Rummenigge nach "G15"-Gipfeltreffen: "Sie haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen"

Karl-Heinz Rummenigge nimmt Stellung zum "Ligatreffen" auf Einladung des FC Bayern München.

Keller den Rücken gestärkt

Rummenigge nach "G15"-Gipfeltreffen: "Sie haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen"

Vor dem Gipfeltreffen der "G15" hatte es Zündstoff wegen der Ausbootung von vier Bundesligisten und der unterschiedlichen Ansichten über die Verteilung der TV Gelder gegeben. Doch um diese Gelder sei es bei dem Treffen gar nicht gegangen, sagt Karl-Heinz Rummenigge. Er weist Vorwürfe, die Liga zu spalten, von sich.

Die erstmals im deutschen Profifußball auf den Plan getretene Interessengruppe der "G15" hat Präsident Fritz Keller im Machtkampf beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Rücken gestärkt. "Wir haben großes Interesse daran, dass der DFB in ruhiges Fahrwasser kommt. Das war in den vergangenen Jahren nicht der Fall", sagte Vorstandsboss Rummenigge von Rekordmeister Bayern München nach dem Treffen der 15 Klub-Verantwortlichen am Mittwoch (11.11.2020): "Fritz Keller hat unser Vertrauen. Wir sind dazu bereit, ihn positiv zu begleiten."

Die seit Jahren anhaltende Krise des Verbandes, die sich zuletzt mit dem Machtkampf zwischen Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius weiter zugespitzt hat, bereitet den Klubs zunehmend Sorge. "Einen zerstrittenen DFB braucht kein Mensch", hatte Eintracht Franfurts Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Treffen in Frankfurt/Main gesagt: "Fritz Keller hat hoffentlich die Kraft, das zu ändern."

Michael Rummenigge zu Treffen der Big Player: "Geht nicht nur um die Fernsehgelder"

Sportschau 08.11.2020 04:29 Min. Verfügbar bis 08.11.2021 ARD Von Sven Pistor


TV-Einnahmen nicht groß diskutiert

Im Vorfeld des Treffens, bei dem Spitzenreiter Hamburger SV als einziger Zweitligist dabei war, hatte die Ausbootung der 21 restlichen Vereine für Aufregung gesorgt. Vor allem die ausgebliebene Einladung an die Bundesligisten FC Augsburg, Arminia Bielefeld, 1. FSV Mainz 05 und VfB Stuttgart durfte als Strafmaßnahme gedeutet werden. Schließlich waren es diese Klubs, die sich zuletzt gemeinsam mit zehn Zweitligisten in einem Positionspapier für eine Umverteilung der Medieneinnahmen von oben nach unten ausgesprochen haben.

Dieser Vorstoß stieß bei den Topklubs wie auch bei einigen Vereinen aus der zweiten Reihe auf Ablehnung. Das machte Rummenigge mehr als deutlich. "Wir haben unterstrichen, dass die Kompetenz exklusiv beim DFL-Präsidium liegt. Wir werden kein Positionspapier erarbeiten und quer durch die Republik schicken, wie es andere getan haben", sagte der Bayern-Boss: "Den Solidarpakt haben nicht wir gebrochen. Die vier Bundesligisten und die zehn Zweitligisten haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen." Gleichzeitig sagte Rummenigge, dass man das Thema TV-Einnahmen gar nicht groß diskutiert habe.

Rummenigge kritisiert nicht geladene Klubs Sportschau 11.11.2020 01:35 Min. Verfügbar bis 11.11.2021 Das Erste

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte sich ähnlich. "Die Klubs, die nicht dabei waren, hatten sich ja vorher schon auf eine Haltung festgelegt und versucht, das DFL-Präsidium damit unter Druck zu setzen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Das ist nicht unser Weg, auch das wollten wir demonstrieren."

sid/dpa | Stand: 11.11.2020, 15:12

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