Tolisso und Co. - die "gefühlten" Neuzugänge der Bundesliga

Corentin Tolisso

Endlich (wieder) da

Tolisso und Co. - die "gefühlten" Neuzugänge der Bundesliga

Von Robin Tillenburg

Neben den "echten" Neuverpflichtungen der Bundesligisten gibt es einige Spieler, die in der letzten Saison kaum oder gar nicht bei ihren Teams zum Zug kamen, jetzt aber durchstarten wollen.

Corentin Tolisso

Corentin Tolisso ist bereits seit zwei Jahren Spieler des FC Bayern München - 41,5 Millionen Euro ließ sich der Rekordmeister damals die Dienste des französischen Mittelfeldspielers kosten. In seiner ersten Saison war Tolisso mit 40 Pflichtspieleinsätzen ein wichtiger Bestandteil des Teams, doch ein Kreuzbandriss sorgte danach dafür, dass der 24-Jährige unter Trainer Niko Kovac nur genau 81 Pflichtspiel-Minuten auf dem Rasen stand. Im "System Kovac" ist Tolisso ein Neuzugang - wie der Kroate jüngst selbst erklärte.

Der Trainer ließ auch durchblicken, dass er von den Leistungen des 15-fachen Nationalspielers in der Vorbereitung sehr beeindruckt ist - die Mittelfeldzentrale der Bayern mit Thiago, Javi Martinez, Leon Goretzka, Tolisso, Renato Sanches und gegebenenfalls auch noch Joshua Kimmich und Thomas Müller ist auf jeden Fall auch dank der Rückkehr Tolissos kein Schwachpunkt im Kader.

Endlich wieder da! Die "gefühlten" Neuzugänge der Bundesliga Sportschau 25.07.2019 00:35 Min. Verfügbar bis 25.07.2020 Das Erste

Lucas Torró

Lucas Torro wird von David Abraham umarmt

Als Lucas Torró in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstagabend (25.07.2019) das 1:0 für Eintracht Frankfurt gegen den FC Flora Tallinn erzielte, war David Abraham der erste Gratulant, umarmte den Spanier und flüsterte seinem Teamkollegen etwas zu. Es dürften aufmunternde, ermutigende und lobende Worte gewesen sein. Denn Torró, der im vergangenen Sommer von Real Madrid zur Eintracht gekommen und als feste Größe im defensiven Mittelfeld eingeplant war, hatte ein richtig schweres erstes Jahr bei den Hessen.

Nach dem Tod seines Bruders im Oktober blieb dem heute 25-Jährigen die Chance verwehrt, sich durch die Arbeit auf dem Platz von diesem Schicksalsschlag etwas abzulenken: Verletzungen sorgten dafür, dass er sechs Monate lang zusehen musste und somit nur acht Bundesligaspiele absolvieren konnte. Nach seiner starken Leistung gegen Tallinn lobte ihn auch Sportdirektor Fredi Bobic: "Er hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Man merkt einfach, er hat jetzt die Vorbereitung." Etwas kurios: Schon in der vergangenen Spielzeit hatte er mit einem Treffer die Europa-Saison der Eintracht eröffnet.

Ignacio Camacho

Ignacio Camacho und der VfL Wolfsburg - eine richtige Liebesbeziehung ist das noch nicht. Das liegt aber an keiner der Parteien, sondern am enormen Verletzungspech, dass den Spanier seit dem Wechsel im Sommer 2017 ereilte. Für 15 Millionen Euro sollte Camacho der Defensivanker beim VfL werden, trug sogar schon in seinem vierten Saisoneinsatz 2017 die Kapitänsbinde und behielt sie sechs Spiele lang. Eine Operation am Knöchel zwang ihn zu einer langen Pause, insgesamt elf Bundesligaeinsätze gelangen daher im ersten Jahr. Auch im zweiten wurde es nicht besser. Sechs Spiele, dann war wieder Schluss.

In der Vorbereitung vor der nun anstehenden Spielzeit probierte Camacho den nächsten Anlauf - und es scheint, als würde es erneut Probleme geben: Jüngst ereilte ihn ein gesundheitlicher Rückschlag, Trainer Oliver Glasner hält eine konkrete Rückkehrprognose aktuell für "unseriös", die Karriere sei aber, so Glasner, nicht in Gefahr.

Panagiotis Retsos

Panagiotis Retsos im Zweikampf

Panagiotis Retsos ist immer noch erst 20 Jahre alt und eines der größten Defensivtalente Griechenlands. In seiner Debütsaison für Leverkusen 2017/18 war der vielseitige Grieche auf den verschiedenen Verteidigerpositionen in 28 Spielen für Bayer am Ball und überzeugte meist. Doch Leverkusens Abwehrjuwel verletzte sich danach gleich dreimal und fiel quasi eine komplette Spielzeit aus. Genau 31 Minuten Einsatzzeit 2018/19 warfen ihn in der Innenverteidiger-Rangliste erst einmal zurück. Jetzt will Retsos sich ins Team arbeiten und könnte dabei vor allem mit seiner Vielseitigkeit punkten - auch auf der rechten und linken Seite kann der 1,86-Meter-Mann spielen.

Fin Bartels

Klar, Fin Bartels hat ordentlich Erfahrung im Profifußball. 156 Bundesligaspiele, dazu 144 in der 2. Liga - der 32-jährige Offensivmann von Werder Bremen ist das, was man in den immer jünger werdenden Profikadern "Routinier" nennt. Den Achillessehnenriss, den Bartels sich im Winter 2017 zuzog, würde er wohl gerne aus seinem Erfahrungsschatz streichen. Erst fast eineinhalb Jahre später, nämlich im März 2019, schnupperte er wieder Pflichtspiel-Luft, ehe er sich nach zwei Kurzeinsätzen eine Muskelverletzung zuzog und wieder zuschauen musste. Es sei "nicht einfach" gewesen, den "Qualitätssprung" der Mannschaft nur von draußen beobachten zu können, so Bartels im Trainingslager im Zillertal. Damit soll ja jetzt auch Schluss sein.

Joao Felix im Kreis der Super-Transfers - die Rekordtransfers Sportschau 05.07.2019 00:38 Min. Verfügbar bis 05.07.2020 Das Erste

Stand: 26.07.2019, 11:44

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