Dortmund lässt auch gegen Bremen Punkte liegen

Mahmoud Dahoud (r) und Leonardo Bittencourt von Bremen

Borussia Dortmund - Werder Bremen 2:2

Dortmund lässt auch gegen Bremen Punkte liegen

Borussia Dortmund hat im Meisterrennen der Bundesliga erneut wichtige Punkte verloren. Sechs Tage nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt erzielte der Titelkandidat auch gegen das ersatzgeschwächte Werder Bremen am Samstagabend (28.09.19) nur ein 2:2 (2:1).

Milot Rashica (7. Minute) und Marco Friedl (55.) schossen die ohne sieben verletzte Spieler angetretenen Gäste zum nicht unverdienten Punkt. Für Dortmund waren die Treffer von Mario Götze (9.) bei seinem Startelf-Debüt in dieser Saison und von Kapitän Marco Reus (41.) zu wenig für einen Sieg.

Die Einstellung eines Klub-Rekords aus der Ära von Ex-Coach Jürgen Klopp war ein schwacher Trost für das Team vom aktuellen Trainer Lucien Favre. Im 28. Heimspiel in Serie gelang den Borussen mindestens ein Tor. Vom überraschenden 1:3 des bisherigen Tabellenführers RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 profitierten die Dortmunder nicht: Mit elf Punkten fielen sie auf Rang sieben und damit auch hinter die Schalker zurück. Bremen ist mit sieben Punkten zumindest bis Sonntag Zehnter - und glücklich über den Punktgewinn. "Wenn du 2:2 in Dortmund spielst, ist das ein gutes Ergebnis", sagte Werder-Kapitän Davy Klaassen im WDR-Interview. "Die erste Halbzeit war nicht so gut, die zweite war etwas besser."

Davy Klaassen: "Wenn du 2:2 in Dortmund spielst, ist das ein gutes Ergebnis"

Sportschau 28.09.2019 01:15 Min. Verfügbar bis 28.09.2020 ARD Von WDR-Reporterin Anne van Eickels

Werder spielt taktisch variabel

Der BVB war spielbestimmend, druckvoll und engagiert. Trotz einer Vielzahl an Chancen tat sich das Favre-Team dennoch schwer gegen die von Trainer Florian Kohfeldt bestens eingestellten Gäste. Werder agierte taktisch variabel, verteidigte klug und setzte im richtigen Moment gefährliche Angriffe.

Schon früh schockierten die Bremer den BVB, nachdem Axel Witsel im Mittelfeld einen Zweikampf gegen Bremens Davy Klaassen verloren hatte. Dessen Klasse-Zuspiel auf Rashica nutzte der Kosovare mit einem ebenso tollen Abschluss ins lange Eck zur frühen Führung. "Es darf uns nicht passieren, so ins Spiel zu starten", sagte BVB-Torwart Roman Bürki dem WDR. "Wir waren nicht bereit von Anfang an."

Roman Bürki: "Wir waren von Anfang an nicht bereit"

Sportschau 28.09.2019 02:40 Min. Verfügbar bis 28.09.2020 ARD Von WDR-Reporterin Anne van Eickels

Götze trifft bei Startelfdebüt

Doch Dortmund antwortete auf den frühen Rückstand prompt durch Götze. Der 27 Jahre alte Weltmeister von 2014 durfte vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Slavia Prag endlich mal von Beginn an ran und zeigte bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison, welchen Wert er immer noch für die Mannschaft haben kann. Allerdings profitierte der mit 1,76 Meter verhältnismäßig kleine Götze bei seinem Kopfballtor auch von einem Stellungsfehler seines knapp zehn Zentimeter größeren Gegenspielers Michael Lang.

Kurz vor der Pause nutzte Reus eine Vorlage von Thorgan Hazard per Kopf zur verdienten Führung. Das vierte Saisontor des Nationalspielers war aber zu wenig. Ohne den zuletzt starken Weltmeister Mats Hummels, der wegen muskulärer Probleme nicht im Kader stand, sah der BVB nach der Pause gar nicht gut aus: Friedl nickte eine Kopfballverlängerung von Joshua Sargent nach einer Ecke zum Ausgleich ein. "Wir haben heute wieder bei Standards weder gut verteidigt noch sind wir offensiv gefährlich geworden", sagte Bürki. "Das muss sich endlich einmal ändern, denn das könnte eine Riesenwaffe sein."

BVB zeigt Mentalität

Fehlende Mentalität konnte keiner der 81.365 Zuschauern den Dortmunder Spielern vorwerfen: Sie stürmten weiter und erspielten sich etliche Möglichkeiten - nutzen konnten sie aber keine mehr. Auch Bürki ist die Mentalitätsdebatte, verschärft durch ein emotionales Interview von Reus, leid. "Wer meint, dass wir keine Mentalität haben, soll mal schauen, wie viele Spiele wir in der vergangenen Saison gedreht haben. Das ist unglaublich. Da kann niemand sagen, dieses Team habe keine Mentalität."

Dortmund jetzt in Prag und Freiburg

Für den BVB geht es jetzt auf Champions-League-Reise, am Mittwoch steht um 18.55 Uhr die Partie bei Slavia Prag an. Das nächste Bundesligaspiel ist dann die Auswärtspartie beim SC Freiburg am Samstag um 15.30 Uhr. Werder Bremen tritt am Sonntag um 18 Uhr bei Eintracht Frankfurt an.

Fußball · Bundesliga · 6. Spieltag 2019/2020

Samstag, 28.09.2019 | 18.30 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek, Weigl, Akanji, Hakimi – Dahoud (67. Brandt), Witsel – T. Hazard, Reus, Sancho (80. Guerreiro) – M. Götze (72. Alcácer)

2
Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Groß, Friedl – Lang, N. Sahin, Klaassen – M. Eggestein, Bittencourt (82. J. Eggestein) – Sargent (87. Pizarro), Rashica (73. Goller)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Rashica (7.)
  • 1:1 M. Götze (9.)
  • 2:1 Reus (41.)
  • 2:2 Friedl (55.)

Strafen:

  • gelbe Karte Weigl (1 )

Zuschauer:

  • 81.365

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Stand der Statistik: Samstag, 28.09.2019, 20:24 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Tore 2 2
Schüsse aufs Tor 7 5
Ecken 9 2
Abseits 0 3
gewonnene Zweikämpfe 108 99
verlorene Zweikämpfe 99 108
gewonnene Zweikämpfe 52,17 % 47,83 %
Fouls 8 10
Ballkontakte 932 584
Ballbesitz 61,48 % 38,52 %
Laufdistanz 121,22 km 124,16 km
Sprints 260 167
Fehlpässe 71 63
Passquote 90,29 % 82,93 %
Flanken 18 7
Alter im Durchschnitt 26,1 Jahre 26,7 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 28.09.2019, 21:17

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. M´gladbach816
2.VfL Wolfsburg816
3.Bayern München815
4.Bor. Dortmund815
5.RB Leipzig815
 ...  
16.FC Augsburg86
17.1. FSV Mainz 0586
18.SC Paderborn 0781
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