Bundesliga klagt über Länderspiele, Hoffenheim darf Spiel nicht verlegen

Geisterspiel bei der TSG Hoffenheim

Fußball

Bundesliga klagt über Länderspiele, Hoffenheim darf Spiel nicht verlegen

Bei den Fußball-Bundesligisten häufen sich die positiven Coronatests, Hoffenheim bat vergeblich um eine Spielverlegung. Derweil klagt DFL-Chef Christian Seifert über die Länderspielreisen.

Am Donnerstag (19.11.20) gab Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen bekannt, dass sich der Klub bei der DFL vergeblich um einen späteren Termin für das Heimspiel bemüht habe. "Wir haben einen Antrag auf eine Spielverlegung auf Sonntag gestellt, dieser wurde aber leider abgelehnt", sagte Rosen. "Diese 24 Stunden hätten uns schon sehr geholfen, aber wir respektieren die Entscheidung vollkommen." Das Spiel gegen den VfB Stuttgart soll wie angesetzt am Samstag um 15.30 Uhr stattfinden.

Hoffenheims Spiel gegen Stuttgart soll wie angesetzt am Samstag stattfinden

Hoffenheims Direktor Fußball Alexander Rosen

Hoffenheims Direktor Fußball Alexander Rosen

Nach dem positiven Test von Offensivspieler Sargis Adamjan bei der armenischen Nationalmannschaft befinden sich mittlerweile sieben Profis der TSG auf der Liste der infizierten Bundesligaprofis. Dazu kommen ein Betreuer und ein Mitglied des Trainerteams.

"Die Corona-Ausfälle waren natürlich ein Schock. Wir haben die Situation aber angenommen und sind damit souverän umgegangen", sagte Rosen. Noch bekommen die Hoffenheimer die geforderten 13 gesunden Spielern inklusive Torhüter zusammen. Die DFL berief sich auf ihre Spielordnung, nach der diese Zahl für eine Verlegung unterschritten werden muss.

Zahl der positiven Tests steigt, Kritik an Länderspielen

In der Bundesliga häufen sich die positiven Tests. Amin Younes (Eintracht Frankfurt) Alassane Plea (Borussia Mönchengladbach), Sargis Adamjan (Hoffenheim), Hee-Chan Hwang (RB Leipzig), Marin Pongracic (VfL Wolfsburg) und Changhoon Kwon (SC Freiburg) kamen in den vergangenen Stunden und Tagen hinzu.

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Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, äußerte nun seinen Ärger über den Ablauf der Länderspiele, auch wenn nicht alle Infektionen zwingend damit in Verbindung stehen müssen.

"Länderspiel-Reisen dürfen nicht den Profifußball gefährden"

"Die derzeitige Situation ist aus Sicht der nationalen Ligen und ihrer Klubs nicht zu akzeptieren", schrieb DFL-Boss Christian Seifert in einem Gastbeitrag für den Kicker: "Es sollte Einigkeit darüber herrschen, dass Länderspiel-Reisen nicht den Spielbetrieb im gesamten Profifußball gefährden dürfen." Die Äußerungen dürften ein taktisches Manöver sein, kommen sie doch am Ende des Länderspielfensters und nicht vor dessen Beginn.

"Ich begrüße es, dass Christian Seifert in diese Kerbe schlägt. Inhaltlich ist es nichts anderes als das, was ich gesagt habe", sagte Hoffenheims Sportchef Rosen: "Ich hätte mir aber gewünscht, dass das Statement früher kommt. Das nächstes Mal ist es im März ein Thema. Das ist jetzt noch so weit weg."

Wer von den zurückkehrenden Profis noch betroffen ist, wird sich schon bald zeigen. Die Spieler werden getestet und isoliert, bis ein Ergebnis vorliegt. Die DFL forderte ihre Klubs zu "höchster Aufmerksamkeit und Disziplin" auf. Die große Sorge neben der um die Gesundheit der Spieler ist die, dass der Spielplan nicht eingehalten werden kann - denn Ausweichtermine gibt es kaum.

Mehrere Ukraine-Spieler positiv getestet nach Deutschland-Spiel Mittagsmagazin 17.11.2020 01:24 Min. Verfügbar bis 17.11.2021 Das Erste

Kritik an Länderspielen - Klubs aber selbst mit heiklen Spielen

Der Kritik an den Länderspielen folgt für einige Klubs im Europapokal aber eine neue Phase der Reisen oder Heimspielen gegen Klubs aus Ländern, in denen ein stärkeres Infektionsgeschehen stattfindet.

Leipzig reist nach Frankreich. Borussia Mönchengladbach spielt gegen Donezk aus der Ukraine - sieben Spieler aus Donezk standen im Kader gegen Deutschland, darunter die nachträglich positiv getesteten Sergej Krywzow und Junior Moraes. Bayern München spielt gegen Salzburg, wo erst am 9. November sechs positive Tests bekannt wurden.

Und mit einem mulmigen Gefühl dürften die Hoffenheimer Spieler nach Tschechien zu Slovan Liberec reisen. Vor dem Hinspiel hatte der Klub 15 positive Tests. Ein Zusammenhang mit der aktuell hohen Zahl an Infektionen bei Hoffenheim bleibt aber spekulativ.

Bundesligisten im Europapokal
DatumWettbewerbBegegnung
24.11.2020Champions LeagueBor. Dortmund - FC Brügge
24.11.2020Champions LeagueParis Saint-Germain - Leipzig
25.11.2020Champions LeagueBor. M'gladbach - Schachtar Donezk
25.11.2020Champions LeagueBayern München - Salzburg
26.11.2020Europa LeagueB. Leverkusen - H. Beer Sheva
26.11.2020Europa LeagueSlovan Liberec - TSG Hoffenheim

nch/dpa/sid | Stand: 19.11.2020, 12:28

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