Arminia Bielefeld - "Schlauchboot" vor ungewissem zweiten Jahr

Die Spieler von Arminia Bielefeld während einer Trinkpause

Arminia Bielefeld - "Schlauchboot" vor ungewissem zweiten Jahr

Arminia Bielefeld hat nach dem Klassenerhalt vergangene Saison diesen wieder als Ziel. Ob der DSC das schafft, bleibt abzuwarten - denn einige Schlüsselspieler sind nicht mehr da.

In Bielefeld geht man wie schon in der Aufstiegssaison gelassen in die neue Bundesliga-Spielzeit. Für den DSC war der Klassenerhalt fast eine Sensation und genau diese wollen die Ostwestfalen nun wiederholen. Der Kader hat sich leicht verändert - dafür allerdings auf den Schlüsselpositionen. Wofür es genau reicht, weiß niemand so recht.

So lief die vergangene Saison

Arminia Bielefeld hat überrascht: Die Ostwestfalen galten bei vielen Experten als Abstiegskandidat Nummer eins - zu klein der Etat, zu klein die Möglichkeiten, den Kader entsprechend aufzustellen. "Wir sind ein Schlauchboot und die anderen haben große Motorboote", hatte DSC-Geschäftsführer Samir Arabi die Situation vor der Saison beschrieben. Doch der DSC punktete mit viel Einsatzwillen, Laufbereitschaft und vor allem mannschaftlicher Geschlossenheit - und war damit schneller als drei andere "Motorboote".

Dennoch wurde der Klassenerhalt eine Zitterpartie. Seit dem 8. Spieltag stand die Arminia nie höher als Platz 15, pendelte zwischen "Bleiben" und "Gehen" hin und her. Nach sechs sieglosen Spielen von Januar bis März musste man schon ernsthaft um die Arminia bangen und Trainer Uwe Neuhaus wurde durch Frank Kramer ersetzt.

Dieser stabilisierte auf Anhieb die Defensive. Nach dem Trainerwechsel kassierte die Arminia nur beim 0:5 gegen Mönchengladbach nochmal mehr als ein Gegentor. Darunter litt zwar etwas die Spielweise, die nun sehr defensiv wurde und auf Konterchancen setzte. Die Ergebnisse gaben Kramer allerdings Recht. Mit drei ungeschlagenen Spielen zum Ende der Saison gelang schließlich der Sprung auf Platz 15 und damit der Verbleib in Deutschlands Eliteklasse.

Wer kommt, wer geht

Schauen wir zunächst auf die Spieler, die nicht mehr beim DSC sind: Da fällt der Abgang von Leih-Spieler Ritsu Doan schwer ins Gewicht. Der Japaner war einer der Unterschiedsspieler in der abgelaufenen Spielzeit. Gerne hätte die Arminia Doan fest verpflichtet, doch die millionenschwere Ablöseforderung der PSV Eindhoven war zu hoch - nicht zu stemmen für die Bielefelder.

Auch andere Leihspieler wie Arne Maier oder Sergio Cordova verließen den Verein. Die Talente Noel Niemann, Jermaine Consbruch und Sebastian Müller wurden verliehen und sollen in Österreichs erster Liga sowie bei Eintracht Braunschweig Spielpraxis bekommen.

Fest verpflichtet hat man nach seiner Leihe dagegen Flügelspieler Masaya Okugawa. Dazu sollen Florian Krüger und Janni Serra im Sturm Alleinunterhalter Fabian Klos entlasten. Im Mittelfeld kamen als Maier-Ersatz Sebastian Vasiliadis aus Paderborn sowie statt Doan Alessandro Schöpf von Schalke 04 - beide ablösefrei. In der Innenverteidigung soll Guilherme Ramos neben dem aufstrebenden Amos Pieper für Sicherheit sorgen.

Janni Serra

Janni Serra

Insgesamt ist die Transfertaktik der Bielefelder wieder deutlich zu erkennen. Keine großen Sprünge, sondern stattdessen viele junge, entwicklungsfähige Spieler, die ablösefrei oder relativ billig zu haben waren. So ist mit Schöpf der älteste Zugang gerade mal 27 Jahre alt.

Stand: 05.08.2021, 08:00

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