BVB gegen Bayern - die Stimmung vor dem Bundesliga-Kracher

Bayern-Trainer Niko Kovac (l.) und Dortmunds Coach Lucien Favre

11. Spieltag

BVB gegen Bayern - die Stimmung vor dem Bundesliga-Kracher

Trotz der jüngsten Niederlage in Madrid schwimmt Borussia Dortmund auf einer Erfolgswelle, die Münchner Bayern haben derweil vor allem mit sich selbst zu tun. Die Stimmung und die Gemengelage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel könnte unterschiedlicher nicht sein.

Die Ausgangslage

Borussia Dortmund führt vor dem elften Spieltag die Tabelle mit 24 Punkten an und ist als einziges Team in der Bundesliga noch ungeschlagen. Die Bayern sind mit 20 Zählern Dritter. Mit einem Sieg wären die Münchner wieder ganz nah dran am BVB, bei einer Niederlage würde der Rückstand auf sieben Punkte anwachsen.

Die aktuelle Form

Die Borussia hat in der Champions League unter der Woche die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison kassiert. 0:2 hieß es bei Atletico Madrid. Was die Schwarz-Gelben aber nicht umwirft, denn in ihrer Gruppe bleiben sie Tabellenführer und sind weiter auf Achtelfinalkurs.

Die Bayern lassen immer noch Konstanz vermissen. Nach zwei Siegen in der Liga gab es zuletzt einen kleinen Rückschlag, gegen den SC Freiburg reichte es nur zu einem 1:1. Zwar fuhren die Münchner in der Champions League gegen AEK Athen wieder einen Dreier ein, doch spielerisch überzeugend und dominant war das nicht.  

Die Stimmung

Verunsicherung oder gar Selbstzweifel machten sich beim BVB nach der ersten Saison-Pleite in Madrid nicht breit. "Vielleicht", sagte Torhüter Roman Bürki, "war es gar nicht so schlecht, dass wir nach dem furiosen Start ein bisschen auf dem Boden der Realität angekommen sind." Man sei jetzt "voll fokussiert auf das Bayern-Spiel" und werde "alles dafür tun, dass die drei Punkte bei uns bleiben". Und Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, sagte nur: "Die Vorfreude ist groß. Wir werden uns davon nicht verunsichern lassen, dafür gibt es zu viel Positives."

Dass die Dortmunder gegen die Bayern als Favorit ins Spiel gehen, ist nicht an der Tagesordnung. Selbst Bayern-Präsident Uli Honeß, eigentlich Chef der "Abteilung Attacke", präsentierte sich angesichts der anhaltenden Probleme beim Rekordmeister überraschend als Leisetreter. "Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren. Dortmund hat bis jetzt eine sehr, sehr gute Saison gespielt, gar keine Frage. Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter, zum ersten Mal seit langer Zeit", sagte Hoeneß ungewohnt bescheiden.

Was in Dortmund gut läuft

Die Dortmunder, so scheint es, haben alles richtig gemacht. Der neue Trainer Lucien Favre hat das Team spielerisch und taktisch weit nach vorne gebracht. Sebastian Kehl, der neu installierte Leiter der Lizenzspielerabteilung, macht einen unaufgeregten Eindruck. Die Zugänge, allen voran Axel Witsel und Paco Alcacer, haben eingeschlagen. Kapitän Marco Reus ist in der Form seine Lebens, Spieler wie Jadon Sancho oder Jacob Bruun Larsen starten durch. Mit Matthias Sammer ist als externer Berater ein ausgewiesener Fachmann mit an Bord. Dass es dermaßen gut läuft, hätte in Dortmund vor der Saison wohl kaum jemand gedacht.

Was in München schlecht läuft

Anders die Bayern. Unter dem neuen Trainer Niko Kovac ist das Team nach gutem Start in eine Krise geschlittert. Und die schlug in München gewohnt hohe Wellen, denn der Druck und das eigene Anspruchsdenken sind enorm groß. Bei der jüngsten allumfassenden Medienschelte gaben die Bayern Bosse Hoeneß und Karl-Heinz-Rummenigge keine gute Figur ab, Sportdirektor Hasan Salihamidzic bleibt neben ihnen auch nach mehr als einem Jahr blass. Hinzu kommt immer wieder teils hausgemachte Unruhe. Jüngstes Beispiel ist ein Eintrag von Lisa Müller bei Instagram, in dem sie Trainer Niko Kovac dafür kritisierte, dass der ihren Mann Thomas gegen Freiburg erst spät einwechselte. Zudem dringen immer wieder Interna nach außen. Kurzum: Die Bayern haben zu viel Wirbel und zu viele Nebenkriegsschauplätze.

Die Statistik

Wenn die Bayern vor Spitzenspielen unter Druck stehen, sind sie meist am gefährlichsten. Das musste auch Borussia Dortmund schon leidvoll erfahren. Selbst wenn der BVB mit den Münchnern auf Augenhöge war, reichte es selbst zuhause oft nicht zum Sieg. So verloren die Bayern von den jüngsten zehn Gastspielen in Dortmund gerade mal drei.

Thema in: Sportschau, Bundesliga am Sonntag, in den dritten Programmen, 11.11.2018, ab 21.45

vdv/sid/dpa | Stand: 09.11.2018, 08:25

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. Dortmund1127
2.Bor. M´gladbach1123
3.RB Leipzig1122
4.Eintr. Frankfurt1120
5.Bayern München1120
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16.Hannover 96119
17.Fort. Düsseldorf118
18.VfB Stuttgart118
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