Gnabry spricht sich für Flick als Dauerlösung aus

Serge Gnabry (l.) und Hansi Flick

Bayern-Sieg in Düsseldorf

Gnabry spricht sich für Flick als Dauerlösung aus

Nach drei Spielen als Trainer des FC Bayern München weist Interimscoach Hansi Flick eine beeindruckende Bilanz auf: Drei Siege, 10:0 Tore. Seine Spieler sind voll des Lobes, Flick selbst gibt sich gelassen.

Drei Siege, 10:0 Tore. Die Bilanz von Hansi Flick als Interimstrainer des FC Bayern München ist beeindruckend. Während viele Medien bereits über Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino als neuen Cheftrainer spekulieren, sammelt Flick beste Argumente für eine Weiterbeschäftigung.

"Ich kann mir vieles vorstellen", sagte Flick auf die unvermeidliche Frage nach einer Festanstellung über die Winterpause hinaus: "Aber bis dahin ist es ein ganz weiter Weg." Genaueres werde er sich daher auch nicht entlocken lassen, nur so viel: "Es macht mir Spaß. Die Mannschaft setzt alles hervorragend um."

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Sportschau 24.11.2019 00:38 Min. Verfügbar bis 24.11.2020 ARD Von Burkhard Hupe

Gnabry spricht sich für Flick aus

Will das Team, dass Flick bleibt? "Korrekt", sagte Serge Gnabry am Sportschau-Mikrofon. Der Coach auf Zeit beeindruckt viele Spieler - beispielsweise Thomas Müller, einen der Wortführer. "Er gibt uns alternativlos vor, was zu tun ist", betonte der Weltmeister von 2014, "das gibt uns Sicherheit. Wir fühlen uns wohl." Das sei "absolut" ein Zeichen für den Trainer, und wie in vielen Zitaten klang auch darin unterschwellig ein wenig Abrechnung mit dem entlassenen Niko Kovac mit.

Der Blick aber geht nach vorn, auch bei der Vereinsführung. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und der neue Präsident Herbert Hainer klatschten sich nach den Toren von Benjamin Pavard (11.), Corentin Tolisso (27.), Gnabry (34.) und Coutinho (70.) auf der Düsseldorfer Ehrentribüne bestens gelaunt ab.

Flick: "Spüre Vertrauen und Loyalität"

Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte bereits vor dem Anpfiff zum wiederholten Male klargestellt: "Es ist ganz klar, dass Hansi Flick unser Trainer ist." Eben: Zumindest bis zum Winter. Die wichtigen Voraussetzungen für dauerhaften Erfolg zumindest seien vorhanden, erklärte Flick: "Vertrauen und Loyalität, aber auch Qualität und Spaß."

Es sei nun am Verein, in Ruhe zu überlegen, er erledige seinen Job. "Ich versuche, meine Arbeit gut zu machen. Und das kriege ich hin." So gut, dass Müller gefragt wurde, ob die Bayern nun wieder die Bayern seien. "Wir sind immer noch die Bayern", kam als Antwort. Für den Sieg gegen Dortmund habe es keiner Motivation bedurft, aber das Spiel bei der phasenweise überforderten Fortuna sei eine "Charakterprüfung" gewesen. "Das ging eher wieder Richtung Alltag", sagte Müller, er nannte es "das Tageskostüm", das in solchen Spielen gefordert sei.

Defensive Stärke kehrt zurück

Der Rekordmeister besinnt sich außerdem wieder auf die Defensive. Unter Flick sind die Bayern in drei Spielen ohne Gegentor. "Es macht Spaß, gemeinsam zu verteidigen", berichtete Joshua Kimmich. "Wir laufen mutiger an und gewinnen die Bälle höher." Das wiederum befreit die Münchner vom fruchtlosen Ballgeschiebe um den gegnerischen Strafraum herum.

Da der FC Bayern aber auch auf internationale Anerkennung aus ist, bleibt die Frage, ob die Lösung Flick nicht zwei Nummern zu klein wäre. "Der Hansi macht das sehr, sehr gut", sagte Salihamidzic. Aber der Hansi ist eben auch keiner mit allzu weltmännischer Ausstrahlung. Für Flick spricht (neben dem Erfolg) eine neue Entwicklung aus England. Pochettino soll nach seiner Entlassung in Raten 14,5 Millionen Euro Abfindung kassieren. Nimmt er zu schnell wieder einen Job an, so der Bericht von Sky Sports News, verfalle diese Klausel. In diesem Fall würde dem Argentinier ein mögliches Bayern-Engagement bereits im Winter Millionen kosten. Hansi Flick wird das gerne hören.

red/sid | Stand: 24.11.2019, 11:15

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