DFL will bei Abbruch Meister und Absteiger - Stadionwechsel möglich

Bundesliga wartet auf Politik - Vereine bereiten sich weiter vor

Möglicher Beschluss bei Mitgliederversammlung

DFL will bei Abbruch Meister und Absteiger - Stadionwechsel möglich

Zwei Tage vor der geplanten Fortsetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Liga will die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am Donnerstag (14.05.2020) die 36 Vereine auf einer Mitgliederversammlung noch einmal detailliert auf den Notbetrieb in den leeren Stadien einschwören.

Bei der Video-Konferenz gibt es einigen Gesprächsbedarf, auch mit Blick auf die weitere Zukunft. Dabei soll es um Modalitäten bei einem Saisonabbruch gehen, bestätigte DFL-Aufsichtsrats-Chef Peter Peters der Deutschen Presse-Agentur. "Für diesen absolut unwahrscheinlichen Fall steht für mich fest: Es wird keine Aufstockung - und es muss auch Auf- und Abstieg geben."

Bei Abbruch der Saison solle aus rechtlichen Gründen vor dem offiziellen Ende die aktuelle Tabelle gewertet werden. Somit würde auch bei einem Saisonabbruch ein Meister gekürt werden, es gäbe jeweils zwei feste Absteiger und keine Aufstockung der Ligen. Der "Kicker" berichtete außerdem, dass die DFL über mögliche Stadionwechsel abstimmen lassen will. Demnach soll die DFL kurzfristig einen Wechsel anordnen können, wenn dies aus organisatorischen oder sicherheitstechnischen Gründen notwendig sei.

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Aktueller Bundesliga-Tabellenführer vor dem angestrebten Wiederbeginn am Samstag (16.05.2020) ist der FC Bayern München, die direkten Abstiegsplätze belegen derzeit Werder Bremen und der SC Paderborn. Offen ist, was passiert, wenn Klubs eine unterschiedliche Anzahl an Spielen absolviert haben. In der Bundesliga steht noch das Nachholspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt an, das für den 2./3. Juni vorgesehen ist.

Als zweiten Punkt sollen die Klubs dem Bericht zufolge zustimmen, dass die Saison bis zum 30. Juni, notfalls aber auch im Juli abgeschlossen werden könne. Zahlreiche Spielerverträge enden zum 30. Juni.

Tanz auf dem Hochseil

Das Ziel der DFL und Klubs ist aber weiter die Beendigung der im März unterbrochenen Saison. Nach den zwei positiven Corona-Tests von Samstag (09.05.2020) beim Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden und der daraufhin vom zuständigen Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne für das gesamte Team bis zum 23. Mai gleicht der Neustart jedoch einem Tanz auf dem Hochseil.

Dresdner Quarantäne sorgt für Zweifel am DFL-Konzept Tagesthemen 10.05.2020 02:30 Min. Verfügbar bis 10.05.2021 Das Erste

Nicht nur Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl glaubt, dass das Konzept der DFL nach wie vor "auf tönernen Füßen" steht. "Es geht nicht um Titel, Träume, Triumphe gerade", sagte Eberl am Montagabend (11.05.2020) im ZDF bei "Markus Lanz": "Jeder in seiner Branche versucht, wieder seine Arbeit zu ermöglichen." Die Bundesliga starte auf "Notstrom", man wisse, dass "alles sehr fragil" sei.

Zumal die Milliarden-Branche nicht auf eine bevorzugte Behandlung bei der Bewertung von möglichen Corona-Fällen hoffen darf. "Kontaktpersonen in Kitas, Schulen, Familien und Betrieben werden ausnahmslos unter Quarantäne gestellt, wenn die Gefahr einer Ansteckung und Weiterverbreitung besteht. Es gibt derzeit keinen Anhaltspunkt, warum der Fußball hiervon eine Ausnahme bilden könnte oder sollte", sagte Dresdens Stadtsprecher Kai Schulz zu den Fällen bei Dynamo.

Meldung der Testergebnisse jetzt durch Klubs

Es gebe "keine Vereinbarung zwischen der DFL und staatlichen Stellen", die eine Abweichung von diesem Grundsatz zuließe. Am Dienstag konnten die Sachsen erst einmal aufatmen: Von den am Vortag genommenen Corona-Proben fiel nach Angaben des Klubs keine positiv aus. Auch beim Bundesligisten Hertha BSC gab es bei der vierten Testreihe nur negative Ergebnisse, teilten die Berliner mit.

Wiederaufnahme der Bundesliga - Sind das die richtigen Prioritäten? Sportschau 11.05.2020 11:39 Min. Verfügbar bis 11.05.2021 Das Erste

Weil die Tests nicht mehr synchron wie vor dem Einstieg ins Mannschaftstraining durchgeführt werden, sind ab sofort die Vereine statt der DFL für die Kommunikation zuständig.

Prinzip Hoffnung

Positive Nachrichten vernimmt man in der Frankfurter DFL-Zentrale mit Erleichterung, denn angesichts des knappen Zeitfensters bis zum geplanten Saisonende am 27. Juni könnte jede weitere Spielverlegung das Gesamtkonstrukt ins Wanken bringen. Wegen der Dresdner Quarantäne mussten bereits zwei Zweitliga-Spiele schon vor dem erhofften Wiederanpfiff abgesetzt werden. Bis zum Dienstagnachmittag war nur der 26. Spieltag exakt terminiert.

Sollte es weitere Infektionen geben und die zuständigen Behörden genauso wie in Dresden reagieren, könnte dies den Spielbetrieb schnell zum Erliegen bringen. In der Liga gilt daher das Prinzip Hoffnung. "Mein Gefühl sagt, dass das Ganze dadurch noch nicht wackelt", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. Aber auch er weiß: "Es ist wichtig, dass wir am Wochenende anfangen zu spielen."

Hygienekonzept soll als Anhang in die Spielordnung

Bei der Versammlung am Donnerstag steht außerdem die Verankerung des Konzepts der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" als Anhang in die Spielordnung auf der Agenda. Zudem soll über die Erhöhung des Auswechselkontingents auf fünf Spieler entschieden werden. Das International Football Association Board und der Weltverband FIFA hatten den Weg für eine Regeländerung in der Corona-Krise unlängst frei gemacht.

dpa, red | Stand: 12.05.2020, 21:43

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