FC Bayern mit Sorgen an den Tegernsee

Training beim FC Bayern

Kader zu klein, Rätselraten um Sané

FC Bayern mit Sorgen an den Tegernsee

Der FC Bayern ist ins Trainingslager an den Tegernsee aufgebrochen - mit einigen Problemen und dem Dauerthema Leroy Sané im Gepäck.

Für einen entspannten Blick vom Trainingsplatz auf die malerische Umgebung rund um den Wallberg dürfte Niko Kovac in den kommenden Tagen kaum Muße haben. Zu viele  Probleme nahm der Trainer des FC Bayern am Dienstag (06.08.2019) ins Trainingslager an den Tegernsee mit.

Das 0:2 im Supercup bei Borussia Dortmund warf einige Fragen auf - vor allem aber bereitet der immer noch viel zu kleine Kader dem deutschen Fußball-Rekordmeister vor dem DFB-Pokalspiel bei Viertligist Energie Cottbus am kommenden Montag und dem Bundesligaauftakt gegen Hertha BSC (16. August) weiter erhebliche Sorgen. Das Dauerthema Leroy Sané verfolgte die Münchner auch nach Rottach-Egern.

Die Zeit drängt

Noch immer gibt es im Transferpoker um den Wunschspieler von Manchester City keine neuen Erkenntnisse. Selbst eine Diagnose der Knieverletzung von Sané, die er sich bereits am Sonntag gegen den FC Liverpool zugezogen hatte, stand am Dienstag zunächst noch aus. Die Zeit drängt jedoch, da am Donnerstag in England bereits das Transferfenster schließt. Dem Vernehmen nach geht es noch um die Ablösesumme, die bei weit über 100 Millionen Euro liegen soll. Und dann braucht City auch noch einen Ersatz für Sané, der wohl nicht in Sicht ist.

Sané kann sich dem Vernehmen nach einen Wechsel nach München vorstellen und hat dafür zuletzt auch die Freigabe seines Trainers Pep Guardiola bekommen. Doch genauso gut kann er sich auch vorstellen, in Manchester zu bleiben. Sané sei sich nicht zu 100 Prozent sicher, ob er gehen oder bleiben soll, bevorzuge aber wohl den Wechsel, hieß es in der britischen Tageszeitung "The Independent". Guardiola würde ihn lieber behalten, aber wäre auch nicht völlig verzweifelt, wenn Sané ginge, schrieb das Blatt weiter.

Aktuell nur 17 Feldspieler

Die Bayern-Verantwortlichen schweigen zur Personalie Sané beziehungsweise müssen das tun. Mit keinem falschen Wort wollen Karl-Heinz Rummenigge & Co. Manchester City verstimmen. "Keine Wasserstandsmeldungen", keine Aussagen über "Spieler von anderen Vereinen", lauten die Münchner Maximen in den kniffligen Kaderplanungs-Wochen.

Doch selbst wenn der Deal nach wochenlangem Hin und Her klappen sollte, werden die Bayern bei aktuell nur 17 Feldspielern um weitere Verstärkungen nicht herumkommen. Um in Meisterschaft, Pokal und Champions League erfolgreich zu sein - und das ist der Münchner Anspruch - ist der Kader schlichtweg zu klein. Weiterhin soll U21-Europameister Marc Roca von Espanyol Barcelona ein Thema sein. Doch dort beißen die Bayern offenbar auf Granit. Offen ist zudem die Zukunft von Jerome Boateng. An den Tegernsee nahm Kovac deshalb vier Spieler aus der zweiten Mannschaft mit, um den dünnen Kader aufzufüllen.

Äußerlich gelassen

Bis Samstag geht es auf dem Sportplatz des FC Rottach-Egern für die Münchner um den Feinschliff, vor allem um taktische Stabilität. Die Niederlage beim BVB offenbarte gerade defensiv erhebliche Probleme, Thiago als einziger Sechser in einem 4-1-4-1-System war überfordert. Doch noch geben sich die Bayern, die sich zuvor in guter Frühform präsentiert hatten, gelassen. Man könne aus dem Spiel "viele Erkenntnisse ziehen, aber ich bin nicht nervös", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Es gebe immer noch Zeit, so Torjäger Robert Lewandowski, "um das zu verbessern. Daher ist es nicht so schlimm." Zuvor hatte der Pole allerdings die Qualitätsfrage gestellt.  "Denn heute konnte man sehen, was passiert, wenn wir nur eine bestimmte Anzahl an Profispielern haben", sagte er nach der Supercup-Niederlage.

Hernandez im Mannschaftstraining

Zwei öffentliche Einheiten sind am Tegernsee geplant, dazu das obligatorische Testspiel gegen den FC Rottach. Erstmals werden die Fans auch den bisherigen Rekordeinkauf Lucas Hernandez in Aktion sehen. Der Weltmeister soll "allmählich ins Mannschaftstraining integriert werden", teilten die Bayern mit. Serge Gnabry, der in Dortmund wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte, ist wieder voll belastbar.

sid/red | Stand: 06.08.2019, 12:15

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