FC Bayern macht die 100 Tore voll

FC Bayern macht die 100 Tore voll

Von Jörg Strohschein

Der FC Bayern hat am 34. Spieltag die Schallmauer von 100 Treffern durchbrochen. Die Geschichte lehrt allerdings, dass man den Titel auch mit deutlich weniger Toren gewinnen kann.

Serge Gnabry (l.), Benjamin Pavard (m.) und Robert Lewandowski bejubeln die Führung gegen Düsseldorf

Der FC Bayern hat sich nicht nur die Meisterschaft in dieser Saison gesichert, sondern auch die magische 100-Tore-Grenze erreicht. Damit haben die Münchner durchschnittlich 2,9 Treffer pro Partie erzielt. Viel deutlicher kann man nicht nachweisen, dass man der Konkurrenz um Lichtjahre entrückt ist.

Der FC Bayern hat sich nicht nur die Meisterschaft in dieser Saison gesichert, sondern auch die magische 100-Tore-Grenze erreicht. Damit haben die Münchner durchschnittlich 2,9 Treffer pro Partie erzielt. Viel deutlicher kann man nicht nachweisen, dass man der Konkurrenz um Lichtjahre entrückt ist.

Maßgeblich beteiligt an dieser Tore-Marke ist Angreifer Robert Lewandowski. Allein der Pole hat 34 Mal für den FCB eingenetzt - und damit mehr als ein Drittel aller FCB-Treffer erzielt.

Und doch bleibt Lewandowski der Sprung auf das oberste Torjäger-Podium des FC Bayern weiterhin verwehrt. Mit Gerd Müller hatten die Münchner ab Mitte der 60er Jahre einen Spieler, der noch treffsicherer war. Müller erzielte in der Saison 1971/72 sage und schreibe 40 Tore für den FCB. Ein Rekord, der immer noch Bestand hat. Allein in fünf Spielzeiten gelangen Müller mindestens 30 Tore. Bei Lewandowski sind es derzeit drei Saisons mit mindestens 30 Treffern.

Nur einer Mannschaft ist es seit der Einführung der Bundesliga schon einmal gelungen, die 100-Tore-Schallmauer zu durchbrechen: dem FC Bayern. In der Saison 1971/72 erzielte das Team um Müller, Paul Breitner und Franz Beckenbauer 101 Tore und wurde mit drei Punkten (es galt noch die Zwei-Punkte-Regelung) Vorsprung deutscher Meister vor dem FC Schalke 04 (76 Tore) - den die Münchner am letzten Spieltag souverän mit 5:1 besiegten.

Andere Klubs sind in den Jahren mehr oder weniger knapp daran vorbeigeschrammt. Allen voran natürlich der FC Bayern, dem mal 98 Tore (2013) gelangen, 95 (1974) oder 94 (2014). Mit dabei ist aber auch der Hamburger SV. In seiner glorreichen Zeit erzielte der HSV einmal 95 Tore (1982) und wurde deutscher Meister - lange vorbei.

Dass man auch mit deutlich weniger Toren die Schale einfahren kann, hat Eintracht Braunschweig 1966/67 gezeigt. Das Team von Trainer Helmuth Johannsen benötigte lediglich 49 Tore in 34 Partien, um sich den Titel zu sichern. Das war die bislang schlechteste Torausbeute eines Meisters - und entspricht einem Durchschnitt von 1,4 Toren pro Spiel. Aber: Wer nur 27 Tore kassiert (0,8 pro Spiel), der hat das Erfolgsgeheimnis dann doch gefunden.

Die Braunschweiger benötigten vor allem Angreifer Lothar Ulsaß, der als bester Torschütze 14 der 49 Treffer erzielte. Ulsaß war in dieser Spielzeit zwar weit entfernt von den besten Torjägern der Liga - Lothar Emmerich (BVB, 28 Tore) und Gerd Müller (FCB, 28Tore) - und doch konnte der Braunschweiger am Saisonende über die Meisterschale jubeln.

Nur ins gegnerische Tor zu treffen, genügt aber nicht, um am Ende erfolgreich zu sein. Auch die Abwehr muss stabil sein. Mit 32 Gegentoren mussten die Münchner in dieser Spielzeit auch die wenigsten Gegentore aller Mannschaften hinnehmen. Das hat der FCB allerdings schon einmal deutlich besser hinbekommen. In der Saison 2015/16 erzielten die Münchner zwar auch stattliche 80 Treffer. Aber die Zahl der Gegentore war mit 17 kaum der Rede wert.

Robert Lewandowski ist immerhin auf einem guten Weg, sich zumindest den zweiten Platz in der ewigen Torjägerliste des FCB zu sichern. 240 Tore hat er für die Bayern bei 284 Einsätzen erzielt. Gerd Müller wird der Pole aber trotz Vertrags bis Sommer 2023 wohl nicht mehr einholen können. Der "Bomber der Nation" erzielte bei 576 Einsätzen unglaubliche 515 Tore für die Münchner. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Stand: 27.06.2020, 17:05 Uhr

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