Corona-Verordnungen und Amateursport - ein Labyrinth aus Regeln

Spieler auf einem Fußballplatz

Corona-Verordnungen und Amateursport - ein Labyrinth aus Regeln

Von Michael Buchartz

Es gibt bald neue Corona-Verordnungen für die Bundesländer, für den Amateursport sind das gute Nachrichten. In vielen Bundesländern sind Lockerungen angedacht - fast ausschließlich für den Sport im Freien.

Gerade erst haben DFB und DOSB eine Petition zur Rückkehr des Breitensports gestartet, da birgt der Blick auf die Bundesländer bereits Hoffnung für genau diesen.

Denn mit den sinkenden Infektionszahlen und den Mitte Mai auslaufenden Coronaschutzverordnungen überarbeiten derzeit die meisten der 16 Länder auch die Sport-Bestimmungen - so wie am Mittwoch (12.05.2021) in Nordrhein-Westfalen. Dann dürfen beispielsweise in NRW wieder bis zu 20 Personen kontaktfrei auf das Spielfeld.

Oft erstmal nur kontaktfrei

Unter dem Inzidenzwert 100 regelt jedes Bundesland ganz individuell, wie es mit der Pandemie umgeht. Das führt in Deutschland zu einem Labyrinth aus Regeln und einem Flickenteppich, verteilt auf 16 Bundesländer.

Zudem kann es vorkommen, dass durch lokal unterschiedliche Infektionszahlen gilt: Was im einen Bundesland schon erlaubt ist, kann woanders noch verboten sein.

Eine Rückkehr auf den Trainingsplatz im Freien wird für Mannschaftsssportarten dennoch insgesamt wahrscheinlicher. Voraussetzung dafür bleibt: Eine Inzidenz unter 100 an fünf Tagen in Folge im betreffenden Landkreis oder der betreffenden Stadt.

Sonderwege und Flickenteppiche

Die meisten Bundesländer öffnen nicht komplett für den Outdoor-Sport. So planen - oder haben es umgesetzt - gleich acht Bundesländer vorerst nur mit einem kontaktfreien Training in Gruppen von zehn Personen. In all diesen Bundesländern soll der Öffnungsschritt bis Ende Mai erfolgt sein.

Einige Bundesländer gehen allerdings einen anderen Weg. So ist in Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen bisher nichts über Öffnungsschritte bekannt. Sachsen-Anhalt schlägt einen freiheitlicheren Sonderpfad ein: Bis zu 25 Personen sind im organisierten Sport für normales Training zugelassen.

Teilweise benötigen die Teilnehmer, je nach Bundesland, einen tagesaktuellen Test, müssen von einer Covid-19-Infektion genesen sein oder einen vollständigen Impfschutz besitzen.

Hallensport muss warten

Der Indoorsport hat bei allen Lockerungen weiterhin das Nachsehen. Lediglich in vier Bundesländern sind nennenswerte Freiheiten geplant. Bayern, Sachsen und das Saarland erlauben Indoorsport mit einem Nachweis eines negativen Coronatests beziehungsweise Geimpften und Genesenen. In Rheinland-Pfalz ist nur ein Hallensportler auf 40 Quadratmetern zugelassen - für die meisten Sportarten besteht so keine Möglichkeit zum Training.

Das Konzept lautet also: draußen vor drinnen. Dass das sinnvoll ist, bestätigt auch das Robert Koch-Institut mit seinem Präsidenten Lothar Wieler. "Drinnen ist der Ansteckungsfaktor für eine Infektion mindestens um das Zehnfache höher als draußen", erklärte er am Mittwoch (12.05.2021) in der Bundespressekonferenz.

Corona und Außensport: Warum Aerosolforscher rebellieren

02:28 Min. Verfügbar bis 15.04.2022


Stand: 12.05.2021, 17:49

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