Bundesligisten in Kleingruppen zurück auf dem Trainingsplatz

Trainingsbilder des 1. FC Köln mit Cheftrainer Markus Gisdol

Coronavirus

Bundesligisten in Kleingruppen zurück auf dem Trainingsplatz

Die Bundesliga bereitet sich auf eine mögliche Wiederaufnahme der Saison vor. Viele Teams haben am Montag (06.04.2020) in Kleingruppen das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter besonderen Schutzvorkehrungen. Auch Werder Bremen darf wieder trainieren - ab Dienstag.

Horst Heldt erschien mit einem breiten Lächeln zur Videokonferenz am Montagmittag (06.04.2020). Der Manager des 1. FC Köln hatte deshalb so gute Laune, weil er endlich mal wieder über das Thema Auskunft geben konnte, was ihn am meisten bewegt: den Fußball.

Es war der erste Tag nach dem durch die Coronakrise bedingten Trainingsstopp, an dem die Kölner Spieler abseits von Waldläufen oder Kraftübungen in den heimischen vier Wänden wieder ihrem eigentlichen Beruf nachgehen können. "Natürlich machen wir das unter Berücksichtigung aller behördlicher Auflagen und sämtlicher Schutzmaßnahmen", sagte Heldt. "Aber das ist ein erster kleiner Schritt zurück in die Normalität."

Eine Achtergruppe trainierte am Vormittag, eine am Nachmittag. Der Rest des Teams musste sich weiter zu Hause vorbereiten. In den kommenden Tagen wird stetig durchgetauscht. Die Übungen auf dem Rasen am für die Öffentlichkeit geschlossenen Geißbockheim finden allerdings ohne Körperkontakt statt. "Nach jedem Training wird die Kabine gereinigt, die Spieler duschen auch zu Hause. Behandlungen werden mit Schutzmaske durchgeführt", sagte Heldt.

Horst Heldt: "Was die Experten empfehlen, das wird eingehalten" Sportschau 06.04.2020 02:00 Min. Verfügbar bis 06.04.2021 Das Erste

Insgesamt neun Bundesliga-Klubs haben am Montag mit dem "Team-Training" begonnen. Neben den Kölnern auch Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim, Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC, der SC Paderborn und der FC Bayern.

FC Bayern mit Torschusstraining

Nach drei Wochen individueller Arbeit daheim durften auch die Fußballer an der Säbener Straße wieder auf den Platz. Auch beim Rekordmeister FC Bayern ist ein gewohntes Training nicht möglich, weil die Spieler nach Behördenanweisungen auch hier so wenig Kontakt wie möglich haben sollen. Deshalb wurden die Sportler in mehrere Kleingruppen und auf unterschiedliche Trainingsplätze aufgeteilt.

Zunächst standen unter anderem Fitnessübungen oder Torschusstraining auf dem Programm. Zuvor waren die Profis von Cheftrainer Hansi Flick einzeln und mit Abstand in die Tiefgarage gefahren. Nach dem Training ist es wie in Köln vorgesehen, dass alle direkt wieder heimfahren und zu Hause duschen und essen. "Es war schon ein sehr ungewohntes Gefühl, heute in Kleingruppen ein Training abzuhalten. Aber es war auch schön, die Jungs mal wieder live zu sehen", sagte Kapitän Manuel Neuer.

Union Berlin tastet sich heran

Der 1. FC Union Berlin hat ebenfalls das Training in Kleingruppen aufgenommen. Der Aufsteiger will sich langsam und gemäß den Vorschriften an den sportlichen Alltag herantasten. An richtiges Teamtraining unter Coach Urs Fischer ist noch nicht zu denken. Auch am Dienstag stehen Kontrollen an, wie sich die Profis im sportlichen Home Office geschlagen und ihre Trainingspläne abgearbeitet haben. Im Laufe der Woche soll in kleineren Gruppen und auch mit dem Ball trainiert werden.

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Auch bei Borussia Dortmund werden die Spieler nicht auf dem Trainingsgelände duschen, auch auf Essen und Umziehen vor Ort wird verzichtet. "Der BVB achtet auf die Einhaltung aller Regeln gemäß Paragraph 3 der Corona-Schutzverordnung", teilten die Schwarz-Gelben mit.

Hütter spricht über die fehlende Emotionalität

Frankfurts Coach Adi Hütter äußerte sich im Rahmen einer Video-Pressekonferenz am Montag auch zum Problem des Trainingsrückstands der Spieler - für den Fall, dass tatsächlich möglichst bald wieder der Ball in den Stadien rollen sollte. "14 Tage könnten reichen", um die Spieler körperlich wieder an die normale Wettkampfpraxis heranzuführen, so Hütter.

Hütter: "Sozialer Kontakt fehlt unglaublich" Sportschau 06.04.2020 01:20 Min. Verfügbar bis 06.04.2021 Das Erste

Die Eintracht war bereits am Freitag (03.04.2020) nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne in den Übungsbetrieb zurückgekehrt - in Zweiergruppen. Coach Hütter sprach auch über die fehlende Emotionalität auf dem Fußballplatz in Corona-Zeiten. "Was mir unglaublich fehlt, das ist der soziale Kontakt."

Strenge Auflagen für SV Werder

Auch Werder Bremen darf wieder trainieren - ab Dienstag in Vierer-Kleingruppen und unter strengen Auflagen. Der Klub hatte ursprünglich beantragt, in Zehner-Gruppen zu trainieren. Innensenator Ulrich Mäurer sagte am Montag zur Entscheidung: "Wir haben uns zuvor bundesweit erkundigt, wie andere Länder beziehungsweise Kommunen mit ähnlich lautenden Anträgen ihrer Profivereine umgehen und was wir zudem für zwingend notwendig erachten, um die Risiken für Spieler und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten."

Bremens Innensenator über die Trainingsauflagen für SV Werder Sportschau 06.04.2020 03:13 Min. Verfügbar bis 06.04.2021 Das Erste

Der SC Freiburg war auch am Montag noch im Home Office - weil das schlichtweg so vorgesehen war. Am Dienstag zogen auch die Breisgauer als letzter Bundesligist nach: In Zweiergruppen und ohne Zweikämpfe steigt der SC nach der behördlichen Ausnahmeerlaubnis wieder ins Training ein.

Bundesliga im Training
KlubTraining seit
FC Augsburg23.03.
Borussia Dortmund30.03.
B. Leverkusen01.04.
Schalke 0401.04.
RB Leipzig02.04.
Eintracht Frankfurt03.04.
Bayern München06.04.
Bor. M'gladbach06.04.
VfL Wolfsburg06.04.
TSG Hoffenheim06.04.
1. FC Köln06.04.
Union Berlin06.04.
F. Düsseldorf06.04.
Hertha BSC06.04.
SC Paderborn06.04.
1. FSV Mainz 0507.04.
SC Freiburg07.04
Werder Bremen07.04.

Bundesliga: Solidarität in Zeiten der Krise? Sportschau 28.03.2020 04:17 Min. Verfügbar bis 28.03.2021 Das Erste

sid/dpa | Stand: 07.04.2020, 12:58

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