Rückkehr der Fans - DFL veröffentlicht Leitfaden mit Empfehlungen

Das Aufwärmen von Borussia Mönchengladbach vor Pappfans

Online-Tickets, kein Alkohol, Mindestabstand

Rückkehr der Fans - DFL veröffentlicht Leitfaden mit Empfehlungen

Die DFL hat den Vereinen der Bundesliga und 2. Bundesliga mit einem Leitfaden zur Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien klare Empfehlungen gegeben. Damit wolle man die Klubs bei standort-individuellen Konzepten unterstützen.

Der Leitfaden, den die DFL zusammen mit dem DFB herausgab, diene "als Orientierung für die Grundstruktur der zu erstellenden Konzepte und beinhaltet zahlreiche zu berücksichtigende Aspekte", hieß es in der Mitteilung. Er sei dem Bundesministerium für Gesundheit vorab zur Bewertung vorgelegt worden.

Das Ministerium habe betont, dass die konsequente Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards Grundvoraussetzung sei, um Fußballspiele mit Publikum wieder möglich zu machen. Eine auch nur teilweise Zulassung von Zuschauern solle laut DFL immer abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein. Außerdem seien die lokalen Konzepte der Clubs entscheidend, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten.

Ab wann dürfen Fans zurück ins Stadion? DFL erstellt Leitfaden

Sportschau 15.07.2020 00:49 Min. Verfügbar bis 15.07.2021 ARD Von Sara Schwedmann

Entscheidung liegt bei Gesundheitsämtern

So hatte Bundesligist 1. FC Union Berlin bereits angekündigt, beim Start der neuen Saison im September in einem voll besetzten Stadion spielen zu wollen. Alle Stadionbesucher sollen zuvor auf das Coronavirus getestet werden. Auch der Deutsche Fußball-Bund hofft, durch flächendeckende Coronatests die Arenen wieder füllen zu können.

"Ob es zu bestimmten Punkten, beispielsweise zu Ticket-Kontingenten für Gastvereine, ein einheitliches Vorgehen aller Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga geben wird, soll frühzeitig vor Saisonstart im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL besprochen werden", teilte die DFL weiter mit.

Keine Stehplätze, Alkoholverbot und Mindestabstand

Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn stellte klar: "Wichtig ist unter anderem die Reduzierung der Zuschauerzahl, um den Mindestabstand von 1,50 Meter sicher einzuhalten, der Verzicht auf Stehplätze, Konzepte zur sicheren An- und Abreise sowie das Verbot von Alkohol im Stadion."

Zum Thema "sichere Anreise" empfiehlt die DFL, die Fans "zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto" kommen zu lassen, weil volle Busse und Bahnen das Infektionsrisiko erhöhten. Die vermehrte Anreise mit dem Pkw wird aber wiederum viele Vereine wie beispielsweise den SC Freiburg vor Parkplatz-Probleme stellen.

Fortuna Düsseldorf hat ein Messe-Problem

Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf verwies mit Blick auf die begrenzte Parkplatzsituation bereits in der "Bild" auf Schwierigkeiten wegen des benachbarten Messegeländes, wenn es zeitgleich zu den Spielen auch dort Veranstaltungen geben sollte.

Für die Fans, die dann im Stadion sind, sollen laut DFL-Leitfaden möglichst viele Bereiche "vollständig voneinander getrennt werden", auch von "Einbahnstraßen-Systemen" ist die Rede. Die Nutzung der Toiletten soll möglich sein, aber durch eine Steuerung des Zutritts geregelt werden.

Möglichst Online-Tickets mit Registrierung

Die Hoheit bei der Vergabe der Karten will die DFL bei den Vereinen belassen, empfiehlt aber, keine Tageskassen an den Stadien zu öffnen. Stattdessen soll es ausschließlich Online-Ticketing geben, bei dem zwangsläufig die Personalien der Zuschauer registriert werden.

red/sid/dpa | Stand: 15.07.2020, 19:39

Darstellung: