Neue Bundesliga-Trainer - sieben auf einen Streich

Schalkes David Wagner

Saison startet

Neue Bundesliga-Trainer - sieben auf einen Streich

Gleich sieben von 18 Bundesliga-Vereinen gehen mit einem neuen Trainer in die neue Saison. Sportschau.de stellt sie und ihre Ideen vor.

David Wagner (FC Schalke 04)

Harte Arbeit und Maloche: Mit diesen Tugenden will Schalkes neuer Trainer David Wagner die "Königsblauen" wieder zum Erfolg führen. Die hatten in der vergangenen Saison als Vizemeister teilweise ein Bild des Jammers abgegeben und die Relegation nur knapp vermieden, es fehlte vor allem an Teamgeist und Disziplin. Der 47-Jährige weiß sie "auf Schalke" ticken. Er war Teil der "Eurofighter", die 1997 den UEFA-Pokal mit den "Knappen" holten. Vier Jahre war Wagner in England und führte 2017 den Underdog Huddersfield Town in die Premier League. Zuvor arbeitete er in den Jugendabteilungen von 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund. Mit konkreten Zielen hält er sich zurück, aber besser als der 14. Platz wie zuletzt soll es schon werden.

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach)

Marco Rose ist der neue Mann bei Borussia Mönchengladbach. Der 42-Jährige, der aus Österreich von RB Salzburg kam, will den "Fohlen" ein komplett neues Spielsystem verpassen: Hin zu mehr Tempo, zu mehr Aggressivität, zu höherem Pressingverhalten, mehr Laufarbeit. Und hin zu einem viel schnelleren und direkteren Weg zum Torabschluss. Und das alles in einem neuen 4-4-2 mit Raute. Dass die Umstellung Zeit braucht, hat sich zuletzt beim hart erarbeiteten Pokalsieg in Sandhausen gezeigt (1:0). Um dem Trainer diese Zeit auch zu geben, halten sich die Gladbacher mit Saisonzielen zurück. "Der Trainer ist kein Magier", sagt Sportdirektor Max Eberl und spricht von einem "spannenden Prozess". Die Fans erhoffen sich dennoch die erneute Teilnahme am internationalen Geschäft.

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg)

Oliver Glasner tritt beim VfL Wolfsburg ein schweres Erbe an. Der Österreicher soll die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Bruno Labbadia fortsetzen. Da der die "Wölfe" aber eher unerwartet in die Europa League führte, geht Glasner nicht ohne Erfolgsdruck in die Saison, auch wenn Manager Jörg Schmadtke Erfolg nicht am Tabellenplatz festmachen will. In Deutschland  ist der 44-Jährige ein unbeschriebenes Blatt. In der vergangenen Saison führte er den Linzer ASK überraschend zur Vizemeisterschaft, zuvor war er in Ried und als Co-Trainer in Salzburg. Da es zwischen Schmadtke und Labbadia mit der Kommunikation nicht immer geklappt haben soll, bestellte Glasner kurz nach seinem Amtsantritt die Handwerker. "Ich habe eine Trennwand im Büro einreißen lassen, denn ich bin ein absoluter Teamplayer", sagte er bei seiner Vorstellung.

Ante Covic (Hertha BSC)

Ante Covic als damaliger Trainer der Hertha BSC II im Regionalliga Nordost Spiel des FSV Wacker 90 Nordhausen.

Berlins Ante Covic

Ante Covic heißt der neue Trainer bei Hertha BSC. So richtig neu ist er aber nicht. Seit 2010 betreut er diverse Jugendteams, die zweite Mannschaft, war auch schon Interimstrainer der Profis und lief als Spieler mehrere Jahre für die "alte Dame" auf. "Ich kenne uns Berliner, ich weiß, wie wir ticken", sagt er. Mit einer recht jungen Mannschaft will er offensiver zu Werke gehen als sein Vorgänger Pal Dardai das zuletzt gemacht hat - und er will mutiger spielen. "Ich will sie von der Leine lassen und das Spiel aktiver gestalten", sagt der 43-Jährige, der auch taktisch viel variabler zu Werke gehen dürfte. Im Pokal beim VfB Eichstätt (5:1) hat das alles zuletzt schon ordentlich geklappt.

Alfred Schreuder (TSG 1899 Hoffenheim)

1899 Hoffenheim hat seinen langjährigen Coach Julian Nagelsmann an RB Leipzig verloren.  Allzu viel ändern wird sich im Kraichgau aber vielleicht dennoch nicht. Denn der neue Trainer Alfred Schreuder war unter Nagelsmann schon Co-Trainer beim Klub. "In vielen Sachen ticken wir ähnlich. Zusammen hat es super geklappt", sagt Schreuder: "Wir werden nicht viel ändern in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Wir wollen mutig und selbstbewusst, aber auch bodenständig agieren." Schreuder kommt von Ajax Amsterdam, wo er ebenfalls Co-Trainer war, und wird von seinem Bruder Dick unterstützt.

Achim Beierlorzer (1. FC Köln)

Achim Beierlorzer

Kölns Achim Beierlorzer

Vom beschaulichen Regensburg ins aufgeregte Köln ist Achim Beierlorzer gewechselt. Der 51-Jährige will die "Geißböcke" nach dem Aufstieg dauerhaft in der Bundesliga etablieren: "Das bedeutet, dass wir schnellstmöglich mit den unteren Rängen nichts zu tun haben möchten", sagt er: "Wichtig ist es für die Bundesliga, die Qualität zu haben, um dort spielen zu können. Und die haben wir definitiv." Einen radikalen Umbruch gab es im Sommer in Köln nicht, Beierlorzer will das Spiel des FC allerdings beschleunigen. "Ich möchte einen sehr aktiven Fußball spielen, so dass unser Umschaltspiel eine richtige Waffe werden kann", sagt er. Schon in Regensburg ließ er laufintensiv, aggressiv und temporeich spielen.

Julian Nagelsmann (RB Leipzig)

Von den sieben neuen Gesichtern auf den Bundesligabänken ist Julian Nagelsmann der einzige Coach, der innerhalb der Bundesliga den Verein wechselt. Der 31-Jährige kam von Hoffenheim zu RB Leipzig. Dort soll der "Shooting-Star" der Trainerszene den ambitionierten Verein aus Sachsen noch weiter nach vorne bringen. "Ich will nicht nur Spiele gewinnen, sondern etwas Größeres. Es wäre schön, auch mal etwas Blechernes zu holen, etwas aus Metall, Gold oder Silber", sagt Nagelsmann und gibt damit klar die Marschrichtung vor. In Leipzig will Nagelsmann das bisher sehr auf Pressing ausgerichtete Spielsystem flexibler machen - und mehr Ballbesitzanteile integrieren. Sein bevorzugtes System wird dabei wohl eine Dreierkette sein, ein 3-5-2-System mit schnellen Außenspielern. Was ein Problem werden könnte: Nach Platz drei und dem Pokalfinale im vergangenen Jahr sind die Erwartungen hoch.

Nagelsmann redet schon von Titeln mit RB Leipzig Morgenmagazin 09.07.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 09.07.2020 Das Erste

vdv/sid/dpa | Stand: 14.08.2019, 11:57

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