Video-Assistent verhindert 40 Fehler

Monitore der Video-Schiedsrichterassistenten

Bundesliga

Video-Assistent verhindert 40 Fehler

Von Chaled Nahar

Die DFL und der DFB haben Details zum Video-Assistenten vorgelegt und sprechen von 40 verhinderten Fehlentscheidungen. Drei Mal habe aber auch der Video-Assistent falsch gelegen oder Fehler eingeleitet.

Laut der Mitteilung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat es in der Hinrunde der Bundesliga in 153 Spielen 56 Interventionen durch den Video-Assistenten aus Köln gegeben.

55 Mal sei daraufhin die richtige Entscheidung getroffen worden, ein Mal eine falsche, hieß es in der Mitteilung. Diese Situation nannten DFL und DFB nicht konkret. Zwei Mal habe der Video-Assistent fälschlicherweise nicht eingegriffen. Insgesamt seien durch den Video-Assistenten 40 Fehlentscheidungen verhindert worden.

879 Überprüfungen, 56 Eingriffe

Weitere Details: In 153 Spielen wurden insgesamt 879 Situationen überprüft. Diese Zahl ist deshalb so hoch, weil jedes der 523 Tore, jeder der 230 potenziellen Strafstöße und jeder 126 potenziellen Roten Karten eine Kontrolle nach sich ziehen.

631 Mal haben die Video-Assistenten laut DFL und DFB dabei nicht eingegriffen und keine Kommunikation eingeleitet. 192 Mal gab es demnach eine Kommunikation mit der Bestätigung der Entscheidung. Die weiteren 56 Fälle waren dann die besagten 56 Interventionen, die per Funk oder Review Area geklärt wurden.

Im Schnitt 60 Sekunden für eine Entscheidung

Die Dauer der Entscheidung in Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten habe demnach im Durchschnitt 60 Sekunden gedauert, teilt die DFL und DFB mit. 44 Sekunden seien es bei Entscheidungen im reinen Funkverkehr gewesen (43 Prozent der Fälle), 72 Sekunden bei Überprüfungen durch den Schiedsrichter am Monitor in der Review Area (57 Prozent).

Zu Beginn der Saison gab es erneut große Diskussionen um den Video-Assistenten. Nach einigen Justierungen stellte sich deutlich mehr Ruhe ein - mit großen Ausnahmen wie den Spielen Hoffenheim gegen Schalke und Mainz gegen Hannover.

Schiedsrichter Bastian Dankert beim Video-Beweis

Dr. Jochen Drees, Projektleiter Video-Assistent im DFB, lobt die Anwendung - aber auch er sieht noch Verbesserungsmöglichkeiten. "An der aus unserer Sicht noch zu hohen Anzahl von VAR-Eingriffen, die nicht zu falschen Entscheidungen auf dem Spielfeld führten, sondern im Ermessensspielraum des Schiedsrichter-Teams gelegen haben, müssen und werden wir weiter arbeiten", sagt Drees in der Mitteilung. "Entscheidend ist jedoch, dass in der Hinrunde keine gravierenden Fehlentscheidungen ­der Schiedsrichter übersehen wurden. Die Video-Assistenten sind auf dem richtigen Weg."

Nettospielzeit gestiegen

Nach Angaben von DFL und DFB ist die Nettospielzeit gestiegen, was auch an der erhöhten Bruttospielzeit liegt. Hier macht sich die neue Linie bemerkbar, wie im internationalen Fußball etwas mehr Nachspielzeit zu gewähren.

Durchschnittliche Spielzeit (lt. DFL)
SaisonBruttoNetto
2018/1995:10 Minuten57:47 Minuten
2017/1894:39 Minuten57:03 Minuten
2016/1794:12 Minuten55:49 Minuten
2015/1693:36 Minuten55:41 Minuten
2014/1593:35 Minuten55:37 Minuten

Stand: 18.01.2019, 10:13

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