Ex-Schiedsrichter klagt gegen den DFB

Malte Dittrich

Festanstellung für Unparteiische

Ex-Schiedsrichter klagt gegen den DFB

Von Cedrik Pelka

Schiedsrichter sollen vom DFB angestellt werden, fordert der ehemalige Unparteiische Malte Dittrich. Es sei unrechtmäßig, dass sein Vertrag 2015 nicht verlängert wurde. Das Amtsgericht hatte die Klage abgewiesen, jetzt geht Dittrich in die Berufung. Sollte er gewinnen, könnte das für den Verband teuer werden.

Der Bremer Malte Dittrich war jahrelang Profischiedsrichter. Von 2006 bis 2015 pfiff er Spiele in der 3. Liga, er assistierte in der 2. Bundesliga, und in der Bundesliga war er als Vierter Offizieller eingesetzt. Insgesamt war er fast 200 Mal im Einsatz. Dann kam der Brief: Der Vertrag beim DFB wird nicht verlängert.

Dittrich wurde wie alle Schiedsrichter jeweils für ein Jahr angestellt - also befristet. Neun Mal wurde sein Vertrag verlängert, 2015 wurde er aus Leistungsgründen von der Schiedsrichterliste genommen. Er bekam keinen neuen Vertrag. Ein Jahr später zog Dittrich vor das Arbeitsgericht Frankfurt.

Amtsgericht gibt dem DFB Recht

"Mein Antrag vor Gericht lautet, dass ich weiter beim DFB beschäftigt bleibe", erklärt Dittrich. Er sieht sich als Angestellter des DFB und nicht als selbständiger Mitarbeiter. Dittrichs Klage wies das Arbeitsgericht Frankfurt aber ab. Es folgte den Argumenten des DFB.

Der Schiedsrichter sei "nicht, wie ein Arbeitnehmer, prägenden Weisungen hinsichtlich Zeit, Ort und Inhalt seiner Tätigkeit unterworfen", heißt es im Urteil.

Dittrich geht in Berufung

Ein Schiedsrichter im gelben trikot zeigt einem Frankfurter Spieler im weißen trikot die gelbe Karte.

Malte Dittrich im Einsatz in der 3. Liga

"Das Urteil hinkt", sagt Dittrich im Gespräch mit sportschau.de. "Natürlich gibt es fachliche Weisungen. Das beste Beispiel ist doch der Videobeweis: Den Schiedsrichtern wurde mehrmals gesagt, wie sie damit umzugehen hätten. Außerdem sind wir in der Regelauslegung an die Anweisungen des DFB gebunden."

Am Donnerstagmorgen (15.03.2018) beginnt das Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht Hessen. "Ich will, dass die Situation geklärt wird", sagt Dittrich. Das System sei "krank" und "unfair". Die Schiedsrichter könnten immer nur von Jahr zu Jahr planen. Zur Not will der Jurist bis vor das Bundearbeitsgericht ziehen.

Sollte Dittrich mit seiner Klage durchkommen, könnte es für den DFB teuer werden. Er müsste die rund 100 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter von der ersten bis zur dritten Liga fest anstellen. Diese hätten dann einen Anspruch auf bezahlten Urlaub und Sozialabgaben. Der DFB wollte sich dazu nicht äußern.

Unterschiedliche Reaktionen bei den Schiedsrichtern

Bei den Unparteiischen der oberen Ligen kommt der Schritt vors Gericht unterschiedlich gut an. Dittrich: "Manche Schiedsrichter haben mir gesagt, dass sie das mutig und richtig finden. Auch sie wollen Klarheit. Ich habe aber auch von anderen gehört, die eigentlich ganz zufrieden mit der aktuellen Situation sind."

In Deutschland gibt es keine Profi-Schiedsrichter wie in einigen Nachbarländern. Viele Schiedsrichter sind neben dem Sport selbständig und arbeiten zum Beispiel als Arzt oder Chemiker. Die meisten müssen Kompromisse mit ihren Arbeitgebern finden.

mit dpa | Stand: 14.03.2018, 19:58

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