DFB-Präsident Fritz Keller: "Wünsche mir mündige Spieler"

DFB-Präsident Fritz Keller

Tötung von George Floyd

DFB-Präsident Fritz Keller: "Wünsche mir mündige Spieler"

DFB-Präsident Fritz Keller hat Verständnis für den Protest einiger Bundesliga-Profis gegen Rassismus und Polizeigewalt geäußert. Trotzdem könnte der DFB-Kontrollausschuss eingreifen.

"Ich habe großen Respekt vor Spielerinnen und Spielern, die Haltung haben und ihre Solidarität zeigen, solche mündigen Spielerinnen und Spieler wünsche ich mir, auf sie bin ich stolz", wird Keller in einer DFB-Mitteilung vom Montag (01.06.2020) zitiert. Am Wochenende hatten der Schalker Weston McKennieGladbachs Marcus Thuram und die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd gegen Polizeigewalt protestiert.

"Moralisch kann ich die Aktionen am vergangenen Wochenende absolut verstehen. Was in den USA passiert ist, kann niemanden kalt lassen", sagte Keller. "Wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, dann ist dies unerträglich. Wenn sie aufgrund ihrer Hautfarbe sterben, dann bin ich tief bestürzt."

Bundesligaprofis positionieren sich gegen Polizeigewalt

Sportschau 31.05.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 ARD

Prüfung durch den DFB-Kontrollausschuss

Dennoch könnten die Spieler für ihre Solidaritätsbekundungen sanktioniert werden, denn politische Äußerungen sehen die Verbände im Fußball nicht gerne. In der "DFL-Richtlinie zu Spielkleidung und Ausrüstung" heißt es: "Politische und/oder andere Mitteilungen auf den Ausrüstungsgegenständen sind keinesfalls erlaubt." 

Nun befasst sich der DFB-Kontrollausschuss mit den Protestbekundungen der Bundesligaspieler. "Im Laufe der nächsten Tage", so hatte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner angekündigt, werde man sich "diesen Vorkommnissen annehmen und die Sachverhalte entsprechend prüfen."

"Ob es in den vorliegenden Fällen zu Sanktionen kommen muss, bleibt abzuwarten", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Es gehe bei der Überprüfung nun "auch darum festzustellen, ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind. International gilt, dass die unmittelbare Phase des Spiels frei bleiben soll von politischen Äußerungen und Botschaften jeder Art."

Kritik am Vorgehen des DFB

Nicht alle in der Bundesliga sind mit dem Vorgehen des DFB einverstanden. "Wenn der Kontrollausschuss dagegen ermittelt, dann muss man sich fragen, ob wir noch die gleichen Werte haben", sagte Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert. "Es geht um ein globales Thema: Dem Nein zu Rassismus."

Auf seiner Facebook-Seite verteidigt DFB-Vizepräsident Koch das Einschalten des Kontrollausschuss:

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red/sid/dpa | Stand: 01.06.2020, 19:41

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