Borussia Dortmund - Klarheit bei den Bossen, offene Fragen im Kader

Marco Rose, Hans-Joachim Watzke und Sebastian Kehl entscheiden über die BVB-Zukunft

Was wird aus Sancho und Haaland?

Borussia Dortmund - Klarheit bei den Bossen, offene Fragen im Kader

Von Sebastian Hochrainer

Hans-Joachim Watzke, Sebastian Kehl und Marco Rose werden in der Zukunft bei Borussia Dortmund die Entscheidungen fällen. So klar die Situation bei den BVB-Verantwortlichen ist, so viele Baustellen hat der Kader.

Borussia Dortmund hat in den vergangenen Wochen Fakten geschaffen. Nach der Verpflichtung von Trainer Marco Rose, der dank einer Ausstiegsklausel in Höhe von fünf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach kommt, und der Bekanntgabe, dass Sebastian Kehl, aktuell Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, 2022 für Michael Zorc den Posten des Sportdirektors übernimmt, hat der BVB am Montag bekanntgegeben, dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke - wie auch die Vorstände Thomas Treß (Finanzen) sowie Carsten Cramer (Marketing) - einen neuen Vertrag bis 2025 unterschrieben hat.

Bleibt auch Rauball länger?

Abgesehen vom Posten des Präsidenten - Reinhard Rauball hat noch nicht bekanntgegeben, ob er über 2022 hinaus weitermacht - steht demnach bereits fest, wer beim BVB in den kommenden Jahren die Entscheider sind. Und für alle steht eine turbulente Zeit bevor, denn in den nächsten Jahren wird es auch eine Aufgabe, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auszugleichen. Treß muss gegen die finanziellen Einbußen (in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 waren es 26,3 Millionen Euro Verlust) anarbeiten, Cramer unter anderen Sponsorenverträge unter den erschwerten Bedingungen verhandeln. Und Watzke, Kehl und Rose den Kader aufstellen.

Wie die Mannschaft zukünftig aussieht, ist im Vergleich zur Besetzung der Führungsetage in vielen Fällen noch offen. Gerade die Personalien Jadon Sancho und Erling Haaland werden in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. Beide sind zwar noch vertraglich - Sancho bis 2023, Haaland bis 2024 - an den BVB gebunden, dass beide in der nächsten Saison noch im Dortmunder Trikot auflaufen, gilt aber als sehr unwahrscheinlich.

Sancho könnte im Sommer wechseln

Bei Sancho heißt es, dass die Borussen, nachdem sie im vergangenen Sommer das heftige Werben von Manchester United noch abgeblockt haben, diesmal einlenken würden, sofern der englische Nationalspieler einen Wechsel anstrebt und der aufnehmende Verein eine entsprechende Ablöse - weniger als die vor einem Jahr geforderten 120 Millionen Euro - zahlt.

Die BVB-Stars Jadon Sancho (l.) und Erling Haaland

Die BVB-Stars Jadon Sancho (l.) und Erling Haaland

Haaland gilt hingegen als unverkäuflich. Der Top-Stürmer ist mit 33 Toren in 31 Pflichtspielen eine Art Lebensversicherung seiner Mannschaft. In Medienberichten wurde bereits spekuliert, dass der BVB erst bei einer Summe von 180 Millionen Euro schwach werden könnte. Ob diese Ablöseforderung stimmt oder nicht - Dortmund wird Haaland auf jeden Fall halten wollen.

Champions League ohne Haaland? Kaum vorstellbar

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, wie sehr der Norweger bei diesem Vorhaben mitspielt. Schafft es der BVB noch unter die Top vier und erreicht die Champions League, stehen die Chancen gut, dass Haaland auch weiterhin den Willen hat, für die Borussen aufzulaufen. Sollte es Dortmund nicht schaffen, dürfte die Personalie an Fahrt aufnehmen. Denn Haaland und sein Umfeld werden kaum einsehen, dass der Stürmer, der nach Ansicht von Experten wie Sevilla-Trainer Julen Lopetegui "eine Ära prägen" werde, nicht in der Königsklasse spielt.

Die Entscheider Watzke, Kehl, Zorc und Rose, der Haaland schon bei RB Salzburg trainierte, werden in diesem Sommer noch mitreden können. "Ich kann nur sagen, dass wir weiter mit ihm planen. Ich glaube, dass er sich nicht so unwohl hier in Dortmund fühlt", sagte Zorc zuletzt. Erst 2022 hat der 20-Jährige die Möglichkeit per Ausstiegsklausel zu wechseln.

Zukunft von Brandt ungewiss

Sancho und Haaland sind jedoch nicht die einzigen Personalien im Kader, die noch geklärt werden müssen. Im Tor gibt es keine klare Nummer eins, der BVB soll deshalb an Peter Gulacsi von RB Leipzig interessiert sein. Roman Bürki würde dann zum Verkaufskandidaten werden. Auf der rechten Seite hat Thomas Meunier enttäuscht, seine BVB-Zukunft ist ebenso offen wie die von Mittelfeldspieler Julian Brandt, der mit seiner Situation im Klub nicht zufrieden ist.

Wie der BVB der Zukunft auf dem Platz aussehen wird, ist noch offen. Welche Köpfe die nächsten Jahre des Klubs gestalten werden, ist aber immerhin klar.

Stand: 29.03.2021, 17:23

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