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User-Reaktionen bestätigen: Amateure klagen über den DFB

Amateurfußball

User-Reaktionen auf Amateurfußball-Serie bei sportschau.de

User-Reaktionen bestätigen: Amateure klagen über den DFB

Von Olaf Jansen

In der Amateurfußball-Serie auf sportschau.de wurde von Experten und Interviewpartnern viel Kritik am DFB geäußert. Eine Auswertung der Socialmedia-Kanäle zeigt: Die Kritiker stützen sich auf eine breite Basis.

Hans-Peter Kremer ist sauer. Stinkig auf den DFB und seine Landes- und Regionalverbände. Er sagt: "Ich war 28 Jahre als Abteilungsleiter Fußball in einem kleinen Amateurverein im Westerwald tätig. Ich kann Ihren Kommentar bestätigen: Die Verbände feiern sich selbst und die Amateure sind denen egal!"

Dieser Kommentar auf der Facebook-Seite der Sportschau spiegelt die Reaktionen der User auf die Serie über den Amateurfußball sehr gut wider. Quer aus der gesamten Republik kamen zahlreiche Meinungsäußerungen, die den Unwillen der Amateurfußball-Vertreter gegenüber den Verbandsoffiziellen dokumentieren.

"Jedes Finanzamt ist kulanter als der Fußballverband"

Facebook-Post auf der Sportschau-Seite

Christoph Lenz etwa fordert: "In den Verbänden muss dringend ein Umdenken stattfinden - weniger bestrafen, sondern so fördern und unterstützen, dass man sich kaum mehr über Strafen unterhalten muss. Aber hier ist gefühlt jedes Finanzamt kulanter als ein Fußballverband." Und Tobias Schmidtmann stellt fest: "Leider kann ich nur 100 Prozent zustimmen: Der DFB und auch die Landesverbände haben den Bezug zu den Amateurvereinen völlig verloren und scheinbar auch kein Interesse daran, diesen wiederzubekommen."

Der User Tom Pieper meint: "Mich ärgert, dass aus meiner Sicht abgehobene Funktionäre einen Deal ausmachen, dessen Folge ist, dass die DFL dem DFB nur ein lächerliches Taschengeld geben muss, anstelle der umsatzabhängigen Gelder, die uns sicher helfen würden. Aber wem schreibe ich das. Geht die aktuelle Entwicklung weiter, gibt es in wenigen Jahren nur noch halb so viele Stadtteil- und Dorfclubs wie heute."

"Bundesligavereine sollten Transfer-Steuer an Amateurvereine zahlen"

Facebook-Kommentar auf Sportschau-Seite

Konkrete Ideen zur Verbesserung wurden auch formuliert: "Es muss deutlich mehr Geld für im Verein tätige Übungsleiter den Vereinen zugeteilt werden. Auffrischungskurse für die Lizenzen sollten kostenlos sein. Ich finde, dass man für Bundesligavereine eine Umlage für die Amateurklubs einführen sollte. Evtl eine Art Transaktionssteuer für Transfers von 2-3 Prozent die auch wirklich unten ankommt", fordert Henri Major.

"Bammel vor Sanktionen"

Facebook-Kommentar auf Sportschau-Seite

Für viele Amateurvertreter scheint der Augenblick gekommen zu sein, eine neue, starke Interessenvertretung der kleinen Vereine zu gründen. Franz Gukel hat mal einen solchen Versuch gestartet, aber schlechte Erfahrungen gemacht: "Ich habe zusammen mit einem anderen Ehrenamtler mal die Vereine zusammenbringen und gemeinsam, an einem Strang ziehend, auftreten lassen wollen. Es hat nur bedingt geklappt, da es einen Teil gab, den es nicht interessiert hat, andere wiederum wollten sich nicht anschließen, weil man vor Sanktionen Bammel hatte und andere wollten die Ideen nicht unterstützen, weil sie nicht die Vorreiter waren und dadurch nicht genügend Aufmerksamkeit hatten!"

Facebook-Post löschen oder Ordnungsgeld

Bammel vor Sanktionen hatte David Henig aus Troisdorf im Rheinland eigentlich nicht. Aber der einstige stellvertretende Jugendleiter des SF Troisdorf bekam Druck, als er den Sportschau-Kommentar über den "schlechten Anwalt DFB" auf der Vereinsseite teilte und mit einem zustimmenden Kommentar versah. "Man hat mir zu verstehen gegeben, dass unserem Verein eine Spruchkammer-Verhandlung mit Ordnungsgeld-Androhung ins Haus stünde, wenn ich den Link nicht wieder von der Seite nähme. Das hat in meinen Augen mit Meinungsfreiheit nicht mehr viel zu tun", findet er.

Stand: 22.05.2018, 08:30

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