Nagelsmann zu Trainer-Strafen: "Das ist Wahnsinn"

Julian Nagelsmann

Karten für Trainer

Nagelsmann zu Trainer-Strafen: "Das ist Wahnsinn"

RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann hat vielen seiner Kollegen beigepflichtet und die mögliche Umsetzung der beschlossenen "Karten-Regel" mit Spielsperren für die Trainer deutlich kritisiert.

Eine Regeländerung, die das International Football Association Board (IFAB) im März eingeführt hat, sorgt bereits vor dem Saisonstart für Aufregung: Trainer können ebenfalls verwarnt und vom Spielfeldrand verwiesen werden. Verwarnungen soll es unter anderem für unsportliches Verhalten oder das Verlassen der Coaching-Zone geben, ein Platzverweis zieht eine Sperre für ein Spiel nach sich.

Beschluss am 21. August

Die Entscheidung, ob Trainer auch nach mehreren Gelben Karten pausieren müssen, liegt bei den nationalen Verbänden. Die DFL plant angeblich mit einer Sperre nach drei Gelben Karten. Einen endgültigen Beschluss soll es nach der Generalversammlung der Deutschen Fußball-Liga am 21. August in Berlin geben, wie DFB-Interimspräsident Rainer Koch zuletzt mitteilte.

Die Bundesliga-Trainer sind jedenfalls einer Meinung. "Absichtliches Verlassen der Coaching-Zone, um zu reklamieren, ist Rot. Das ist Wahnsinn. Dann mache ich maximal 15 Saisonspiele an der Seitenlinie, den Rest schaue ich von oben zu", sagte RB-Coach Nagelsmann. "Das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten", äußerte Fortuna Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel in der "Bild"-Zeitung. "Und warum das Ganze? Weil irgendjemand mal wieder eine ganz tolle Idee hatte und unbedingt was ändern wollte."

Sperre nach drei Gelben Karten?

Nagelsmann ergänzte beim Internationalen Trainerkongress in Kassel am Montag (29.07.2019), dass "zumindest von der Idee von drei [Gelben Karten] plus Rot in so schnellen Fällen" abgerückt werden solle. "Ich glaube einfach, dass der Schiedsrichter die Gelbe Karte viel schneller zeigen wird, als er dich früher auf die Tribüne geschickt hat."

Auch Florian Kohfeldt, Trainer von Werder Bremen, pflichtete seinen Kollegen bei. "Ich werde mir auf gar keinen Fall die Emotionen nehmen lassen, sonst bin ich nicht mehr ich", sagte der 36-Jährige. "Ich halte es für sehr grenzwertig."

Schiedsrichter freuen sich

Die Schiedsrichter allerdings sehen keinen Grund zur Hysterie. "Die Tests mit Signalkarten bei Verwarnungen und Feldverweisen für unsportliches Betragen von Trainern, Betreuern oder Vereinsoffiziellen verliefen vielversprechend und offenbarten deutliche Vorteile, da deutlich mehr Transparenz erzielt wurde", erklärte DFB-Lehrwart Lutz Wagner in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dfb.de.

Stand: 29.07.2019, 16:37

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