Letzter gegen Vorletzter - Kellerduell zwischen Hannover und Nürnberg

Thomas Doll

Bundesliga

Letzter gegen Vorletzter - Kellerduell zwischen Hannover und Nürnberg

Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg, das ist Abstiegskampf pur. Doch was spricht vor dem direkten Duell für die Niedersachen und was für die Franken? Und wie realistisch ist der Klassenerhalt noch? Ein Überblick.

Wahrscheinlich reicht es dieser Tage schon, Hannovers neuem Trainer Thomas Doll und seinem Nürnberger Kollegen Michael Köllner sehr genau zuzuhören, um die Bedeutung des Kellerduells am Samstag zu verstehen. "Das Spiel hat Endspiel-Charakter", sagte Doll. Und Köllner erklärte: "Es ist für beide ein wegweisendes Spiel."

Man braucht gar kein Fußballkenner zu sein, um zu verstehen: Wenn Hannover 96 den 1. FC Nürnberg empfängt, geht es für beide Mannschaften um weit mehr als nur um drei Punkte. Es ist Abstiegskampf pur. Was spricht für einen Sieg der Niedersachsen und was für die Gäste aus dem Frankenland? Ein Überblick.

Mutmacher Borussia Mönchengladbach

Hannover hat seit neun Bundesligaspielen nicht mehr gewonnen, Nürnbergs bislang letzter Sieg ist auf den 29. September 2018 datiert, es war der 6. Spieltag. Der "Club" wartet folglich seit 14 Spielen auf einen Sieg in der Liga.

In der Tabelle sieht das so aus: Hannover ist mit elf Punkten aus 20 Spielen Letzter, Nürnberg mit zwölf Zählern Vorletzter. Noch sind 14 Spiele zu absolvieren und 42 Punkte zu vergeben, doch allzu rosig sieht es nicht aus für beide Mannschaften. Auch wenn der VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz 16 mit 15 Punkten auch nicht viel besser ist.

Nur einmal hat eine Mannschaft, die nach 20 Spielen dreizehn Punkte oder weniger hatte, am Ende noch die Klasse gehalten. Borussia Mönchengladbach hatte in der Saison 2008/09 zu diesem Zeitpunkt der Saison einen beziehungsweise zwei Punkte mehr als heute Nürnberg und Hannover. Der Mann, der Gladbach noch auf Platz 15 und damit zum direkten Klassenerhalt coachte, hieß Hans Meyer. Gladbach rettete sich mit 31 Punkten.

Hannover und Nürnberg im Kellerduell 00:42 Min. Verfügbar bis 08.02.2020

Dem Hamburger SV reichten 2013/14 sogar ganze 27 Punkte, um sich als 16. in die Relegation zu retten. Am Ende stand der Klassenerhalt. Doch selbst um diesen Schnitt zu erreichen, müssten sich Hannover und Nürnberg mächtig verbessern. Ein Sieg am Samstag wäre ein Anfang.

Doll vs. Köllner, das Duell der Trainer

In Nürnberg galt Köllner lange als unantastbar. Ein junger Trainer aus der Region, noch dazu mit Erfolgen in der Nachwuchsarbeit, und als er dann auch noch mit dem "Club" in die Bundesliga auf stieg, hätte ihm mancher Fan gerne ein Denkmal gebaut. Ob sie das heute auch noch tun würden?

Michael Köllner

Michael Köllner

Denn viereinhalb Monate ohne Bundesligasieg haben auch im Frankenland Spuren hinterlassen. Zumal Nürnberg unter der Woche auch noch gegen den Zweitligisten HSV aus dem Pokal flog. "Das war schwere Kost, das gebe ich unumwunden zu", sagte Köllner, dessen Team in Hamburg ohne eine einzige Torchance blieb. "Der Auftritt hat mich enttäuscht."

Doll hat Hannover dagegen erst Ende Januar nach der Entlassung von André Breitenreiter übernommen. Im ersten Spiel gegen Leipzig setzte es prompt eine 0:3-Heimniederlage, es war jedoch vor allem der Auftritt seiner Mannschaft, der Doll erschütterte. "Ich habe während des Spiels gedacht: Wann springt endlich der Funke über? Da musste ich ein paar Mal schlucken", sagte er.

Nach einer Trainingswoche, mit der Doll "sehr, sehr zufrieden" war, geht es nun gegen Nürnberg. Die Marschroute für Samstag hat Doll dann auch gleich selbst vorgegeben: "Wenn man nur verkrampft und griesgrämig durch die Gegend läuft, dann kann man keine Topleistung abrufen. Wir brauchen klare Köpfe am Wochenende - und Spielfreude."

Viele Ausfälle auf beiden Seiten

Hannover muss auf Pirmin Schwegler verzichten, der gegen Leipzig die fünfte Gelbe Karte kassiert hat. Verletzungsbedingt fallen auch Edgar Prib (nach Kreuzbandriss), Niclas Füllkrug (Knie-OP), Linton Maina (Knieprobleme) und Ihlas Bebou (Oberschenkelverletzung) aus, alles potenzielle Stammspieler.

Ähnlich sieht es beim Gegner aus Nürnberg aus. Ondrej Petrak ist gelbgesperrt, der Einsatz von Tim Leibold (Gehirnerschütterung) und Georg Margreitter (muskuläre Probleme) ist fraglich.

tbe/sid/dpa | Stand: 08.02.2019, 08:52

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