Alcácer tritt beim BVB in große Fußstapfen

Paco Alcácer

Debüt gegen Eintracht Frankfurt?

Alcácer tritt beim BVB in große Fußstapfen

Von Marcus Bark

Paco Alcácer steht bei Borussia Dortmund vor seinem Bundesligadebüt. Der "richtige Mittelstürmer" tritt in große Fußstapfen.

Ein Stürmer wird bekanntlich an Toren gemessen, erst recht ein Mittelstürmer. Alcácer wird also vor allem an Toren gemessen werden, auch wenn sein Trainer Lucien Favre über den Spanier sagt: "Du kannst mit ihm auch gut kombinieren." Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sagt über Alcácer, dass der ein "richtiger Mittelstürmer" sei, "der vom Spielstil her gut zu uns passt".

Marco Reus könne im Zentrum des Angriffs spielen, auch Maximilian Philipp, hatten sie in Dortmund gesagt, als sie während der Vorbereitung auf das Thema Mittelstürmer angesprochen wurden. Aber Zorc, Favre und auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ließen stets durchblicken, dass sie gerne einen "richtigen" hätten, einen, der wenig Anlauf braucht, der im Strafraum zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und dann die Nerven behält, wenn er zum Abschluss kommt.

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Ein paar Tage vor dem zweiten Saisonspiel wurde Alcácer verpflichtet. Dem auskunftsfreudigen FC Barcelona ist es zu verdanken, dass die Eckdaten des Wechselgeschäfts bekannt wurden. Der katalanische Klub teilte mit, dass der börsennotierte Verein aus Westfalen zwei Millionen Leihgebühr für eine Saison mit Alcácer bezahle. Sollte der BVB den Spanier dann verpflichten wollen, müsse er 23 Millionen Euro bezahlen, es könnten fünf Millionen an Boni hinzukommen.

In Hannover, beim 0:0, fehlte Alcácer noch im Kader. Am Freitag (14.09.2018), zum Auftakt des dritten Spieltags, dürfte das anders sein. Favre ließ offen, ob der Neuzugang gegen Eintracht Frankfurt auflaufen werde: "Wir müssen ihn peu à peu integrieren.“

Treffsichere Vorgänger

Mittelstürmer bei Borussia Dortmund, da hat es in den vergangenen zehn Jahren einen Ciro Immobile gegeben, der in 24 Bundesligaspielen nur drei Tore schoss. Es gab einen Nelson Valdez, dessen Trefferquote kaum besser war (der allerdings auch häufig auf den Flügeln spielte).

Dann gab es aber eben auch einen Lucas Barrios, einen Robert Lewandowski und einen Pierre-Emerick Aubameyang, der in 144 Bundesligaspielen 98 Tore erzielte. Eine noch bessere Quote weist Michy Batshuayi auf, der in der vergangenen Rückrunde vom FC Chelsea ausgeliehen war und für sieben Tore nur zehn Einsätze benötigte.

Stürmer des BVB im Vergleich
NameBundesligaspieleBundesligatoreTore pro Spiel
Michy Batshuayi1070,7
Pierre-Emerick Aubameyang144980,68
Robert Lewandowski131740,56
Lucas Barrios83390,47
Nelson Valdez113160,14
Ciro Immbile2430,13

Die Fußstapfen sind groß, in die der mit 1,76 Meter für einen Mittelstürmer recht kleine Alcácer tritt. Er schoss für den FC Valencia, FC Barcelona und FC Getafe 43 Tore in 151 Spielen der Primera Division. Das bedeutet von der Quote her: doppelt so hoch wie Valdez beim BVB, die Hälfte von Lewandowski.

Zwei Mal Europameister mit der U19

Paco Alcácer wurde mit Spanien Torschützenkönig bei der U17-EM 2010, in den beiden folgenden Jahren mit der U19 Europameister. Vor 25 Jahren ganz in der Nähe von Valencia geboren, begann er beim dortigen Club de Fútbol seine Karriere als Profi. Bei seinem ersten Spiel im großen Stadion Mestalla, ein Test gegen AS Rom, traf er für Valencia. Sein Vater war Augenzeuge, erlitt nach Abpfiff einen Herzinfarkt und starb mit gerade Mal 44 Jahren. Jedes Tor widme er daher seinem Vater, sagte Paco Alcácer mal.

Vor zwei Jahren wechselte er für eine Ablöse von 30 Millionen Euro zum FC Barcelona, bei dem Stürmer wie Lionel Messi, Luis Suarez, Ousmane Dembélé und Philippe Coutinho im Kader stehen, damals auch noch Neymar. Wenn es wichtig war, blieb Alcácer nur ein Platz auf der Bank, wenn überhaupt. Oft wurde er bei seinen 37 Einsätzen für die Katalanen in der Primera Division eingewechselt.

So dürfte es beim BVB auch losgehen, was zunächst aber nur an der noch fehlenden Integration liegt.

Stand: 13.09.2018, 15:43

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