Enge Kiste um die Bundesliga-Herbstmeisterschaft

Gladbachs Alassane Plea (l) und Leipzigs Nordi Mukiele kämpfen um den Ball.

Jahresendspurt

Enge Kiste um die Bundesliga-Herbstmeisterschaft

Theoretisch können zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga noch fünf Teams Herbstmeister werden. Auch der deutsche Meister wird wohl aus diesem Quintett kommen. Die Ausgangslage vor dem Jahresendspurt.

1. RB Leipzig (33 Punkte, +26 TD), Restprogramm: Dortmund (A), Augsburg (H):

RB Leipzig ist aktuell die Mannschaft mit der stärksten Form unter den Topteams. Die jüngsten sechs Ligaspiele gewann die Elf von Julian Nagelsmann allesamt und erzielte dabei im Schnitt mehr als vier Tore pro Partie. Das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund ist allerdings möglicherweise die aktuell schwerstmögliche Aufgabe, die für RB in der Liga möglich ist. Gewinnt der Brauseklub aber auch dort, ist der Herbstmeistertitel zum Greifen nah und der Status als Meisterschaftsfavorit auch zementiert.

Und dann ist da ja noch der momentan alle überragende Timo Werner, dem in den vergangenen sechs Ligaspielen zehn Treffer gelangen.

2. Borussia Mönchengladbach (31 Punkte, +13 TD), Restprogramm: Paderborn (H), Hertha (A)

Borussia Mönchengladbach spielt eine hervorragende Saison - ohne Frage. Wären die jüngsten zwei Pflichtspiele etwas früher vorbei gewesen, wäre auch die Stimmung bei den "Fohlen" exzellent. Sind sie aber nicht. Denn sowohl in der Europa League gegen Basaksehir Istanbul, als auch bei der Liga-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg kassierte Mönchengladbach in der Schlussphase jeweils das 1:2. Das Resultat: Die Tabellenführung ist weg, die Europa League für die Mannschaft von Marco Rose vorbei.

Die beiden verbleibenden Kontrahenten in diesem Jahr stehen zwar im unteren Bereich der Tabelle, aber befinden sich in aufsteigender Form. Sowohl Paderborn als auch die Hertha holten aus ihren jüngsten beiden Spielen vier Zähler.

3. Borussia Dortmund (29 Punkte, +18 TD), Restprogramm: RB Leipzig (H), TSG Hoffenheim (A)

Lucien Favre ist statistisch gesehen der beste BVB-Trainer aller Zeiten. 2,14 Punkte holte der Schweizer im Schnitt - das ist bisher unerreicht. Verrückt, weil Favres Entlassung vor wenigen Wochen noch als Frage der Zeit galt, doch ein paar Umstellungen, wie die auf die Dreierkette in der Defensive, haben gefruchtet und plötzlich ist Dortmund zurück im Titelrennen. Sollten Marco Reus und Co. es sogar schaffen, RB Leipzig am Dienstag (17.12.2019) die dritte Saisonniederlagte beizubringen, wäre man nur noch maximal zwei Zähler von der Tabellenführung entfernt.

In der vergangenen Spielzeit verloren die Borussen übrigens weder gegen RB, noch gegen die damals von Nagelsmann trainierten Hoffenheimer. Alles möglich also.

4. FC Schalke 04 (28 Punkte, +8 TD), Restprogramm: VfL Wolfsburg (A), SC Freiburg (H)

David Wagner hat es geschafft, Schalke 04 zurück dahin zu führen, wo es im ersten Jahr unter Domenico Tedesco war. Schalke spielt für den Gegner unangenehm und gewinnt die knappen Spiele. Die jüngsten sieben Bundesligapartien waren allesamt eng, nie gewann ein Team mit mehr als einem Tor. Nur gegen Bayer Leverkusen hatte "Königsblau" letztendlich das Nachsehen, aus den anderen sechs gab es 14 Punkte. Die Herbstmeisterschaft ist dennoch wohl nur noch theoretisch möglich und auch der Verlust von Torwart Alexander Nübel, der nach seiner Roten Karte gegen Frankfurt in diesem Jahr nicht mehr spielen wird, ist ein herber.

Herb ist auch das Restprogramm. Wolfsburg, das zuletzt Tabellenführer Mönchengladbach stürzte, hat nach eigentlich schwächerer Phase gerade rechtzeitig wieder in die Spur gefunden. Das Überwintern in der Europa League ist gesichert und in der Liga ist der Anschluss an Platz sechs wieder hergestellt. Danach geht es zum Überraschungsteam SC Freiburg. Für Schalke wird der Abschluss des Jahres nochmal eine enorme Herausforderung.

5. FC Bayern München (27 Punkte, +20 TD), Restprogramm: SC Freiburg (A), VfL Wolfsburg (H)

Ja, was ist jetzt mit dem FC Bayern München? Herbstmeister wird man in diesem Jahr nicht, die Chance besteht nur noch in der grauen Theorie. Aber durch den Kantersieg gegen Werder Bremen sind die beiden unnötigen und unglücklichen Niederlagen gegen Leverkusen und Mönchengladbach wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Stabil ist das Konstrukt allerdings unter Hansi Flick auch nicht geworden. Das Restprogramm ist zwar machbar, aber unangenehm.

Gegen Freiburg, das im eigenen Stadion in dieser Spielzeit erst einmal verloren hat, sahen die Bayern schon im vergangenen Jahr zweimal nicht gut aus, beide Partien endeten 1:1. Um im Titelrennen realistischerweise dabei zu bleiben und vor allem auch mit versöhnlicher Stimmung ins neue Jahr zu gehen, müssen zwingend sechs Punkte her. Werden es weniger als vier, könnte das Titelrennen angesichts der starken Form von Leipzig und Dortmund schon ziemlich früh vorbei sein.

rt | Stand: 15.12.2019, 21:09

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.RB Leipzig1840
2.Bayern München1836
3.Bor. M´gladbach1835
4.Bor. Dortmund1833
5.FC Schalke 041833
 ...  
16.Werder Bremen1817
17.Fort. Düsseldorf1815
18.SC Paderborn 071812
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