Diese Schalker Baustellen übernimmt Baum

Manuel Baum gibt Anweisungen beim Training

Neuer Trainer

Diese Schalker Baustellen übernimmt Baum

Von Jan Wochner

Manuel Baum soll Schalke 04 als neuer Trainer aus der vielleicht schwersten Krise der Vereinsgeschichte führen. Dass das nicht leicht werden wird, weiß Baum selbst ganz genau: "Es ist eine große Aufgabe, aber ich weiß relativ gut, was man machen muss, um wirken zu können." Die Sportschau wirft einen Blick auf die drängendsten sportlichen Probleme, die Schalkes neuer Trainer angehen sollte.

Baustelle 1: Die lahmen Außenverteidiger

Schalke ist auf den Außenverteidiger-Positionen alles andere als optimal besetzt. Links verteidigt Bastian Oczipka, rechts half Nationalspieler Sebastian Rudy zuletzt mangels Alternativen aus. Viel mehr Optionen bietet Schalkes Kader nicht. Timo Becker für rechts und Hamza Mendyl für links hinten haben sich schließlich bislang nicht als brauchbare Lösungen für diese Positionen empfehlen können. Den Abgang von Jonjoe Kenny (Rückkehr im Sommer nach Everton) hat Schalke nicht kompensieren können. 

Mit Oczipka und Rudy steht zwar viel Bundesligaerfahrung auf dem Feld, es fehlt aber vor allem an Geschwindigkeit auf den Außen. Besonders deutlich wurde das im Eröffnungsspiel bei den Bayern, als die Münchner Serge Gnabry und Leroy Sané an Schalkes Außenverteidigern immer wieder vorbeirauschten. Oczipka (Topspeed: 30 km/h) und Rudy (31 km/h) haben gegen viele Flügelangreifer in der Bundesliga erhebliche Geschwindigkeitsprobleme. Auch das Offensivspiel der Schalker kommt so nicht richtig in Fahrt.

Schalke-Trainer Manuel Baum

Schalke-Trainer Manuel Baum

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider weiß um die Problematik, fahndet nach einem klassischen Rechtsverteidiger. Danny da Costa von Eintracht Frankfurt wurde zuletzt als möglicher Neuzugang auf Schalke gehandelt. Ohne Verstärkungen muss Manuel Baum überlegen, wie er das Problem in den Griff bekommt. Möglich wäre eine Umstellung auf Fünferkette, mit dann drei Innenverteidigern, die das Geschwindigkeitsproblem auf den Außenpositionen abfedern könnten. Allerdings gilt Baum als Freund der Viererkette.

Baustelle 2: Das Mittelfeld

Als Baums Vorgänger David Wagner in der Hinrunde der Vorsaison mit Schalke auf Champions-League-Kurs lag, glänzte vor allem Schalkes Mittelfeld. In der Rückrunde funktionierte die Schaltzentrale nicht mehr, prompt setzte Schalke zur rasanten Talfahrt an. Wagner führte immer wieder die vielen Verletzungen an. Verständlich: Zeitweise fehlten in Kapitän Omar Mascarell, Spielmacher Amine Harit, Neu-Nationalspieler Suat Serdar und Dauerbrenner Daniel Caligiuri alle Stammkräfte.

Manuel Baum - Riesenaufgabe für neuen Schalker Trainer Morgenmagazin 01.10.2020 01:28 Min. Verfügbar bis 01.10.2021 Das Erste

Auch in dieser Saison bleibt das Mittelfeld eine Baustelle. Serdar ist schon wieder verletzt, Harit fehlt seit seinem positiven Corona-Test und Caligiuri hat den Verein in Richtung Augsburg verlassen. Mascarell ist nach monatelanger Verletzung gerade erst wieder fit und muss sich erst wieder zurechtfinden. Serdar und Harit haben in der vergangenen Saison mehr als ein Drittel  (13 von 38) der Schalker Tore erzielt. Ihre Torgefährlichkeit kann der Schalker Kader nicht ersetzen.

Enttäuschung bei den Schalkern Mark Uth (r.) und Amine Harit

Enttäuschung bei den Schalkern Mark Uth (r.) und Amine Harit

Außerdem ist vor allem Serdar für jede Form von Pressing ein Schlüsselspieler im Schalker Mittelfeld. Auch wenn Serdar nicht die allerbesten Laufwerte aufweist, so gelingt es ihm doch, durch gutes Stellungsspiel und geschickte Zweikampfführung viele Bälle im Mittelfeld zu gewinnen. Diese Stärke fehlt dem Schalker Mittelfeld aktuell. 

Spannend wird auch zu sehen sein, wie Baum damit umgeht, dass in Mark Uth und Amine Harit zwei ähnliche Spielertypen auf den Platz zentral hinter der Sturmreihe aus sind. Im von Baum präferierten 4-2-3-1 müsste wahrscheinlich Uth auf den Flügel ausweichen.  

red | Stand: 01.10.2020, 14:19

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