Spektakuläres Unentschieden zwischen Wolfsburg und Hertha

Salomon Kalou (l.) im Duell mit Wolfsburgs Jerome Roussillon

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:2

Spektakuläres Unentschieden zwischen Wolfsburg und Hertha

Hertha BSC sah bis in die Schlussphase wie der Sieger aus, doch Wolfsburg kam in einer spektakulären Nachspielzeit zurück und rettete ein verdientes Unentschieden.

Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC haben sich nach einer nervenaufreibenden Nachspielzeit im direkten Vergleich der Bayern-Verfolger am Samstag (15.09.2018) mit 2:2 (0:0) getrennt. Die Hertha wähnte sich nach dem Treffer zum 2:1 durch Ondrej Duda (90.+1) schon als Sieger, doch Wolfsburg konterte im Gegenzug durch Admir Mehmedi (90.+3) und rettete das Remis.

Für die Niedersachsen endete dennoch eine Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Serie. Bundesliga-Frischling Javairo Dilrosun (61.) hatte bei seinem ersten Startelfeinsatz die Gäste in Führung geschossen. Der Ausgleich durch Yunus Malli, der in der 87. Minute einen Foulelfmeter nach Videobeweis verwandelte, läutete den Krimi in der Schlussphase ein. Schiedsrichter Christian Dingert hatte nach einem Foul von Berlins Arne Maier an Maximilian Arnold an der Strafraumgrenze zunächst auf Freistoß entschieden, nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten den Ort des Vergehens jedoch zurecht in den Strafraum verlegt.

Wolfsburg vor allem im ersten Durchgang stark

Mit überfallartigen Angriffen setzten die Wolfsburger die Gäste aus Berlin von der ersten Sekunde an mächtig unter Druck. Vor allem der offensivfreudige Jerome Roussillon sorgte mit Flankenläufen und kernigen Distanzschüssen für die ersten Ausrufezeichen. Der Außenverteidiger zwang in der zweiten Minute Hertha-Torhüter Rune Jarstein zu einer Glanzparade. Nur 60 Sekunden später nahm der Abwehrspieler aus 25 Metern per Volleyschuss Maß, traf dabei aber nicht das Tor, sondern einen Kameramann am Kopf.

Die Berliner fanden erst nach rund 20 Minuten besser in die Zweikämpfe, kamen aber nur bei Fehlern in der VfL-Hintermannschaft zu Chancen: Der sehr bewegliche Salomon Kalou zielte in der 20. Minute knapp über den Querbalken, in der 43. Minute scheiterte der offensive Mittelfeldspieler per Kopfball an VfL-Keeper Koen Casteels.

Hertha nach der Pause effektiv

Nach dem Seitenwechsel übernahm die Mannschaft von Pal Dardai mehr und mehr die Kontrolle, auch weil die Passsicherheit der Wolfsburger aus den ersten 45 Minuten nachließ. Die Berliner dagegen schalteten immer besser um und schlugen im Stil einer Spitzenmannschaft effektiv zu: William patzte in der Vorwärtsbewegung und spielte den Ball unbedrängt in den Lauf von Dilrosun, der vollendete mit einer feinen Einzelleistung zur Führung.

Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia brachte daraufhin Mehmedi und Daniel Ginczek und stellte auf zwei Spitzen um. Die Wolfsburger verstärkten den Druck, Mehmedi behielt vom Elfmeterpunkt die Nerven gegen den bis dato starken Jarstein. Duda sorgte mit einem schlitzohrigen Freistoß, bei dem er den Ball unter der Mauer hindurch ins kurze Eck beförderte, für die erneute Führung der Berliner. Doch Wolfsburg schlug noch einmal in der Nachspielzeit zu: Mehmedi verwertete die Kopfballverlängerung von John Anthony Brooks aus kurzer Distanz und rettete das am Ende verdiente Unentschieden.

"Die Mannschaft hat wieder Vertrauen in sich selbst", sagte Wolfsburgs Coach in der Sportschau zum späten Comeback seines Teams. "Wir sind schon Ende der vergangenen Saison nach Rückstanden zurückgekommen. Die Mannschaft weiß, dass sie intensiv gehen - und dabei noch richtig Fußball spielen."

Dardai wettert über Elfmeterentscheidung: "Kein Foul"

Sein Gegenüber Dardai verabschiedete sich nach Schlusspfiff mit einer herzlichen Umarmung von Labbadia, ließ dann aber am Sportschau-Mikrofon wegen der Elfmeterentscheidung vor dem 1:1 Dampf ab: "Das war kein Foul. Entweder pfeife ich gar nichts, oder Freistoß für uns, weil mein Mann zum Ball geht", wetterte Dardai. "Ich weiß das, ich habe selbst einen Schiedsrichterschein."

Beide Mannschaften bleiben damit dem Tabellenführer FC Bayern auf den Fersen. Die Wolfsburger haben am kommenden Samstag erneut in einem Heimspiel gegen Freiburg die Chance, weiter zu punkten. Hertha BSC empfängt zeitgleich Borussia Mönchengladbach zum nächsten Verfolgerduell.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 3. Spieltag 2018/2019

Samstag, 15.09.2018 | 15.30 Uhr

Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Camacho – Gerhardt (83. Malli), Arnold – Steffen (67. Ginczek), Brekalo (62. Mehmedi) – Weghorst

2
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Lazaro, N. Stark, Torunarigha (74. Lustenberger), Plattenhardt – Grujic, Maier – Kalou (90. Klünter), Duda, Dilrosun – Ibisevic (74. Selke)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Dilrosun (61.)
  • 1:1 Malli (87./Foulelfmeter)
  • 1:2 Duda (90.)
  • 2:2 Mehmedi (90.)

Strafen:

  • gelbe Karte Grujic (1 )
  • gelbe Karte Camacho (2 )
  • gelbe Karte Klünter (1 )

Zuschauer:

  • 25.090

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Vorkommnisse:

  • Foulelfmeter (Wolfsburg) nach Videoentscheid (87.)

Stand: Samstag, 15.09.2018, 17:27 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 15.09.2018, 17:29

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