Freiburgs Lieblingsgegner, Fernduelle um die Tabellenspitze

Christian Streich im Gespräch mit seinem Spieler Jonathan Schmid.

Bundesliga, 12. Spieltag

Freiburgs Lieblingsgegner, Fernduelle um die Tabellenspitze

Von Christian Hornung

Gegen keinen anderen Verein hat der SC Freiburg so oft gewonnen wie gegen Schalke 04. Leverkusen, München und Leipzig streiten sich um die Tabellenführung. Und dann haben es noch Bielefeld und Augsburg miteinander zu tun.

FC Schalke 04 - SC Freiburg (Mittwoch, 18.30 Uhr)

Die wichtigste Nachricht für Schalke am Wochenende war sicher, dass Mark Uth den schrecklichen Zusammenprall mit Augsburgs Felix Uduokhai halbwegs gut überstanden hat. Das Warten auf den ersten Sieg in diesem Jahrhundert, äh, pardon, seit 27 Spielen, geht aber weiter. Größtes Problem neben dem fehlenden Können ist die fehlende Konzentration: Es gab schon 14 Standard-Gegentore.

Freiburg hat es da besser, beendete mit dem 2:0 gegen Bielefeld gleich drei Negativläufe: erster Dreier nach neun sieglosen Spielen, erster Heimerfolg und erstes Zu-Null-Spiel dieser Saison. Falles es noch eines weiteren Mutmachers bedarf: Gegen kein anderes Bundesliga-Team gewann Freiburg so oft, nämlich 15 Mal.

Bayern München - VfL Wolfsburg (Mittwoch, 20.30 Uhr)

Die schlechte Nachricht für Wolfsburg zuerst: Robert Lewandowski ist weder gesperrt noch verletzt. Er kann also weiter gegen seinen absoluten Lieblingsgegner auf Rekordjagd gehen: In 19 Spielen hat er gegen die "Wölfe" schon 21 Mal getroffen. 2017 war es am schlimmsten: Bei 0:1 wurde er zur Halbzeit eingewechselt und stellte mit fünf Toren binnen neun (9!) Minuten einen Weltrekord auf.

Bestes und wahrscheinlich einziges Gegenmittel für den VfL: selbst angreifen. Bayerns Abwehr ist heuer so schwach und schwerfällig wie seit Jahren nicht, hat mit fünf Kopfballgegentoren auch schon den Wert der kompletten Vorsaison erreicht. Hohe Bälle auf den gerade in Megaform befindlichen Wout Weghorst wird Trainer Oliver Glasner also sicher in seinen Matchplan aufnehmen.

TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig (Mittwoch, 20.30 Uhr)

Wenn es am 12. Spieltag ein Duell mit Torgarantie gibt, dann dieses: In den neun Pflichtspielen zwischen Hoffenheim und Leipzig im Pokal und in der Liga fielen schon 31 Treffer. Hoffenheim dürfte dabei mit Wut im Bauch auflaufen: Zuletzt in Leverkusen begünstigten zwei klare Fehlentscheidungen des Schiedsrichters die Niederlage - Torwart Oliver Baumann muss sich für seine anschließende Kritik noch beim DFB verantworten.

Leipzig hat zuletzt drei Auswärtsspiele in Serie nicht gewonnen, das gab es unter Julian Nagelsmann noch nicht. Allerdings macht gerade die Königsklasse viel gute Laune: Manchester United geschlagen, das Achtelfinale erreicht und jetzt den FC Liverpool vor der Brust - das dürfte Schwung geben.

1. FC Köln - Bayer 04 Leverkusen (Mittwoch, 20.30 Uhr)

Läuft für den FC! Kölns Spiele sind zwar jetzt noch nicht die ganz große Augenweide, ehrlich gesagt sogar eher extrem schwere Kost - aber die Effektivität ist der Hammer. Kleine vorweihnachtliche Blitztabelle: In den vergangenen drei Partien holten Markus Gisdol und sein Karnevalsverein einen Punkt mehr (sieben) als Bayern und Dortmund zusammen.

Und genauso viele wie Leverkusen, mit dem Unterschied, dass Bayer auch noch schön spielt. Dass sie zusammen angreifen, hat die Werkself dabei schon vergangene Saison bewiesen. Jetzt verteidigen sie aber auch noch zusammen und sind dadurch tatsächlich ein ernsthafter Titelkandidat. Ob Bayer es dann bereut, dass man sich die Bezeichnung "Vizekusen" im April 2010 patentrechtlich schützen ließ, wird eine sehr spannende Frage.

Arminia Bielefeld - FC Augsburg (Mittwoch, 20.30 Uhr)

In der Bundesliga hat es echt schon viel gegeben. Aber dieses Duell zwischen Arminia Bielefeld und dem FC Augsburg noch nicht – übrigens genauso wenig wie die Partie tags zuvor zwischen dem VfB Stuttgart und Union Berlin: Es sind die Paarungen Nummer 930 und 931 der Liga-Historie.

Bielefelds Kapitän Klos

Läuft auch viel, trifft aber noch wenig: Bielefelds Kapitän Klos.

Und gäbe es statt dieser angestaubten Tabelle, die immer nur nach Punkten und Toren urteilt, auch mal eine für Fleiß, dann träfen hier Meister und Vize-Meister aufeinander: Bielefeld hält in dieser Saison mit 120,6 Kilometern Laufleistung pro Partie die Spitze, gefolgt von Augsburg mit 120,2. Dafür könnte man doch auch mal eine Schale ausloben.

Stand: 15.12.2020, 19:13

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