Brutales Foul im Fußball: Spieler muss haften

Foulspiel im Amateurfußball

Fall in Schleswig-Holstein

Brutales Foul im Fußball: Spieler muss haften

Eine Klage im schleswig-holsteinischen Fußball könnte weitreichende juristische Folgen haben. Geklagt hatte ein Fußballer, der nach einem Foul schwere Verletzungen davontrug. Haften muss nun sein Gegenspieler.

Ein Fußballer, der seinen Gegenspieler im Sinne der Regeln des Deutschen Fußball-Bundes vorsätzlich brutal foult, muss für die dadurch hervorgerufenen Verletzungen Schadenersatz zahlen. Diese Entscheidung hat der 7. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts getroffen (Az. 7 U 214/1).

Grad des Regelverstoßes entscheidend

Der Kläger war bei einem Kreisklassenspiel im Mai 2017 bereits in der achten Spielminute in Höhe des Mittelkreises gefoult worden und erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Der Schiedsrichter ahndete die Aktion mit der Roten Karte.

In der Begründung des Oberlandesgerichts (OLG) wird ausgeführt, dass nicht jeder Regelverstoß zwingend zu einer Schadensersatzverpflichtung führt. Entscheidend sei der Grad des Regelverstoßes und das Maß des Verschuldens.

Schwere Verletzung billigend in Kauf genommen

Der Beklagte habe die schwere Verletzung des Klägers billigend in Kauf genommen. "Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht fest, dass der Beklagte ein 'brutales Spiel'  im Sinne der Regel 12 des DFB begangen hat. Er hat dieses grobe Foul begangen, ohne dass die Spielsituation einen Anlass dafür bot. Er hatte keine realistische Möglichkeit, den Ball zu erobern", heißt es in einer OLG-Mitteilung vom Dienstag (24.11.2020).

Die Klage war zunächst vom Landgericht abgewiesen worden. Nach einer erfolgreichen Berufung wurde ihr nun in vollem Umfang stattgegeben.

dpa | Stand: 24.11.2020, 13:24

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