Die schwierige Suche des FC Bayern auf dem Transfermarkt

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic

Klub braucht Offensivspieler

Die schwierige Suche des FC Bayern auf dem Transfermarkt

Borussia Dortmund hat sich für die neue Saison schon prominent verstärkt und peilt die Meisterschaft an. Bayern München tut sich auf dem Transfermarkt dagegen schwer - vor allem was die Offensive angeht.

Viel hat der FC Bayern München auf seiner Homepage derzeit nicht zu verkünden. Ein Porträt des neuen Verteidigers Benjamin Pavard, ein Bericht über die Reha-Fortschritte seines Kollegen Lucas Hernández - mehr gibt es nicht. Wohl gerne würde der Rekordmeister mit Neuigkeiten aufwarten und seinen Fans weitere Zugänge präsentieren. Kann er aber nicht. Die Transferbemühungen, von der angekündigten Transferoffensive kann man wahrlich nicht sprechen, sind offenbar ins Stocken geraten.

Jetzt hat der Klub anscheinend den nächsten Korb bekommen. So wird auch der französische Weltmeister Ousmane Dembélé nicht nach München wechseln. "Die Chancen sind gleich null, dass Ousmane nächste Saison bei den Bayern spielen wird. Er ist und bleibt beim FC Barcelona", zitierte der Pay-TV-Sender "Sky" einen Berater des früheren Dortmunders.

Flügelspieler gefragt

Dembélé war bei den Bayern als Alternative zu Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City in den Fokus gerückt. Die Münchner rechneten sich gute Chancen auf eine Verpflichtung des 22-Jährigen aus, weil sich Barcelona um eine Rückkehr von Neymar (Paris Saint-Germain) und um Weltmeister Antoine Griezmann (Atletico Madrid) bemüht. Dembélé soll nun wohl dennoch bleiben, Sané übrigens auch. Zuvor hatte es schon mit dem lange umworbenen Callum Hudson-Odoi  vom FC Chelsea nicht geklappt.

Dabei haben die Bayern gerade auf den Flügeln großen Bedarf. Franck Ribéry und Arjen Robben haben den Verein verlassen, mit James Rodríguez (Real Madrid) ist ein weiterer Offensivmann weg. Zwar ist das Team mit Serge Gnabry und Kingsley Coman auf den Außen gut aufgestellt, doch wer die Champions League gewinnen will, sollte dort eben sehr gut besetzt sein, und das am besten auch noch doppelt. Trainer Niko Kovac wünschte sich zuletzt noch "vier Spieler".

Neu beim FC Bayern sind bislang Hernández (Atlético Madrid/80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35). Dazu kommt der geschätzt drei Millionen Euro teure Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV als Ergänzungsspieler.

Alternativen gehen aus

Sollten Sané oder Dembélé tatsächlich nicht kommen, gehen Sportdirektor Hasan Salihamidzic so langsam die Alternativen aus - zumal Leipzigs Timo Werner offenbar nicht mehr ganz oben auf der bayerischen Einkaufsliste steht. Die ganz Großen der Branche, Griezmann oder Eden Hazard, der vom FC Chelsea zu Real Madrid wechselte, sind für die Bayern ohnenhin nicht zu haben. Und das trotz prall gefülltem Konto. "Es ist nicht mehr so, dass Bayern einen Spieler anruft und der dann in den Flieger steigt", sagte Ex-Manager Rainer Calmund. Die ganz großen Stars hätten mittlerweile mehr Möglichkeiten, "attraktive Verträge bei Top-Klubs zu unterschreiben".

Borussia Dortmund hat das erkannt und schon frühzeitig bei der nationalen Konkurrenz zugegriffen. Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach), die Nationalspieler Nico Schulz (TSG Hoffenheim) und Julian Brandt (Bayer Leverkusen) sowie Rückkehrer Mats Hummels kosteten mit über 100 Millionen Euro insgesamt ungefähr so viel, wie der FC Bayern für einen internationalen Topstar zahlen müsste.

Hoeneß stichelt und erntet Spott

Für die Bayern zählen allerdings in der Offensive zurzeit nur ebenjene Topstars. "Der BVB hat viele Spieler gekauft. Ob er sich verstärkt hat, sehen wir im Laufe der Saison", stichelte jüngst Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Der zeigt sich in diesen Tagen ohnehin dünnhäutig. "Wir haben bis jetzt schon 120 Millionen ausgegeben. Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert", erklärte er.

Dabei ist Hoeneß dafür verantwortlich, dass die Bayern derzeit auch Hohn und Spott ernten für ihre "Nicht-Transfers". "Wenn sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison", hatte Hoeneß im Februar vollmundig angekündigt.

red/sid/dpa | Stand: 03.07.2019, 11:21

Darstellung: