Aber er betonte: "Den Fußball unter Generalverdacht zu stellen, ist auch nicht in Ordnung."

Zuvor hatte unter anderem die Gewerkschaft der Polizei davor gewarnt, dass Fans sich in größeren Gruppen bei Geisterspielen vor den Arenen versammeln könnten. "Das wäre verheerend. Es darf während dieser Pandemie nicht zu großen Menschenansammlungen vor den Stadiontoren kommen. Das ist nicht nur verboten, es wäre unverantwortlich", sagte GdP-Vize Jörg Radek in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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Auch die Fans widersprechen der Polizei. "Aktive Fans zeichnen sich durch die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung aus. Deshalb bin ich mir sicher, dass sie sich dieser Verantwortung auch künftig bewusst sein werden", sagte Helen Breit, Sprecherin der Fanorganisation "Unsere Kurve", zur Sportschau: "Die Fans werden sich weiterhin kritisch äußern, aber nicht verantwortungslos handeln. Daher werden sie sich bei den möglichen Geisterspielen sicher auch an die behördlichen Auflagen halten."

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"Dann kommen die Weißen Ritter"

Watzke warnte am Sonntag (26.04.2020) vor tiefgreifenden Veränderungen, falls Vereine bei ausbleibenden Einnahmen von Fernsehgeldern in die Insolvenz gehen müssten: "Und jeder weiß, wenn es Insolvenzen gibt, kommen auch die sogenannten Weißen Ritter, die dann sagen, wir geben euch Geld, aber ihr müsst dafür sorgen, dass 50+1 fällt. Man muss aufpassen, dass sich nicht jetzt Entwicklungen abspielen im Fußball, die wir nie wieder zurückgebracht kriegen. Wenn wir am 30. Juni die Saison nicht zu Ende gebracht haben, dann stehen wir vor riesigen Regressforderungen."

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dpa/red | Stand: 26.04.2020, 13:46

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