Gladbach will sich schütteln

Gladbachs Plea und Drmic beim Anstoß

Spiel gegen den FC Bayern München

Gladbach will sich schütteln

"Kurz schütteln, und dann geht's weiter" - das ist das Credo von Borussia Mönchengladbach nach zwei Heimpleiten in Folge. Allerdings kommt jetzt der FC Bayern, und der Vorsprung im Kampf um die Champions-League-Plätze droht zu schmelzen.

Vor ein paar Wochen träumten sie rund um den Borussia-Park in Mönchengladbach noch von der Meisterschaft - nicht Sportdirektor Max Eberl oder Trainer Dieter Hecking, doch der ein oder andere Fan. Und auch die Medien und Fußballexperten analysierten munter, ob die "Fohlen" denn schon reif seien für den Titel.

Nach drei sieglosen Spielen in Serie ist Ernüchterung eingekehrt, von der Meisterschaft redet niemand mehr. Noch liegen die Borussen in der Tabelle auf Rang drei, einem Champions-League-Platz. Und ein solcher soll es am Ende nach der bisher guten Saison schon sein. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Fünfplatzierten VfL Wolfsburg. Das hört sich immer noch komfortabel an, obwohl mit Frankfurt, Leverkusen und Hoffenheim gleich drei weitere Teams in Lauerstellung sind.

Dritte Heimpleite in Serie?

Doch jetzt kommt am Samstag (02.03.2019) der wiedererstarkte Rekordmeister Bayern München nach Mönchengladbach. Es droht nach den beiden 0:3-Niederlagen gegen Hertha BSC und den VfL Wolfsburg erneut eine Heimpleite. Dabei war der Borussia-Park in dieser Saison lange eine scheinbar uneinnehmbare Festung. Der Vorsprung droht zu schmelzen.

Die Macher in Gladbach wollen davon nichts wissen. "Nicht alles in Grund und Boden reden. Ein Polster haben wir immer noch. Wir lassen uns nicht treiben", sagt Sportdirektor Max Eberl. Trainer Dieter Hecking will "die Ruhe behalten" und "den Kopf hochnehmen".

Historie - Der jahrelange Titelkampf zwischen Gladbach und Bayern Sportschau 12.04.2018 01:47 Min. Verfügbar bis 27.02.2020 Das Erste

"Nicht schlecht gespielt"

Wer genau hinschaut, der erkennt bei der Borussia keine Krise, sondern allenfalls eine "Ergebnis-Krise". Gegen Berlin und Wolfsburg wurden hochkarätige Chancen teils kläglich vergeben, in beiden Spielen war die Chance da, in Führung zu gehen. Bei den Gegentreffern half die Defensive kräftig mit. "Wir waren vorne zu umständlich, hinten waren die Gegentore zu einfach", sagt auch Lars Stindl. In der derzeit "schwierigen Phase" belohne man sich nicht für den "betriebenen Aufwand", so der Kapitän. "Man kann es nicht erklären", sagt auch Trainer Hecking. Seine Elf habe "nicht schlecht gespielt".

Frust will keiner zulassen. Stattdessen fordert Sportdirektor Eberl, man möge sich doch bitteschön der Situation stellen und sie als gegeben akzeptieren. "Bisher haben wir eine herausragende Saison gespielt. Die aktuelle Phase müssen wir annehmen", sagt er. Einige Dinge müssten verändert werden, doch das sind nach Eberls Auffassung Kleinigkeiten. Man brauche wieder Leichtigkeit und Lockerheit "und das Quäntchen Glück, das für uns momentan etwas härter zu erarbeiten ist."

Hecking: "Du musst die Ruhe behalten" Sportschau 01.03.2019 01:00 Min. Verfügbar bis 01.03.2020 Das Erste

Keine Angst vor den Bayern

Sein Ratschlag an die Mannschaft ist einfach: "Kurz schütteln, und dann geht's weiter." Christoph Kramer hadert da auch nicht mit dem nächsten Gegner. "Auch das Spiel gegen den FC Bayern München geht wieder bei 0:0 los", sagt er. Und Florian Neuhaus erklärt in der "Bild"-Zeitung: "Die Bayern kommen immer zum richtigen Zeitpunkt. Wir wollen unseren Fans etwas zurückgeben, am besten schon gegen die Bayern. Aber wir müssen diesmal unsere Chancen nutzen."

Mut macht ein Blick in die Statistik. Die Borussia ist für die Bayern immer noch der erklärte Angstgegner. Nirgends ist die Bilanz der Münchner schlechter. Und im Hinspiel landeten die "Fohlen" sogar auswärts einen glatten 3:0-Sieg.

sid/dpa/red/vdv | Stand: 01.03.2019, 09:38

Darstellung: