BVB - Derby zeigt den Zwang zu Veränderungen

Hans-Joachim Watzke (l.), Michael Zorc

Nach der Niederlage gegen Schalke

BVB - Derby zeigt den Zwang zu Veränderungen

Von Marcus Bark

Die Niederlage im Revierderby beim FC Schalke 04 hat Borussia Dortmund nochmal deutlich vor Augen geführt, dass die schon angekündigten Veränderungen zwingend notwendig sind. Wie kann der Umbruch aussehen?

Stille. Sowohl bei Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (Foto, l.) als auch bei Sportdirektor Michael Zorc (r.). Die Entscheidungsträger von Borussia Dortmund schwiegen nach dem verlorenen Derby. Eine Niederlage beim FC Schalke 04 ist für die Schwarz-Gelben besonders bitter. So harmlos, ideenlos und leidenschaftslos wie sich der BVB am Sonntag (15.04.2018) in der Gelsenkirchener Arena präsentierte, muss es noch schlimmer gewesen sein.

Die Erkenntnis, dass es (spätestens) im Sommer Veränderungen geben muss, war schon früher gereift. Von einem bevorstehenden Umbruch ist schon lange die Rede, einiges ist darüber auch schon bekannt. So wird Matthias Sammer, der sich auch in der Vergangenheit schon häufiger mit Watzke austauschte, offiziell als externer Berater fungieren. Der ehemalige BVB-Profi Sebastian Kehl, studierter Sportmanager und Fußball-Lehrer, soll Leiter der Lizenspielerabteilung werden. Die offizielle Mitteilung darüber steht noch aus.

Stögers Abgang wahrscheinlich

Die wichtigste Personalie wird die des Trainers sein. Der Vertrag von Peter Stöger ist noch bis zum 30. Juni 2018 gültig. "Das ist auch gut so", sagte der Österreicher am Sonntag zur Sportschau. Daraus ergab sich, zusammen mit den Beobachtungen auf Schalke und den Wochen zuvor der Schluss, dass er seinen Abschied verkündete. Das liegt nahe, muss aber nicht zwingend so sein.

Nach Informationen der Sportschau steht Julian Nagelsmann bei den Verantwortlichen des BVB weiterhin sehr hoch im Kurs. Der Trainer der TSG Hoffenheim wäre aber erst im Sommer 2019 zu haben. Ein Jahr müsste also überbrückt werden. Kaum anzunehmen, dass sich ein Lucien Favre auf einen Vertrag mit so geringer Laufzeit einlassen würde. Das dürfte auch für Marco Rose von RB Salzburg gelten, der nach einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" "ganz oben auf der Wunschliste" des BVB stehe.

Stöger - "Mein Dienstverhältnis geht bis Ende Juni, und das ist gut so"

Sportschau | 16.04.2018

Sollte den Dortmundern die Qualifikation für die Champions League gelingen, scheint ein neuer Vertrag für Stöger möglich. Aber ein Wechsel ist angesichts des spielerischen Niedergangs in den vergangenen Wochen wahrscheinlicher.

Zentraler Stürmer auf der Einkaufsliste

Watzke kündigte an, dass es im Kader größere Veränderungen geben werde. Noch ist kein Transfer bekanntgegeben worden. Sicher ist, dass der BVB einen zentralen Stürmer verpflichten wird. Die Leihe von Michy Batshuayi läuft im Sommer aus. Der Belgier gilt als einer der Kandidaten, sollte ihn der FC Chelsea verkaufen wollen. Ansonsten gibt es nur Gerüchte.

Fest steht, dass Roman Weidenfeller seine Karriere beenden wird. Folglich benötigt der BVB einen neuen Torhüter im Kader. Ob der als Ersatz für Roman Bürki gelten oder in einen offenen Wettkampf um die Rolle des Stammtorhüters geschickt wird, dürfte auch vom Spielstil des Trainers der kommenden Saison abhängen. Für einen Ansatz, der auf Ballbesitz und Dominanz ausgelegt ist, dürften sich bessere Kandidaten finden.

Struktur wichtiger als Positionen

Bei den Neuzugängen, so heißt es beim BVB, solle generell mehr auf die Struktur als auf Positionen geachtet werden. Es fehlt, auch das zeigte diese Saison, an einem oder mehreren Spielern, die bei schlechtem Spielverlauf positiven Einfluss auf die Kollegen nehmen. Dieses Defizit ist seit langem ausgemacht, ein Nachfolger für Mats Hummels aber nicht gefunden worden.

Zudem gilt es, die Mannschaft wieder zu einen. Interne Schwierigkeiten wurden von Zorc im Dezember 2017 zugegeben, sie bestehen weiterhin.

Bewegung bei den Außenverteidigern

Bewegung dürfte es auf den Positionen der Außenverteidiger geben. Kapitän Marcel Schmelzer ist sportlich umstritten, Jeremy Toljan spielt unter Stöger nur eine untergeordnete Rolle, Raphaël Guerreiro hat mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Seine Bereitschaft, den Anforderungen eines Profisportlers entsprechend zu leben, gilt zudem als beschränkt. Jonas Hector, der mit dem 1. FC Köln vermutlich absteigen wird, wird als Neuzugang für den BVB gehandelt.

Kandidaten für einen Abgang

Toljan (l) und Lazaro im Duell um den Ball

Kandidat für einen Wechsel: Jeremy Toljan (l.)

Toljan und Guerreiro gelten als Kandidaten für einen Abgang, genau wie Sokratis, der als Innenverteidiger zu schwach in der Spieleröffnung ist.

Häufig kommt es jedoch vor, dass Spieler unter einem anderen Trainer wieder auf ihr höchstes Leistungsniveau gelangen. Daher dürften viele Entscheidungen erst getroffen werden, wenn Borussia Dortmund seinen Fußball-Lehrer für die Saison 2017/18 gefunden hat. Es ist davon auszugehen, dass die Lösung noch im April präsentiert wird. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird trotz der angekündigten Veränderungen sein, Spieler wie Julian Weigl, Gonzalo Castro, Christian Pulisic, Mario Götze und André Schürrle wieder auf ihr höchstes Leistungsniveau zu bringen.

Stand: 16.04.2018, 13:00

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1.Bayern München3178
2.FC Schalke 043156
3.Bor. Dortmund3154
4.Bayer Leverkusen3151
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 ...  
16.SC Freiburg3130
17.Hamburger SV3125
18.1. FC Köln3122

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