Neuer Leitfaden zum Umgang mit Antisemitismus im Fußball

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza

Präventionsarbeit

Neuer Leitfaden zum Umgang mit Antisemitismus im Fußball

Das Land Niedersachsen, der jüdische Weltkongress und die Gedenkstätte Bergen-Belsen gehen gegen judenfeindliche Übergriffe im Fußball vor. Am Mittwoch (31.03.2021) haben sie Handlungsempfehlungen im Umgang mit Antisemitismus vorgestellt.

Auf deutschen Fußballplätzen kommt es immer wieder zu antisemitischen Beschimpfungen, Bedrohungen und gewaltsamen Übergriffen. Zielscheibe sind dabei nicht ausschließlich jüdische Vereine, Spieler und Spielerinnen und ihre Fans, sondern auch nicht-jüdische Vereine. Doch wie damit umgehen?

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Jüdische Weltkongress haben in einem Kooperationsprojekt einen Leitfaden zum Umgang mit Antisemitismus entwickelt. Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza hat eine entsprechende Broschüre entgegen genommen.

Judenhass: Antisemitismus auf deutschen Fußballplätzen sport inside 25.03.2021 10:28 Min. Verfügbar bis 31.03.2022 WDR Von Matthias Wolf

"Wer das wahrnimmt, muss einschreiten"

"Wer im Sport Judenfeindlichkeit wahrnimmt, der muss dagegen einschreiten. Das gilt für Lieder in der Fankurve genauso wie für dumme Sprüche im Vereinsheim", sagt Justizministerin Havliza. Es sei eine wichtige Arbeit vorgelegt worden.

Zeichen setzen und aufklären

Die Handlungsempfehlungen zum Vorgehen gegen Antisemitismus sind vielfältig. So werden Vereine, Verbände und Fanprojekte beispielsweise dazu aufgerufen, öffentlichkeitswirksame Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen und regelmäßige Aufklärungsangebote zu bieten.

Die Broschüre fordert Vereine zudem auf, die lokale jüdische Geschichte zu erforschen. So könnten zum Beispiel auch Vereinsgeschichten mit aktuellen Entwicklungen verknüpft werden. Zudem müsste die gesamte Präventionsarbeit gegen Antisemitismus fachlich und wissenschaftlich begleitet werden.

red | Stand: 31.03.2021, 17:24

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