Götze, Werner, Pizarro und Co. - Abschied durch die Hintertür

Götze, Werner, Pizarro und Co. - Abschied durch die Hintertür

Mario Götze, Claudio Pizarro und Timo Werner gehören zu den Spielern, die am Saisonende Abschied von der Bundesliga-Bühne nehmen - wegen der Coronakrise ohne Zuschauer, leise und durch die Hintertür.

Die Eheleute Götze lächeln in die Kamera

Die Geschichte von Mario Götze in Schwarz-Gelb nimmt zum zweiten Mal ein Ende - und diesmal wohl endgültig. Beim Saisonabschluss gegen Hoffenheim darf Götze noch nicht einmal im Kader stehen. Der 28-Jährige, frisch gebackene Vater konnte sich wegen zahlreicher Krankenhausbesuche rund um die Geburt seines Sohnes nicht an die Hygieneauflagen der DFL halten. Der Abgang durch die Hintertür steht damit sinnbildlich für das verkorkste Comeback des in Dortmund einst gefeierten Helden, der nach seiner Rückkehr aus München sportlich beim BVB nie wieder richtig glücklich wurde. Gerüchten zufolge zeigen Klubs aus Italien und Spanien Interesse am Siegtorschützen aus dem WM-Finale von Rio.

Die Geschichte von Mario Götze in Schwarz-Gelb nimmt zum zweiten Mal ein Ende - und diesmal wohl endgültig. Beim Saisonabschluss gegen Hoffenheim darf Götze noch nicht einmal im Kader stehen. Der 28-Jährige, frisch gebackene Vater konnte sich wegen zahlreicher Krankenhausbesuche rund um die Geburt seines Sohnes nicht an die Hygieneauflagen der DFL halten. Der Abgang durch die Hintertür steht damit sinnbildlich für das verkorkste Comeback des in Dortmund einst gefeierten Helden, der nach seiner Rückkehr aus München sportlich beim BVB nie wieder richtig glücklich wurde. Gerüchten zufolge zeigen Klubs aus Italien und Spanien Interesse am Siegtorschützen aus dem WM-Finale von Rio.

Auch Timo Werner muss wegen der Coronakrise auf große Szenen zum Abschied verzichten. Beim letzten Auftritt von Leipzigs Goalgetter im heimischen Stadion in der vergangenen Woche bekam er von den Verantwortlichen vor dem Anpfiff ein kleines Geschenk überreicht - und posierte in der leeren Arena für ein Abschiedsfoto. Tschüss Leipzig, next stop: Chelsea.

Bei Claudio Pizarro hat man irgendwann den Überblick verloren, wie oft er sich schon aus Bremen verabschiedet hat. Ausgerechnet beim letzten "Adios" zum Ende der Karriere kann sich Werders Publikumsliebling nicht von den Fans verabschieden. Umso bitterer ist, dass dem Peruaner auch noch der Abstieg droht. Es sei denn, Bremen rettet sich doch noch in die Relegation - dann würde Pizarro sicherlich gerne noch einmal zwei weitere Partien dranhängen.

Auch bei Union Berlin geht ein Fan-Liebling durch die Hintertür - und mit Nebengeräuschen. Nach den gescheiterten Verhandlungen mit Torwart Rafal Gikiewicz teilte Union mit, dass man sich wirtschaftlich nicht auf eine Verlängerung habe einigen können. Dem widersprach Gikiewicz gegenüber einem polnischen TV-Sender. Er sei bereit gewesen, den Berlinern entgegenzukommen, sagte der 32-Jährige, aber: "Vom ersten Treffen an hatte ich nicht das Gefühl, dass der Klub seinen besten Spieler halten will." Angeblich bleibt der polnische Keeper aber doch der Bundesliga erhalten - er soll vor einem Wechsel zum FC Augsburg stehen.

Ein weiteres Gesicht des Klubs - zumindest vor der aktuellen Saison - wird Union Berlin verlassen: Sebastian Polter. Der Mittelstürmer war maßgeblich daran beteiligt, dass die "Eisernen" überhaupt in die Bundesliga aufgestiegen sind, in 104 Pflichtspielen für Union kam er auf stolze 46 Tore und 16 Assists. Zuletzt war Polter allerdings suspendiert, weil mit dem Verein keine Einigung über einen Gehaltsverzicht erzielt wurde, Polter schaltete sogar einen Anwalt ein.

Bei Hertha BSC wird mit Per Skjelbred ein Spieler verabschiedet, der sieben Jahre lang das Herzstück des Berliner Mittelfelds war. Aber vor allem der Mann, der bei der Hertha für die Teamchemie zuständig war und von allen wegen seines sehr sozialen Charakters gelobt wurde. Trainer Bruno Labbadia kündigte im "Tagesspiegel" an, in der kommenden Saison noch einmal einen großen Abschied für Skjelbred zu organisieren, sollten Zuschauer wieder erlaubt sein. Den Norweger zieht es zurück in die Heimat, zu seiner Familie und zu Rosenborg Trondheim.

Auch Salomon Kalou verlässt die Hertha und die Bundesliga. Kalou wird vielen aber in unrühmlicher Erinnerung bleiben: Nach seinem selbst gefilmten Facebook-Video, bei dem er gleich mehrere Corona-Auflagen ignoriert hatte, unter anderem in der Spielerkabine, wurde er von der Klubführung suspendiert. Der Ivorer, einer der besten Fußballer, die jemals das Hertha-Trikot trugen, wird aber auch im Rahmen eines gemeinsamen Essens mit der Mannschaft verabschiedet.

Bei Borussia Mönchengladbach verabschiedet sich der "Maestro": Raffael, bekommt nach sieben Jahren keinen neuen Vertrag mehr. Sportdirektor Max Eberl sprach von einer "sportlichen Entscheidung", für den 35-Jährigen, der "Großes für Gladbach geleistet hat" (Eberl) ist kein Platz mehr im Kader.  Auch für Tobias Strobl und Fabian Johnson geht die Zeit in im "Fohlen"-Dress zu Ende. Eberl kündigte an, die Verabschiedung im Stadion nachzuholen, "wenn wieder Zuschauer da sind."

Nach dem letzten Heimspiel der Saison setzte sich Thomas Kessler mit einem Kölsch auf die Südtribüne des verwaisten Stadions in Müngersdorf und schickte via Instagram einen sentimentalen Abschiedsgruss an die Fans. Der langjährige Ersatztorhüter, der das Kölner Auf und Ab der vergangenen Jahre mitgemacht hatte, war als Mitglied des Mannschaftsrates eine feste Größe beim FC. Er soll dem Klub aber erhalten bleiben und als Trainee auf verantwortliche Positionen vorbereitet werden. Möglicherweise bekommt der 34-Jährige am Samstag in Bremen auch noch einmal einen letzten Einsatz.

Stand: 26.06.2020, 08:16 Uhr

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