Favre, Schwarz, Schreuder, Beierlorzer - Druck auf fremden Plätzen

Vier Trainer unter Druck: Alfred Schreuder (l.o.), Lucien Favre (l.u.), Sandro Schwarz (r.o.) und Achim Beierlorzer (r.u.)

Bundesliga, 7. Spieltag

Favre, Schwarz, Schreuder, Beierlorzer - Druck auf fremden Plätzen

Von Johannes Doerfert

Vier Gästetrainer stehen am Samstag bei ihren Auswärtsspielen unter Druck. Während Lucien Favre, Alfred Schreuder und Achim Beierlorzer mit ihren Teams endlich in Fahrt kommen wollen, darf Sandro Schwarz gar nicht erst ans Spielfeld.

SC Freiburg – Borussia Dortmund

Seit drei Ligaspielen ungeschlagen, bislang nur eine Niederlage und ein Platz in der oberen Tabellenhälfte: Der SC Freiburg und Borussia Dortmund spielen bislang eine ähnlich erfolgreiche Saison. Der größte Unterschied zwischen den beiden Vereinen ist die Erwartungshaltung an die Spielzeit.

Dortmund ist spätestens seit der erfolgreichen vergangenen Saison Bayern-Konkurrent, Champions-League-Teilnehmer und selbsternannter Meisterschafts-Anwärter. Freiburg steht für bodenständiges Arbeiten, Konstanz und eine geduldige Personalpolitik.

Jene Geduld dürfte sich Lucien Favre im Moment auch wünschen. Doch der BVB-Trainer steht nach zwei Unentschieden in der Bundesliga in der Kritik. Der 2:0-Arbeitssieg gegen Slavia Prag war wichtig, glanzvoll war er aber nicht. Es scheint, als wäre die Balance zwischen Offensivfeuerwerk und defensiver Stabilität beim BVB ins Wanken geraten. Der Abstand auf Tabellenführer Bayern München beträgt dennoch gerade einmal drei Punkte – ein Abstand, den die Borussia schon in Freiburg gutmachen könnte.

SC Paderborn – 1. FSV Mainz 05

Mainz 05 wird beim Auswärtsspiel in Paderborn einen schwerwiegenden Ausfall kompensieren müssen – den seines Trainers. Sandro Schwarz sah beim Spiel gegen Wolfsburg als erster Bundesliga-Trainer die Gelb-Rote Karte und darf nicht an den Spielfeldrand – stattdessen wird er das Spiel aus dem Innenraum der Paderborner Arena verfolgen. Sein Co-Trainer Jan-Moritz Lichte wird den Platz an der Seitenlinie einnehmen.

Für Lichte ist es die Premiere als "Cheftrainer" – doch mit der Umgebung ist er bestens vertraut. Als ehemaliger Nachwuchs-Chef und Co-Trainer des SC Paderborn kennt der 39-Jährige den Gegner gut. Nun will er dafür sorgen, die Trendwende beim bisher unglücklichen FSV einzuleiten.

Zugutekommen könnte ihm dabei die löchrige Defensive von Gegner Paderborn. Bei den Ostwestfalen stehen dem ausgeprägten Offensivdrang bislang eklatante Verteidigungsprobleme gegenüber. Steffen Baumgart und sein Team müssen sich belohnen – schließlich scheint die mutige Philosophie alternativlos. Für Jan-Moritz Lichte ist das Duell mit dem Tabellenletzten die Chance, auf sich aufmerksam zu machen – und für die Mainzer die beste Gelegenheit, den Relegationsplatz zu verlassen.

FC Bayern München – TSG 1899 Hoffenheim

Die Fußstapfen, in die Alfred Schreuder bei der TSG 1899 Hoffenheim im Sommer treten sollte, waren riesig. Julian Nagelsmann hatte die Sinsheimer innerhalb von drei Jahren vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Anwärter geformt – jetzt sollte Schreuder den Weg fortsetzen.

Doch die bisherige Saisonausbeute ist mager: Fünf Punkte aus sechs Spielen, Tabellenplatz zwölf. Den einzigen Sieg gab es gegen Werder Bremen, aus den jüngsten vier Spielen holte man nur zwei Punkte. Und jetzt also zum Tabellenführer nach München.

Hoffenheim hat im Sommer wichtige Spieler verloren – Joelinton, Demirbay, Schulz und Amiri können nicht einfach ersetzt werden. Dazu kommt, dass mit Andrej Kramaric der etatmäßige Offensivallrounder verletzungsbedingt fehlt. TSG-Manager Alexander Rosen will aufgrund dieses Umbruchs keine Trainerdiskussion aufkommen lassen: "Dass wir dann nicht so stabil sind, ist logisch. Wir brauchen Zeit - und die haben wir", so Rosen zum "Kicker". Auswärts bei Bayern München die Trendwende einzuleiten, ist nicht unbedingt wahrscheinlich. Doch wenn die TSG ihre schwache Chancenverwertung in den Griff bekommt, kann sie auch dort punkten.

FC Schalke – 1. FC Köln

0:4 gegen Bayern München, 0:4 gegen Hertha BSC Berlin – die jüngsten beiden Spiele wurden für den 1. FC Köln zur Schmach. Das Team von Achim Beierlorzer steht mit drei Punkten auf dem 17. Tabellenplatz – und muss nun auswärts zum formstarken FC Schalke 04.

Um dort zu bestehen, müssen die Kölner eine höhere Laufbereitschaft zeigen: In diesem Bereich ist Beierlorzers Team bislang das schwächste der Liga. Der Trainer fordert eine Steigerung seiner Spieler: „Wir sprechen das an und fordern das ein, weil es die Grundvoraussetzung dafür ist, die etablierten Mannschaften zu schlagen“.

Zu diesen etablierten Mannschaften gehört auch Schalke, das zuletzt vier Siege in Folge einfahren konnte. Köln muss sich in Gelsenkirchen steigern – damit es bei Schalke 04 nicht wieder ein 0:4 wird.

Stand: 04.10.2019, 17:23

Darstellung: