Bundesliga - ein Derby, zwei Debüts und Spannung auf der Bank am 3. Spieltag

Gladbachs Torjubel in Köln

Fußball

Bundesliga - ein Derby, zwei Debüts und Spannung auf der Bank am 3. Spieltag

Spannung vor dem dritten Spieltag der Bundesliga: Gleich zwei Trainer stehen vor ihrem Debüt, zwei Außenseiter spielen um die Tabellenspitze, Köln erwartet den Angstgegner aus Mönchengladbach, und in München lohnt ein Blick auf die Ersatzbank.

Debüt für Baum und Lichte

Schalkes neuer Trainer Manuel Baum und der neue Mainzer Coach Jan-Moritz Lichte sind nun wirklich nicht zu beneiden. Sie sollen bei ihren Klubs, die gerade im Chaos zu versinken drohen, für die sportliche Wende sorgen. Die Schalker sind mit zwei krachenden Niederlagen in die Saison gestartet, die Mainzer sind ebenfalls noch ohne Punkt und haben nach einem Trainingsboykott des Teams und der Aussortierung von Stürmer Adam Szalai aufregende Tage hinter sich. Dass die Schalker nun ausgerechnet bei RB Leipzig punkten, ist nicht unbedingt zu erwarten, auch Mainz steht bei Union Berlin vor einer schwierigen Aufgabe.

Beide Trainer versprühen vor ihren Debüts nicht gerade die Riesen-Aufbruchsstimmung. "Meine Herangehensweise ist folgende: Wir lassen die Vergangenheit hinter uns und schauen nach vorne. Die Mannschaft hat deutlich mehr Potenzial als sie zuletzt gezeigt hat. Mir ist es wichtig, dass wir Probleme weglassen und uns mit Lösungen beschäftigen", sagte Baum. "Ich sehe die Aufgabe als eine sehr schwierige an. Das, was der Verein in den letzten eineinhalb Wochen erlebt hat, war nicht, was ein Verein erleben möchte", erklärte Lichte.

Nübel oder Ulreich hinter Neuer?

Vor dem Spiel des FC Bayern gegen Hertha BSC stellt sich die spannende Frage, welcher der beiden Ersatztorhüter auf der Reservebank sitzt. Alexander Nübel durfte dort beim 3:2-Sieg der Münchner gegen Borussia Dortmund im Supercup Platz nehmen. Bei der 1:4-Niederlage der Bayern in der Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim war noch Sven Ulreich als Ersatz für Neuer nominiert worden. Zum Ligastart beim 8:0-Erfolg gegen Schalke 04 und beim europäischen Supercup in Budapest gegen Sevilla hatte Bayerns Trainer Hansi Flick noch beide Ersatzkeeper aufgeboten. Und gegen die Berliner?

Der "Kicker" will erfahren haben, dass sich Flick für Nübel als Nummer zwei entschieden hat - und das wohl dauerhaft. Dem Bericht zufolge hatte der vom FC Schalke 04 gekommene Torwart angekündigt, sich im Falle eines ständigen Wechsels mit Ulreich sofort ausleihen lassen zu wollen. Anfragen aus dem In- und Ausland liegen dem jungen Keeper offenbar vor. Auch Ulreich denkt jetzt offenbar über seinen Abschied aus München nach. "Mein Wunsch ist es, als Nummer 1 voll zu spielen", sagte er, "doch der Transfermarkt gibt bislang nicht so viel her." Und auch viel Zeit bleibt nicht mehr: Das Transferfenster schließt am Montagabend (05.10.2020).

Das unerwartete Spitzenspiel

Vor dem dritten Spieltag über den Tabellenführer zu spekulieren, ergibt wenig Sinn. Wir tun es trotzdem, denn als neutraler Beobachter darf man ja froh sein, dass der Spitzenreiter nicht gleich wieder Bayern München heißt. 1899 Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt heißt das unerwartete Spitzenspiel am Samstag, und der Sieger steht zumindest bis zum Abpfiff des Spätspiels oben - wenn nicht noch länger.

Die Trainer begegnen dieser Aussicht mit der gebotenen Zurückhaltung. "Für uns ist das Thema irrelevant, für uns wird es wichtig sein, Freude rauszulassen, das Gefühl nach Frankfurt mitzunehmen, dass wir was draufhaben", sagt Hoffenheims Sebastian Hoeneß, der auch den klaren Sieg gegen den FC Bayern nicht zu hoch bewertet wissen will. Die Eintracht will nach dem bemerkenswerten Sieg bei Hertha BSC daheim nachlegen, Trainer Adi Hütter weiß aber auch: "Wir können nach zwei Runden nicht sagen, wo wir schlussendlich landen werden."

Kriselnde Kölner gegen den Angstgegner

Der 1. FC Köln ist nach zwei Niederlagen zum Saisonstart gleich schon wieder im Krisenmodus. Seit März warten die "Geißböcke" in der Bundesliga auf einen Sieg. Ausgerechnet jetzt kommt der Angstgegner in die Domstadt. Die Bilanz gegen Borussia Mönchengladbach ist verheerend, vor allem auch im heimischen Stadion. In 45 Heimspielen gelangen den Kölnern gegen die "Fohlen" gerade mal 14 Siege. Hinzu kommt, dass die Gladbacher nach einem Fehlstart mit nur einem Punkt besonders motiviert anreisen. "Es wäre schön, den ersten Dreier der Saison ausgerechnet in Köln einzufahren", gibt Patrick Herrmann die Marschrichtung vor: "Aber auch für die Kölner ist das Derby etwas Besonderes."

"Derby ist Derby" - Rheinische Vorfreude trotz Geisterstimmung

Sportschau 02.10.2020 02:03 Min. Verfügbar bis 02.10.2021 ARD Von Anne van Eickels

Karius zurück in der Bundesliga

Loris Karius ist zurück in der Fußball-Bundesliga. Union Berlin hat den Torwart für ein Jahr vom englischen Meister FC Liverpool ausgeliehen. "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Berlin und bin glücklich, wieder in der Bundesliga spielen zu können", sagte der frühere Mainzer. Karius war 2016 aus Mainz nach Liverpool gewechselt und hatte beim 1:3 der "Reds" im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid spektakulär gepatzt. Zuletzt war der Keeper an Besiktas Istanbul ausgeliehen, wurde dort aber auch nicht glücklich und war nach der Rückkehr an die Anfield Road nur die Nummer vier unter Liverpools Torhütern. Jetzt wagt er bei den "Eisernen" einen Neuanfang. Ob er direkt beim Spiel gegen seinen ehemaligen Klub Mainz 05 im Tor stehen wird, ist noch offen.

Zuschauer-Ausschluss droht

Auch der dritte Spieltag wird von der Corona-Pandemie überschattet. Wegen steigender Fallzahlen droht bei einigen Partien erneut ein Zuschauer-Ausschluss. "Die Zeichen sehen nicht sehr positiv aus, aber die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte etwa Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) vor dem Spiel des SV Werder gegen Arminia Bielefeld. Auch in Köln ist vor dem Derby gegen Mönchengladbach die Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der neuen Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche) zu hoch.

dpa/sid/red | Stand: 01.10.2020, 11:06

Darstellung: