Steffen Simon: Darum gewinnen die Bayern in Bremen

Bayern-Jubel im Spiel gegen Benfica Lissabon

Werder Bremen - Bayern München (Sa., 15.30 Uhr)

Steffen Simon: Darum gewinnen die Bayern in Bremen

Von Steffen Simon

Ja, die Bayern stecken tief in der Krise. Aber bei Werder Bremen werden sie trotzdem gewinnen, sagt ARD-Sportreporter Steffen Simon - und nennt zwei Gründe.

Vorberichte auf Fußballspiele sind sinnlos, reine Spekulation. Das Besondere am Fußball ist, dass man vorher nicht weiß, wer gewinnt. Deshalb schauen wir zu. Vorberichte auf Spiele von Bayern München waren hingegen bis zum Sommer fünf Jahre lang sinnvoll. Weil man in der Regel vorher wusste, was passiert.

War langweilig, aber irgendwie auch beruhigend. Jetzt ist alles anders.

Steffen Simon

Steffen Simon kommentiert die Partie Werder Bremen gegen Bayern München in der Sportschau

Jetzt sprechen sie schon in Düsseldorf von Krise, weil man nicht mal mehr gegen Bayern gewinnt. Der FCB ist alt, langsam und verunsichert. Der FCB hat ein Kopfproblem, die Spieler sind sportlichen Misserfolg nicht gewohnt, Niederlagen existierten im Alltag nicht, deshalb gibt es keine Auflehnungsmechanismen, wenn sie im Spielverlauf drohen. Der FC Bayern hat nur zwei der vergangenen acht Bundesliga-Spiele gewonnen und holte in dieser Zeit lediglich neun Punkte, weniger als Freiburg und genauso viele wie Augsburg.

Bayerns Leistungsträger schwächeln

Alles ist derzeit nach den eigenen "Mia-San-Mia"-Ansprüchen schlecht. Neuer ist kein Rückhalt, Hummels und Boateng taumeln durch Kovac' Rotationsmaschine, Martínez stabilisiert nicht mehr und selbst die Abteilung Attacke mit Müller, Lewandowski, Robben und Ribéry bleibt weit unter ihren Möglichkeiten. Also geht der Untergang der "Roten" in Bremen weiter?

"Geschrumpfter Riese" FC Bayern nun gegen Werder

Sportschau | 30.11.2018 | 00:49 Min.

Kovac ändert die Taktik

Spekulation, aber ich glaube nicht. Aus zwei Gründen. Trainer Niko Kovac hat spät, aber nicht zu spät am Dienstag gegen Benfica Lissabon die entscheidende taktische Veränderung vorgenommen, die kurzfristig Erfolg verspricht. Er hat im Mittelfeld seine "Doppel-Acht" zur "Doppel-Sechs" formiert und nimmt damit Druck von seiner schwankenden Viererkette. Dies ist eine Parallele zu Jupp Heynckes, der in der vergangenen Saison, als er von Ancelotti übernahm, Martínez auf die Sechs zurückstellte. Was der Spanier vor einem Jahr noch alleine schaffte, erledigten in der Champions League am Dienstag Kimmich und Goretzka gemeinsam.

Werder Bremen neben der Spur

Der andere Grund, warum ich mit einem Bayern-Sieg rechne, ist der Zustand von Werder Bremen. Gegen Leverkusen, Mainz, Gladbach und Freiburg holte der SVW einen Punkt. Dazu hat Bayern seine vergangenen 17 Pflichtspiele gegen Werder alle gewonnen, bei einem Torverhältnis von 63 zu 10. Der letzte Bremer Sieg liegt mehr als zehn Jahre zurück.

Stand: 30.11.2018, 10:15

RangTeamSP
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2.Bor. M´gladbach1429
3.Bayern München1427
4.RB Leipzig1425
5.Eintr. Frankfurt1423
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15.1. FC Nürnberg1411
16.VfB Stuttgart1411
17.Hannover 961410
18.Fort. Düsseldorf149
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