Tschüss, Ciao, Servus! Die Abschiede der Fußball-Bundesliga

Tschüss, Ciao, Servus! Die Abschiede der Fußball-Bundesliga

Der 34. Spieltag ist Abstiegskampf und Schaulaufen - für viele aber auch ein Abschied. Für Spieler, Trainer und Schiedsrichter endet die Zeit in der Bundesliga. Ein Streifzug durch die Teams: Von A wie Alaba bis W wie Wendt.

David Alaba (l), Lukasz Piszczek (m) und Sami Khedira (r) verlassen die Bundesliga am Saisonende

Der 34. Spieltag ist Abstiegskampf und Schaulaufen - für viele aber auch ein Abschied. Für Spieler, Trainer und Schiedsrichter endet die Zeit in der Bundesliga. Ein Streifzug durch die Teams: Von A wie Alaba bis W wie Wendt.

Der 34. Spieltag ist Abstiegskampf und Schaulaufen - für viele aber auch ein Abschied. Für Spieler, Trainer und Schiedsrichter endet die Zeit in der Bundesliga. Ein Streifzug durch die Teams: Von A wie Alaba bis W wie Wendt.

David Alaba (FC Bayern München): Der sympathische Österreicher ist zwar erst 28 Jahre alt, aber trotzdem schon längst ein "Alter Hase". Nach 13 Jahren beim FCB sucht er jetzt eine neue sportliche Herausforderung. Wohin die Reise von David Alaba geht, ist zwar noch nicht offiziell, aber ein offenes Geheimnis. Er wechselt zur neuen Saison wohl zu Real Madrid. Schwer fällt der Abschied auf jeden Fall: "Ob mir äußerlich die Tränen kommen, kann ich jetzt noch nicht sagen - aber innerlich mit Sicherheit", sagte Alaba.

Jérôme Boateng (FC Bayern München): Gemeinsam mit Alaba hat auch Boateng neun Meisterschaften mit den Bayern gewonnen. Boateng war zwischenzeitlich allerdings schon weg vom Fenster, bis ihn Trainer Hansi Flick wieder zu einem Innenverteidiger von internationaler Klasse aufblühen ließ. Anfang des Jahres war wohl auch Boatengs Vertragsverlängerung Teil des Streits zwischen Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Das Ende vom Lied: Flick und Boateng verlassen den Klub. Wo Boateng nächstes Jahr spielt, ist noch ungewiss.

Hansi Flick (FC Bayern München): Wohl kaum ein Trainer hat in so kurzer Zeit so viel bewegt und so viele Titel gewonnen. Er kam als Nachfolger von Niko Kovac und gewann aus dem Stehgreif sechs Titel in einem Jahr. In diesem Jahr kam mit der Meisterschaft "nur" ein weiterer Titel dazu. Demgegenüber stehen in der gesamten Zeit mit Flick als Bayern-Coach nur acht Niederlagen in allen Wettbewerben. Als nächstes könnte Flick wohl als Bundestrainer auf Jogi Löw folgen - dort würde er einige seiner Bayern-Schützlinge wiedersehen.

Javi Martínez (FC Bayern München): Jetzt aber wirklich: Martínez war eigentlich schon im vergangenen Sommer mit einem Bein zurück in seiner Heimat, doch der einstige Bundesliga-Rekordtransfer (40 Millionen Euro) blieb noch eine weitere Saison. Wohin es den Spanier jetzt zieht, ist noch offen.

Hermann Gerland (FC Bayern München): Der 66-Jährige ist seit 2001 durchgehend beim FC Bayern aktiv. Beim Rekordmeister war er immer der Mann in der zweiten Reihe. Als Co-Trainer oder Trainer der 2. Mannschaft hatte Gerland aber entscheidenden Anteil an den Erfolgen in den beiden vergangenen Jahrzehnten. Mit seiner Zeit von 1990 bis 1995 ebenfalls als Trainer der Bayern-Amateure kommt der gebürtige Bochumer auf 25 Jahre bei den Münchenern. Ein Jahr vor Vertragsende hört Gerland jetzt auf.

Sami Khedira (Hertha BSC): Der Weltmeister von 2014 hat zwar den Großteil seiner Karriere außerhalb der Bundesliga vebracht. Mit Real Madrid und Juventus Turin hat der Schwabe etliche Titel gewonnen. Die letzte Halbserie seiner Karriere hat Khedira dann aber bei Hertha BSC mitgeholfen, den Abstieg abzuwenden. Auch wenn er wenig spielte, war sein Wert in der Kabine umso größer, heißt es aus der Hauptstadt. Mit 34 Jahren hat Khedira jetzt seine Karriere beendet, weil der Körper einfach nicht mehr mitspielt.

Lars und Sven Bender (Bayer 04 Leverkusen): Zwillingsbrüder sorgen in der Bundesliga naturgemäß für besondere Aufmerksamkeit. Doch Lars und Sven Bender hätten dieses Attribut keinesfalls gebraucht, um der Liga in Erinnerung zu bleiben. Beide haben mit unvergleichlicher Hingabe und aufopferungsvoll Fußball gelebt. Hätte es den Begriff des Teamplayers noch nicht gegeben, für die Benders hätte man ihn erfunden. Das einzige Manko: Ihr Kampfeswille ging zu Lasten der eigenen Gesundheit. Deswegen ist vergleichsweise früh im Alter von 32 Jahren Schluss.

Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund): Es ist zuletzt dann doch sehr ruhig geworden um Marcel Schmelzer. Der Linksverteidiger spielte in der sportlichen Planung der Trainer Lucien Favre und Edin Terzić praktisch keine Rolle mehr. Unter Jürgen Klopp war er einst gesetzt, prägte die erfolgreichen Jahre mit zwei Meistertiteln in Serie (2012 das Double). Schmelzer wird den BVB verlassen, will aber trotz Knieproblemen die Karriere noch nicht beenden.

Lukasz Piszczek (Borussia Dortmund): Die Fans fehlen, doch einen emotionalen Abschied hat Lukasz Piszczek bereits gefeiert. Der Pole schrie und weinte vor Glück, als ihn die Mitspieler von Borussia Dortmund nach dem Gewinn des DFB-Pokals immer wieder in die Luft warfen. "Big legend", nannte ihn Starstürmer Erling Haaland. Nach elf Jahren beim BVB geht der Rechtsverteidiger zurück zu seinem alten Verein LKS Goczalkowice.

Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen): Ob der Tscheche schon am Samstag sein letztes Spiel für Werder bestreitet, wird sich zeigen. Der 34-Jährige will auf jeden Fall den Abstieg mit den Bremern verhindern - und wenn das erst wie im vergangenen Jahr in der Relegation gelingt. Neun Jahre hat Gebre Selassie die rechte Abwehrseite der Bremer dicht gemacht. Jetzt geht es zurück in die Heimat nach Tschechien, wo er bereits drei Mal Meister wurde.

Oscar Wendt (Borussia Mönchengladbach): Wenn die Fans einem ein eigenes Lied dichten, kann man nicht viel falsch gemacht haben. Der Schwede Oscar Wendt ist für Borussia Mönchengladbach ein Jahrzehnt auf dem linken Flügel rauf und runtergerannt. Zuletzt lief ihm aber Ramy Bensebaini den Rang ab. Nun verlässt der Schwede die Borussia als der ausländische Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Für Wendt geht es zurück zu seinem Stammverein IFK Göteborg, wo er einst seine Profikarriere begann.

Danny Latza (1. FSV Mainz 05): Für den Mainzer Kapitän soll es nur ein Abschied auf Zeit sein. Am liebsten möchte er schon in einem Jahr zurück in der Bundesliga sein. Der Mainzer Kapitän hätte sich bei seinem letzten Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Dortmund ein volles Stadion gewünscht. Das war ihm nicht vergönnt. Immerhin: Latza verabschiedete sich mit der Gewissheit des Klassenerhalts. Für ihn geht es trotzdem in die 2. Liga. Latza kehrt zu seinem Jugendklub Schalke 04 zurück.

Benjamin Stambouli (Schalke 04): Der gesamte Verein Schalke 04 verlässt die Bundesliga. Daran konnte auch Stambouli mit all seiner Erfahrung, die er zuvor bei Paris Saint-Germain und den Tottenham Hotspur gesammelt hatte, nichts ändern. Er ließ sich vom kollektiven Versagen auf Schalke anstecken. Dabei wurde der Franzose 2016 geholt, um wieder oben anzugreifen. 2018 wurde Stambouli mit S04 Vizemeister. Sein Vertrag galt nur für die 1. Liga und jetzt trennen sich die Wege.

Luka Jovic (Eintracht Frankfurt): Der Serbe kehrte als Heilsbringer in der Winterpause zur Eintracht zurück, weil sich Bas Dost frühzeitig für einen Abgang entschieden hatte. So richtig kam Jovic aber nicht zum Zug. Andre Silva ist im Frankfurter Sturm einfach zu gut. Jetzt kehrt Jovic zu Real Madrid zurück und hofft, dort im zweiten Anlauf durchzustarten.

Julian Schieber (FC Augsburg): So manch einer dürfte sich wundern, den 32-Jährigen in dieser Liste zu finden, hat man doch in jüngster Zeit kaum mitbekommen, dass Schieber überhaupt noch in der Bundesliga tätig ist. In der laufenden Saison stand er beim FC Augsburg nicht einmal im Kader. Die größten Erfolge des Mittelstürmers sind das Champions-League-Finale mit Dortmund 2013 sowie der Gewinn des Supercups 2013. Jetzt beendet Schieber seine Karriere.

Manuel Gräfe: Es heißt, ein Schiedsrichter hat einen guten Job gemacht, wenn er nicht auffällt. Auf dem Spielfeld mag das stimmen, abseits des Feldes wollte sich Manuel Gräfe daran aber nicht halten. Als meinungsstarker Schiedsrichter eckte er an. Jetzt ist für den Berliner Schluss, weil er genauso wie auch Guido Winkmann und Markus Schmidt die Altersgrenze des DFB überschreitet. Spieler, Funktionäre und Trainer trauern Gräfe nach. Seine Wertschätzung wird allein dadurch deutlich, dass Frankfurts David Abraham nach seinem letzten Bundesligaspiel das Trikot mit Gräfe tauschte.

Stand: 20.05.2021, 14:10 Uhr

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