Arminia Bielefeld - motorisiertes Schlauchboot ohne Punkte

Arminia Bielefelds Trainer Frank Kramer sah bei der Niederlage in Mönchengladbach eine starke Leistung seiner Mannschaft.

Fußball

Arminia Bielefeld - motorisiertes Schlauchboot ohne Punkte

Die zuvor ungeschlagenen Bielefelder haben bei Borussia Mönchengladbach unglücklich verloren. Ihre Spielweise brachte den Arminen viel Lob, aber nicht den erhofften ersten Saisonsieg ein.

Als Aufsteiger und nach Einschätzung des eigenen Geschäftsführers Samir Arabi als "Schlauchboot" im Rennen gegen 17 Motorboote ist Arminia Bielefeld in der vergangenen Saison als Tabellen-15. über die Ziellinie gerudert. Im Arminia-Shop wird aus diesem Grund immer noch das Klassenerhalts-Shirt "Erstklassig gepaddelt" feilgeboten.

Viel Lob nach starker Leistung der Arminia

Hat man am Sonntag die unglückliche 1:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach verfolgt, drängt sich der Eindruck auf, dass dieses Shirt den Antrieb des Teams nicht mehr korrekt abbildet. Die Paddel scheinen durch einen Außenbordmotor ersetzt worden zu sein. Zumindest zeigte die Arminia am Niederrhein eine Leistung, die durchaus mit mehr als einem Lob des Gegners hätte belohnt werden können.

"Kompliment an Bielefeld, wie sie gespielt haben", sagte Borussias Coach Adi Hütter nach der Partie. Er räumte auch ein, dass die 1:0-Führung seiner Mannschaft ein "bisschen glücklich" gewesen sei und korrigierte sich, nachdem er das 2:1 als "verdient" bezeichnet hatte. Der Treffer sei "sehr, sehr wichtig" gewesen, und das trifft es wohl auch besser, weil sich die Borussia zu diesem Zeitpunkt auch über einen Rückstand nicht hätte beklagen dürfen.

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Arminia rangiert sieglos im unteren Tabellendrittel

Auch Gladbachs Doppel-Torschütze Lars Stindl attestierte den Arminen eine starke Leistung: "Es ist unfassbar schwer sie zu schlagen." Nicht in Rückstand geraten zu sein, sei Yann Sommer im Gladbacher Tor zu verdanken gewesen. Komplimente, die Bielefeld in der Tabelle nicht weiterhelfen: "Wir sind sehr selbstbewusst aufgetreten, aber haben nichts mitgenommen", ärgerte sich Arminias Trainer Frank Kramer. Das sei nicht nötig gewesen.

Nun rangiert Kramer mit Bielefeld nach vier Spielen (drei Remis) sieglos mit drei Punkten im unteren Tabellendrittel, was noch kein Drama ist. Man müsse abwarten, wie es aussieht, wenn "noch ein paar Spiele ins Land gezogen sind", so der 49-Jährige.

Zu viele Chancen liegengelassen

Das Lob des Gegners kann kein Trost für entgangene Punkte sein, wohl aber die Art und Weise, wie es dazu kam. Kramer hat im Spiel seiner Mannschaft Dynamik, eine offensive Verteidigung und "gute Ballgewinne" gesehen: "Dann haben wir es aber immer wieder mal nicht sauber ausgespielt und auch einfach vor dem Tor zu viel liegengelassen. Dafür sind wir bestraft worden."

Sich diese Chancen bei einem der höher eingeschätzten Teams der Liga überhaupt erst erspielt zu haben, ist wohl erst deshalb möglich geworden, weil die Paddel durch einen Motor ersetzt worden sind. Der hängt angesichts des nach wie vor kleinen Etats der Arminia immer noch an einem Schlauchboot, sollte sie im Rennen der Yachten aber konkurrenzfähiger machen.

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Stand: 13.09.2021, 18:32

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